Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. „Unwahrscheinlich aber eindeutig: Gemeinsamkeiten zwischen der Piusbruderschaft und Priesterinnen“
  2. Wenn die Falschbehauptung einer evangelischen Sängerin zum Eklat bei einer Musiksendung führt
  3. Vatikan sieht Kirche vor Traditionsbruch
  4. AfD-Gemeinderat muss Katholische Landjugendbewegung verlassen
  5. Britischer Erzbischof Longley erlaubt zwei Messfeiern im vortridentinischen Sarum-Usus
  6. „Die trügerische Taktik der stillen Revolution“
  7. Papst vor jüdischer Delegation: Die Kirche duldet keinen Antisemitismus, sie bekämpft ihn
  8. USA: Zahl der Teenager-Mädchen, die sich als lesbisch oder bisexuell bezeichnen, sinkt stark
  9. Good news - Vatikan: Papst Leo ist krebsfrei und braucht keine weitere Therapie!
  10. Herabstürzendes Kruzifix tötet Priester während der Messe
  11. Papst Leo sagt die Assisi-Reise ab!
  12. Hartl: Wenn das in Frankreich „Schülerproteste sind, warum weht so oft die Palästinenserfahne?“
  13. „Wenn du ihn verstehst, ist es nicht Gott“
  14. Eine katholische Fake-Priesterin möchte das Töten kleiner Kinder
  15. Was wir mit unserem Körper tun, ist theologisch“

Weltärztebund bekräftigt Ablehnung für Tötung auf Verlangen

10. Oktober 2018 in Aktuelles, keine Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Ärztekammern von Kanada und Holland hatten "neutrale Position" gegenüber Suizidbeihilfe eingefordert - Ethiker in Kanada pochen indes auf "Tötung auf Verlangen" für Minderjährige


Reykjavik (kath.net/KAP) Der internationale Dachverband der Ärztekammern (World Medical Association, WMA) hat sein Nein zur Tötung auf Verlangen und zur Beihilfe zum Suizid bekräftigt. Bei der jüngsten Generalversammlung in Island am Wochenende wurde ein Ansuchen der kanadischen und niederländischen Ärztekammern abgelehnt, wonach die WMA offiziell eine "neutrale Position" gegenüber Euthanasie und ärztlicher Suizidbeihilfe einnehmen solle.

Erst vor einem Jahr hatte die WMA in einer Stellungnahme gegenüber eines ähnlichen Ansuchens Australien den ärztlich assistierten Suizid und die Euthanasie als "unethisch" bezeichnet; sie seien von der Ärzteschaft zu verurteilen. "Wo die Assistenz des Arztes absichtlich darauf gerichtet ist, einem Individuum zu ermöglichen, sein eigenes Leben zu beenden, handelt der Arzt unethisch", hieß es damals vonseiten des Weltärztebundes. Nach wie vor ist es weltweit Ärzten in nur sechs von 200 Ländern gestattet, den Tod aktiv herbeizuführen. Die große Mehrheit nationaler Ärzteverbände spricht sich klar dagegen aus.


Infolge der jüngsten WMA-Entscheidung verließ die kanadische Ärztekammer den Weltärztebund, wenn auch nicht ohne internen Widerstand: Die kanadische Ärztevereinigung "Physicians' Alliance against Euthanasia", der mehr als 1.100 Ärzte angehören, hatte sich von den Positionen ihrer Standesvertretung distanziert. Eine neutrale Haltung wäre "unlogisch und nicht vertretbar", sei es doch "keine Aufgabe von Ärzten zu töten", teilte Sprecherin Catherine Ferrier in der Vorwoche mit.

Ethiker fordern aktive Sterbehilfe für Kinder

In Kanada hat die Debatte jedoch bereits die nächste Runde erreicht: Zuletzt forderte eine Arbeitsgruppe kanadischer Bioethiker und Kinderärzte die Möglichkeit aktiver Sterbehilfe für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren, mitunter auch ohne Wissen oder Zustimmung der Eltern. Es handle sich dabei um eine medizinische Behandlung, über die der Arzt pro-aktiv informieren sollte wie über jede andere Möglichkeit der Behandlung auch, schreiben die Autoren im "Journal of Medical Ethics". Sie fordern dabei die Überwindung des "sozialen Stigmas", mit dem Kinder-Euthanasie noch behaftet sei.

Die Autoren des Beitrags argumentieren, dass Beihilfe zum Suizid und aktive Sterbehilfe Teil eines Kontinuums der Palliativpflege sei. Man dürfe eine Person nicht "dazu zwingen, trotz unerträglichen und unheilbaren Leidens zu leben". Wo Patienten in der Lage seien, Wünsche zu äußern, sollten diese innerhalb gesetzlicher Grenzen respektiert werden, besonders in einer so intimen Angelegenheit wie dem persönlichen Sterben.

Im Juni 2016 wurde in Kanada das sog. MAID-Gesetz (Medical Assistance in Dying) verabschiedet, mit dem sowohl aktive Sterbehilfe als auch assistierter Suizid landesweit erlaubt wurden. Das Gesetz ist umstritten und die Kontroverse hält an. Manchen ging das Gesetz nicht weit genug, sie forderten analog zur Sterbehilfe-Regelung in Belgien auch die Möglichkeit der Tötung auf Verlangen für "reife Minderjährige" und Menschen mit psychischen Erkrankungen. Die Regierung hatte den Rat der kanadischen Akademien gebeten, diesbezüglich bis Ende 2018 Stellung zu beziehen.

Copyright 2018 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Sterbehilfe

  1. Kanadischer Priester mit gebrochener Hüfte erhält im Krankenhaus Sterbehilfeangebote
  2. „Jetzt und in der Stunde unseres Todes“ – Ein neuer Leitfaden für die Zeit des Sterbens
  3. Kanada: 84-Jährige wegen Rückenschmerzen in Notaufnahme, bekommt als Erstes Sterbehilfe angeboten!
  4. Nach Protesten scheitert Frankreichs Euthanasiegesetz im Senat
  5. Kirche: Nein der Slowenen zu Suizidbeihilfe klares Signal an Staat
  6. Verherrlichung eines tragischen Todes – zum assistierten Suizid von Alice und Ellen Kessler
  7. Erzbischof Fisher: „Die Diagnose der Kultur des Todes von Johannes Paul II. war prophetisch“
  8. Vatikan "sehr besorgt" wegen Sterbehilfe-Urteilen in Italien
  9. Kanada: Erzbistum Montreal klagt gegen Bundesstaat Québec wegen Einschränkung der Gewissensfreiheit
  10. Evangelischer Landesbischof Ralf Meister behauptet: "Der Mensch hat ein Recht auf Selbsttötung"







Top-15

meist-gelesen

  1. Die Liebe als Mitte des Glaubens: Das Gebot, das den ganzen Menschen umfasst
  2. „Unwahrscheinlich aber eindeutig: Gemeinsamkeiten zwischen der Piusbruderschaft und Priesterinnen“
  3. Belgien: Anteil der Euthanasiefälle in den letzten fünf Jahren verdoppelt
  4. Herabstürzendes Kruzifix tötet Priester während der Messe
  5. USA: Zahl der Teenager-Mädchen, die sich als lesbisch oder bisexuell bezeichnen, sinkt stark
  6. Patrozinium im Mailänder Dom, während draußen Explosionen und Sirenen zu hören sind
  7. War der katholische Soldat Gus March-Phillipps (+1942) ein Vorbild für die Filmfigur James Bond?
  8. „Lourdes ganz nah: Komm und begegne der heiligen Bernadette“
  9. Papst beruft Wiener Uni-Professor Tück in die Internationale Theologenkommission
  10. Papst sprach auch mit Selenskyj über Lage in Frontstadt Oleschky
  11. Apostolisch und nix anderes
  12. Die Bibel schweigt nicht zur Abtreibung. Es gibt die Zehn Gebote: Du sollst nicht töten!'
  13. Norwegischer Bischof Erik Varden über „Laetitiae amor“ und „Amoris laetitia“
  14. "Ministrant Putins": Tück übt scharfe Kritik an Moskauer Patriarch
  15. „Mehr Katholiken in Afrika als in Europa“

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz