20 September 2018, 13:00
Das Zerstörungswerk des Teufels durch die Heuchler
 
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Franziskus in Santa Marta: das Schlachtpferd des Teufels ist die Heuchelei, denn er ist ein Lügner: er gibt sich als mächtiger, wunderschöner Fürst aus, doch von hinten her ist er ein Mörder. Von Armin Schwibach

Rom (kath.net/as) „Ihr sind ihre vielen Sünden vergeben, weil sie viel geliebt hat“: die erste Lesung auf dem Brief an die Korinther (1 Kor 15,1-11) und das Tagesevangelium von den Pharisäern und der Sünderin (Lk 7,36-50) standen im Mittelpunkt der Betrachtungen von Papst Franziskus in seiner Predigt bei der heiligen Messe in der Kapelle des vatikanischen Gästehauses „Domus Sanctae Marthae“ am Donnerstag der 24. Woche im Jahreskreis.

„Bitten wir Jesus“, so Franziskus zum Schluss seiner Predigt, dass er immer „unsere Kirche mit seiner Barmherzigkeit schützt“, unsere Kirche, „die als Mutter heilig, doch voller Kinder ist, die Sünder sind wie wir“.

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Der Papst zeichnete „drei Gruppen von Personen“ ab, die in den heutigen Lesungen hervorträten: Jesus und seine Jünger; Paulus und die Frau, deren Schicksal es gewesen sei, auch von den Pharisäern „im Verborgenen besucht oder dann gesteinigt zu werden“; und die Pharisäer und Gesetzeslehrer. Franziskus betonte, dass bei der Frau „Liebe, viel Liebe zu Jesus“ sichtbar sei, wobei sie es gleichzeitig nicht verberge, eine Sünderin zu sein. Auch Paulus erkläre: „vor allem habe ich euch überliefert, was auch ich empfangen habe: Christus ist für unsere Sünden gestorben, gemäß der Schrift“.

Beide also hätten Gott „mit Liebe“ gesucht, allerdings mit einer „Liebe, die halb und halb ist“. Paulus „dachte, dass die Liebe ein Gesetz ist, und sein Herz war für die Offenbarung Jesu Christi verschlossen: er verfolgte die Christen, doch aus dem Eifer für das Gesetz heraus, aufgrund dieser unreifen Liebe“. Und die Frau habe die Liebe gesucht, die „kleine Liebe“. Die Pharisäer also hätten ihre Kommentare gemacht, doch Jesus erkläre:

„Dieser Frau ist viel vergeben worden, weil sie viel geliebt hat. ‚Wie bitte, lieben? Diese da verstehen es nicht zu lieben’. Sie suchen Liebe. Und als Jesus über diese Frauen spricht, sagt er - einmal sagt er das –, dass sie im Himmelreich vor uns sein werden. ‚Aber was ist denn das für ein Skandal...’ – so die Pharisäer – ‚diese Leute!’. Jesus schaut auf die kleine Geste der Liebe, auf die kleine Geste guten Willens, und er nimmt sie und bringt sie weiter. Das ist die Barmherzigkeit Jesu: er vergibt immer, er empfängt immer“.

In Bezug auf die Gesetzeslehrer machte Franziskus darauf aufmerksam, dass „sie eine Haltung haben, die nur die Heuchler oft annehmen: sie entrüsten sich und sagen:“

„‚Na da schau an, was für ein Skandal! So kann man nicht leben! Wir haben die Werte verloren... Jetzt haben alle das Recht darauf, in die Kirche zu kommen, auch die Geschiedenen, alle. Ja wo sind wir denn hingekommen?’. Der Skandal der Heuchler. Das ist der Dialog zwischen der großen Liebe, die alles vergibt, der Liebe Jesu, der Liebe ‚halb und halb’ des Paulus und dieser Frau und auch unserer, die eine unvollständige Liebe ist, denn keiner von uns ist offiziell heiliggesprochen worden. Sagen wir die Wahrheit. Und der Heuchelei: die Heuchelei der ‚Gerechten’, der ‚Reinen’, die Heuchelei derer, die meinen, aufgrund eigener äußerer Verdienste gerettet zu sein“.

Jesus erkenne, wie diese rein äußerlich zeigten, dass sie ja so schön seien – „er spricht von weiß getünchten Gräbern“-, während sie in ihrem Inneren „voll sind von Knochen der Toten und aller Unreinheit“ (vgl. Mt 23,27):

„Und wenn die Kirche durch die Geschichte geht, wird sie von den Heuchlern verfolgt: Heuchler innen und außen. Der Teufel hat nichts mit den reuigen Sündern zu tun, da sie auf Gott blicken und sagen: ‚Herr, ich bin ein Sünder, hilf mir!’. Und der Teufel ist ohnmächtig, doch er ist stark mit den Heuchlern. Er ist stark, und er benutzt sie, um zu zerstören, um die Leute zu zerstören, um die Gesellschaft zu zerstören, um die Kirche zu zerstören. Das Schlachtpferd des Teufels ist die Heuchelei, denn er ist ein Lügner: er gibt sich als mächtiger, wunderschöner Fürst aus, doch von hinten her ist er ein Mörder“.

Abschließend mahnte der Papst, nicht zu vergessen, dass Jesus vergebe, aufnehme, Barmherzigkeit walten lasse, ein Wort, das „viele Male vergessen wird, wenn wir schlecht über die anderen reden“. Daher die Einladung, „barmherzig wie Jesus zu sein, die anderen nicht zu verurteilen. Jesus in den Mittelpunkt!“.

Christus nämlich vergebe sowohl dem Paulus, dem „Sünder, dem Verfolger, aber mit einer Liebe ‚halb und halb’’, als auch der Frau, „der Sünderin, auch sie mit einer unvollständigen Liebe“. Allein auf diese Weise sei es möglich, „der wahren Liebe“ zu begegnen, „die Jesus ist“; während die Heuchler „unfähig sind, der Liebe zu begegnen, weil sie ein verschlossenes Herz haben, verschlossen in den eigenen Ideen, in den eigenen Lehren, in der eigenen Legalität“.

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