Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. „Unwahrscheinlich aber eindeutig: Gemeinsamkeiten zwischen der Piusbruderschaft und Priesterinnen“
  2. Vatikan sieht Kirche vor Traditionsbruch
  3. AfD-Gemeinderat muss Katholische Landjugendbewegung verlassen
  4. Vatikan: Bischöfe fordern langfristige Begleitung von Ehepaaren
  5. Britischer Erzbischof Longley erlaubt zwei Messfeiern im vortridentinischen Sarum-Usus
  6. „Die trügerische Taktik der stillen Revolution“
  7. USA: Zahl der Teenager-Mädchen, die sich als lesbisch oder bisexuell bezeichnen, sinkt stark
  8. Herabstürzendes Kruzifix tötet Priester während der Messe
  9. Hartl: Wenn das in Frankreich „Schülerproteste sind, warum weht so oft die Palästinenserfahne?“
  10. Good news - Vatikan: Papst Leo ist krebsfrei und braucht keine weitere Therapie!
  11. „Wenn du ihn verstehst, ist es nicht Gott“
  12. Was wir mit unserem Körper tun, ist theologisch“
  13. Papst Leo sagt die Assisi-Reise ab!
  14. Ohne Furcht und Heuchelei. Die Freiheit für das Gute ohne Kompromisse
  15. Norwegischer Bischof Erik Varden über „Laetitiae amor“ und „Amoris laetitia“

Das therapeutische Kalifat - Leseprobe 1

4. Oktober 2018 in Buchtipp, 5 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Meinungsdiktatur im Namen des Fortschritts. Ein Buch von Giuseppe Gracia


Linz (kath.net)

Leseprobe 1
Im Namen des Kampfes gegen Intoleranz, Rassismus und Sexismus entsteht in Westeuropa gegenwärtig ein „therapeutisches Kalifat“. Dieser Ausdruck stammt vom Schweizer Philosophen Michael Rüegg. Gemeint ist eine neue Form von Herrschaft, nicht im Namen eines Gottes oder im Sinn einer Diktatur wie in China oder Nordkorea.

Sondern im Sinn einer gewissermassen sanften Gesellschaftstherapie. Die Therapie einer politisch-kulturellen Elite, welche die christlichen Wurzeln des Abendlandes abschneidet und uns im Zuge der Globalisierung befreien möchte vom Hemmschuh veralteter religiöser, nationaler oder geschlechtlicher Identitäten.

Westeuropa als internationales, grosses Therapiehaus – ein Haus für friedliche Volksentwicklung. So ähnlich wie das Haus des Friedens im Islam («Dar as-Salam»), nur eben typisch europäisch, das heisst: atheistisch und wirtschaftsgetrieben.

Wie muss man sich das genauer vorstellen? Wer sind in einem solchen Haus die Chefärzte? Wer sind die leitenden Sozialingenieure, die assistierenden Gesellschaftsmediziner? Wer sind unsere Polit-Internisten? Wer sind die öffentlichen Meinungs-Krankenschwestern?

Es sind natürlich Leute, die zur Elite gehören. Ich weiss: Heute ist Elite ein negativer Begriff. «Die Korrupten da oben gegen uns Wehrlose hier unten.» Das ist ein beliebtes Narrativ von Populisten. Das ist hier aber nicht gemeint.


Jede Gesellschaft braucht eine gute Elite, die aufgrund besonderer Talente für die Allgemeinheit eine Führungsrolle übernimmt. Hier geht es jedoch um eine Elite, die ihr politisches Mandat mit moralischer Autorität gegenüber dem Wähler verwechselt. Beispiele wären der Regierungsstil in Schweden, Frankreich oder Deutschland.

Doch es gibt auch in der Schweiz genug Politiker, die wie eine moralische Instanz des Volkes auftreten, wie Heilpädagogen des sozialen Zusammenhalts. Solche Politiker sind nicht Teil einer Elite, die der Allgemeinheit dient, sondern einer Elite, die sich über uns erhebt und die für uns alle das gute Leben kennt. Eine solche Elite möchte ihre Ideen nicht in einen demokratischen Willensbildungs-Prozess einspeisen, sondern sie möchte sich einfach nur durchsetzen.

Bei diesem Regierungsstil, von vielen Medien öffentlich mitgetragen, geht es im Grunde nicht mehr um die Leitung des Staates, sondern um die Leitung seiner Bürger. Deswegen suchen die Funktionäre eines solchen Staates bei umstrittenen Themen wie Migration, Islam oder EU mit den Bürgern auch gar keine Kommunikation auf Augenhöhe, sondern eine pädagogisch austarierte, taktische Kommunikation.

Genauer gesagt: eine Kommunikation, die uns in die richtige Richtung lenkt, nämlich zur Zustimmung für längst beschlossene Regierungsprogramme.

„Die Welt ist im Umbruch, aber wir schaffen das. Wir erleben grosse Herausforderungen, aber wir haben keine Angst vor den offenen Grenzen unserer Solidarität.“

Das sind typische Botschaften dieses Regierungsstils.

„Populisten werden uns nicht verführen. Terroristen und Rechtsextreme können unseren Lebensstil nicht kaputt machen. Wir achten das globale Klima. Wir glauben an eine Vielfalt der Familienformen und Geschlechter-Identitäten. Wir kämpfen gegen Ausgrenzung, Fake News und Hate Crime.“

Das sind keine Argumente mehr, die sich dem Wettbewerb der Meinungen und Ideen stellen, sondern im Grunde Glaubensbekenntnisse, zu denen man sich als guter Zeitgenosse bekehren muss.

kath.net Buchtipp
Das therapeutische Kalifat
Von Giuseppe Gracia
Fontis – Brunnen Basel 2018
ISBN: 9783038481591
64 Seiten
Preis: Euro 7,-

Bestellmöglichkeiten bei unseren Partnern:
Link zum kathShop
Buchhandlung Christlicher Medienversand Christoph Hurnaus, Linz:
Für Bestellungen aus Österreich und Deutschland: [email protected]

Buchhandlung Provini Berthier GmbH, Chur:
Für Bestellungen aus der Schweiz/Liechtenstein: [email protected]

Alle Bücher und Medien können direkt bei KATH.NET in Zusammenarbeit mit der Buchhandlung Christlicher Medienversand Christoph Hurnaus (Auslieferung Österreich und Deutschland) und der Provini Buchhandlung (Auslieferung Schweiz und Lichtenstein) bestellt werden. Es werden die anteiligen Portokosten dazugerechnet. Die Bestellungen werden in den jeweiligen Ländern (A, D, CH) aufgegeben, dadurch entstehen nur Inlandsportokosten.

Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Gesellschaft

  1. Bundesland Brandenburg plant Neutralitätsgesetz für Justiz: Kein Kopftuch, Kippa, Kreuz
  2. Warum Kirchen jetzt Frieden, Recht und Wahrheit verteidigen müssen
  3. Botox? – Die unsichtbaren tragischen Folgen des Jugendwahns
  4. Slowakei: Kirchen bitten gemeinsam um Vergebung für Verfehlungen
  5. Zwischen Wölfen und Brüdern
  6. „Alte Fragen, überraschende Antworten“
  7. Mike Johnson: Westen muss sich wieder auf christliche Werte besinnen
  8. Unschuldig angeklagt und verurteilt
  9. Scott Hahn: ‚Mit Kompromissen gewinnen wir nicht’
  10. Verkauf eines Feminismus-kritischen Buchs auf Facebook und Instagram gesperrt







Top-15

meist-gelesen

  1. Gott inmitten von Töpfen und Geschirr
  2. War der katholische Soldat Gus March-Phillipps (+1942) ein Vorbild für die Filmfigur James Bond?
  3. „Lourdes ganz nah: Komm und begegne der heiligen Bernadette“
  4. Papst beruft Wiener Uni-Professor Tück in die Internationale Theologenkommission
  5. Papst sprach auch mit Selenskyj über Lage in Frontstadt Oleschky
  6. Apostolisch und nix anderes
  7. Die Bibel schweigt nicht zur Abtreibung. Es gibt die Zehn Gebote: Du sollst nicht töten!'
  8. Norwegischer Bischof Erik Varden über „Laetitiae amor“ und „Amoris laetitia“
  9. "Ministrant Putins": Tück übt scharfe Kritik an Moskauer Patriarch
  10. „Mehr Katholiken in Afrika als in Europa“
  11. Was wir mit unserem Körper tun, ist theologisch“
  12. Ohne Furcht und Heuchelei. Die Freiheit für das Gute ohne Kompromisse
  13. Genesungswünsche für Papst: "Lieber Papst Leo ..."
  14. Vatikan: Bischöfe fordern langfristige Begleitung von Ehepaaren
  15. Medjugorje-Seher: "Ich bin nur ein Werkzeug"

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz