Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Nicht Bruch, sondern lebendige Tradition - Wider den Missbrauch der Liturgiereform
  2. Kard. Sarah: „Die Abneigung gegen Latein und Gregorianik wird mit der 68er-Generation verschwinden“
  3. Rom sollte in Deutschland endlich Bischöfe einsparen und Bistümer zusammenlegen!
  4. Papst Leo: „Die Welt durchlebt eine besonders unruhige Phase“
  5. Die Hölle, eine verschwiegene Wahrheit
  6. Die umstrittene Synodalkonferenz der Kirche in Deutschland wurde leise abgesagt
  7. Papst äußert sich skeptisch zu fundamentalen Risiken der KI
  8. ‚Tritt hinter mich!’ Der Weg des Messias führte über das Kreuz
  9. US-Diözesen mit ungewöhnlich hoher Zahl an Priesterweihen
  10. Caroline Bosbach: „Linkspartei erklärt evangelikale Christen zum Feindbild“
  11. Polnischer Primas in Jasna Góra: „Recht auf Leben von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod“
  12. „Synodalität wird den Katholizismus zerstören“
  13. Ist ein linker Punksänger klüger als Bischof Feige?
  14. „Es gibt keinen notwendigen Widerspruch zwischen Synodalität und Tradition“
  15. R.I.P. Dolly Parton

Das therapeutische Kalifat - Leseprobe 2

11. Oktober 2018 in Buchtipp, 1 Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Meinungsdiktatur im Namen des Fortschritts. Ein Buch von Giuseppe Gracia


Linz (kath.net)

Leseprobe 2
Die politische Korrektheit ist ein weiteres Merkmal der Volkstherapie. Dargestellt wird es gern als Mittel gegen die Verrohung der Gesellschaft oder für einen notwendigen sittlichen Konsens - auch wenn bei genauerem Hinsehen dieser Konsens seltsamerweise meist „von oben“ kommt, also von Politikern, Experten oder tonangebenden Medienschaffenden.

Für eine öffentliche Diskussion bedeutet die politische Korrektheit zum Beispiel: es darf nicht mehr um gute oder schlechte Argumente gehen, um einen Pluralismus der Anschauungen. Nein, statt gute oder schlechte Argumente geht es um gute oder schlechte Menschen. Statt ein Wettbewerb der Ideen dominiert ein Beauty-Contest der Moralapostel. Sind wir weltoffen genug? Sind wir fortschrittlich genug? Oder sind wir Reaktionäre, Nationalisten, Faschisten?

Was ist das Ziel solcher gesinnungspolizeilichen Etiketten – Etiketten, die den öffentlichen Diskurs seit Jahren dominieren? Es geht darum, unbequeme Personen für das Publikum unmöglich zu machen. Es ist eine Weise, wie uns das Therapie-Personal sagt: diese zweifelhafte Person, die gerade spricht und ihre abweichenden Ansichten äussert, ist ein fehlgeleiteter Patient. Diese Person muss behandelt werden.


Zu dieser Behandlung gehört generell die Säuberung der Sprache. Wir alle sollen im modernen Europa eine gewaltfreie Sprache pflegen. Aber was bedeutet das, gewaltfreie Sprache? Ein Beispiel: stellen Sie sich vor, es gibt da einen sehr eifrigen Journalisten, den Sie zufällig kennenlernen und der Ihre islamkritische Meinung oder ihre traditionellen Vorstellungen zum Thema Familie nicht mag. Ein Journalist, der Ihnen die immer gleichen, dummen Fragen stellt, um Sie als reaktionären Finsterling festzunageln – was aus Ihrer Sicht nichts mit den Werten zu tun hat, nach denen Sie leben. Nun fassen Sie Mut und sagen diesem Journalisten ins Gesicht, dass seine verhörerischen Fragen dumm seien und sie keine Lust mehr darauf hätten. Gerade das ist ein Akt der Gewalt.

Der Unterschied zwischen einer solchen Sprache (wenn Sie jemandem sagen, dass er dummes Zeug redet) und einer Ohrfeige (oder einem Tritt in den Hintern), das ist in dieser Logik kein wesentlicher, sondern nur ein formaler Unterschied. Das bedeutet: unsere Gesellschaft sucht mit durchpädagogisierten Sprachregelungen nach einer Kommunikation, die möglichst niemanden verletzt – was dazu führt, dass niemand mehr etwas Authentisches sagt, weil sich ja immer jemand verletzt fühlen kann.

Das Gegenüber erscheint uns in diesem sozialen Klima nicht mehr wie eine mündige, belastbare Person, sondern wie eine emotionale Tretmine.

kath.net Buchtipp
Das therapeutische Kalifat
Von Giuseppe Gracia
Fontis – Brunnen Basel 2018
ISBN: 9783038481591
64 Seiten
Preis: Euro 7,-

Bestellmöglichkeiten bei unseren Partnern:
Link zum kathShop
Buchhandlung Christlicher Medienversand Christoph Hurnaus, Linz:
Für Bestellungen aus Österreich und Deutschland: [email protected]

Buchhandlung Provini Berthier GmbH, Chur:
Für Bestellungen aus der Schweiz/Liechtenstein: [email protected]

Alle Bücher und Medien können direkt bei KATH.NET in Zusammenarbeit mit der Buchhandlung Christlicher Medienversand Christoph Hurnaus (Auslieferung Österreich und Deutschland) und der Provini Buchhandlung (Auslieferung Schweiz und Lichtenstein) bestellt werden. Es werden die anteiligen Portokosten dazugerechnet. Die Bestellungen werden in den jeweiligen Ländern (A, D, CH) aufgegeben, dadurch entstehen nur Inlandsportokosten.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Gesellschaft

  1. Bundesland Brandenburg plant Neutralitätsgesetz für Justiz: Kein Kopftuch, Kippa, Kreuz
  2. Warum Kirchen jetzt Frieden, Recht und Wahrheit verteidigen müssen
  3. Botox? – Die unsichtbaren tragischen Folgen des Jugendwahns
  4. Slowakei: Kirchen bitten gemeinsam um Vergebung für Verfehlungen
  5. Zwischen Wölfen und Brüdern
  6. „Alte Fragen, überraschende Antworten“
  7. Mike Johnson: Westen muss sich wieder auf christliche Werte besinnen
  8. Unschuldig angeklagt und verurteilt
  9. Scott Hahn: ‚Mit Kompromissen gewinnen wir nicht’
  10. Verkauf eines Feminismus-kritischen Buchs auf Facebook und Instagram gesperrt






Top-15

meist-gelesen

  1. EILT - Sommerspende für kath.net - Bitte helfen SIE uns JETZT!
  2. Nicht Bruch, sondern lebendige Tradition - Wider den Missbrauch der Liturgiereform
  3. YouTube-Philosoph Joe Schmid: „Ich spüre eine Art magnetische Anziehungskraft des Katholizismus“
  4. Ist ein linker Punksänger klüger als Bischof Feige?
  5. R.I.P. Dolly Parton
  6. 'Ich möchte meinem Vater im Himmel danken'
  7. Die US-Diözese Salt-Lake-City verzeichnet jedes Jahr hunderte neue Mitglieder
  8. 'Weil die andere Option darin bestand, in der Hölle zu brennen, ewig an meinen Haaren aufgehängt.'
  9. Kiewer Großerzbischof Schewtschuk: "Wir bitten um Solidarität"
  10. Rom sollte in Deutschland endlich Bischöfe einsparen und Bistümer zusammenlegen!
  11. „Es gibt keinen notwendigen Widerspruch zwischen Synodalität und Tradition“
  12. Britische Regierung verweigert finnischer Abgeordneter Räsänen die Einreise
  13. Erfrischung für Rom: Als ein Papst die Piazza Navona unter Wasser setzte
  14. Polnische Salvatorianer boten Workshop für Ministrantendienst im klassischen Ritus an
  15. Matthäi am Letzten will Bischof Feige nicht mehr

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz