11 Oktober 2018, 11:00
Marx gab die 50.000 Euro an „Lifeline“ aus Hilfsetat des Erzbistums
 
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Die Pressestelle des Erzbistums München erläuterte auf kath.net-Anfrage, dass die Spende von Kardinal Marx aus einem Hilfsetat des Bistums stammt. kath.net hatte empörte Lesermails mit Fragen zur Herkunft des Geldes erhalten. Von Petra Lorleberg

München (kath.net/pl) „Dem Erzbischof von München und Freising stehen Haushaltsmittel aus dem Etat des Erzbistums bereit, die er für soziale, caritative, weltkirchliche Zwecke ausgeben kann. Ziel ist es, mit diesen Mitteln zügig und unbürokratisch zu helfen. Die fraglichen 50.000 Euro stammen aus diesem Etatposten.“ Das antwortete Christoph Kappes, stellvertretender Pressesprecher des Erzbistums München, auf die kath.net-Anfrage, woher das Geld stammt, das Kardinal Marx gemäß Medienberichten an das nicht unumstrittene private Seenotrettungsschiff „Lifeline“ gespendet hat. kath.net hatte die Pressestelle nach der Quelle des Geldes angefragt, nachdem die Redaktion empörte Emails erhalten hatte mit der Frage, ob das Geld womöglich aus Kirchensteuereinkünften stamme. Die Spende wurde in vielen Medien sinngemäß als „Kardinal Marx spendet 50.000 Euro an die Lifeline“ dargestellt, wodurch auch eine Spende aus seinem Privatvermögen denkbar gewesen war.

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Gegen den Kapitän des Schiffes, Claus Peter Reisch, wird derzeit in Malta unter dem Vorwurf ermittelt, dass sein Schiff nicht ordnungsgemäß registriert sei sowie, dass er Anweisungen der italienischen Küstenwache nicht befolgt habe, die Rettung von Bootsflüchtlingen der libyschen Küstenwache zu überlassen. Reisch macht derzeit Werbung für ein umstrittenes T-Shirt, das vorne die Aufschrift „Schlepperkönig“ zeigt und auf dem Rücken „Team Umvolkung“, siehe unten seinen entsprechenden Tweet.

Ob die Rettung von Bootsflüchtlingen direkt vor ihrer heimischen Küste ohne Rückbringung in ihre Heimat, sondern mit Verbringung nach Europa Sinn macht, ist derzeit sehr umstritten. Befürworter sagen, es würde die Zahl der Toten senken, wenn die Flüchtlinge gerettet und nach Europa gebracht würden, sie stufen die Hilfsaktion Reischs als vorbildlich ein und er erhielt dafür beispielsweise im Juli 2018 einen Preis des bayrischen Landtags. Kritiker vertreten, dass gerade dies die Einladung sei, dass sich noch mehr Menschen in nicht meerestauglichen Booten aufs die gefährliche Überfahrt begäben, die Zahl der Toten durch die Rettungsaktionen also steige. Außerdem sei es nicht üblich, dass man Menschen, die in Seenot geraten sind, einfach in weit entfernte Häfen bringe, die nicht mal zu ihrem Heimatland gehörten, obwohl man sie oft nah an der Küste ihrer Heimatländer aufgreift.






Archivfoto Kardinal Marx (c) Erzbistum München und Freising

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