15 Februar 2019, 11:45
Kardinal Farrell neuer Camerlengo der katholischen Kirche
 
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US-Kurienkardinal als Kämmerer u.a. für die Vorbereitung der Papstwahl im Konklave zuständig. Missbrauchsopfer beschuldigten Farrell, dass dieser von den Missbrauchsfällen rund um Ex-Kardinal McCarrick gewusst hat

Vatikanstadt (kath.net/KAP/red) Papst Franziskus hat neuen Kämmerer (Camerlengo) für die katholische Kirche ernannt. Mit der Aufgabe des "Camerlengo (Kämmerer) der Heiligen Römischen Kirche" betraute er den irischstämmigen US-Kardinal Kevin Farrell (Foto), teilte der Vatikan am Donnerstag mit. Farrell folgt damit auf den bisherigen Amtsinhaber, den französischen Kurienkardinal Jean-Louis Tauran, der im Juli vergangenen Jahres gestorben war.

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Zum stellvertretenden Camerlengo ernannte Franziskus nach dem Tod Taurans den Leiter der päpstlichen Diplomatenschule, Erzbischof Giampiero Gloder. Der neue Kämmerer Farrell ist seit 2016 Präfekt des Dikasteriums für Laien, Familie und das Leben.

Der Kardinalkämmerer der Heiligen Römischen Kirche, so der volle Titel, ist etwa für die Vorbereitung der Papstwahl im Konklave und die Verwaltung der päpstlichen Güter während der sogenannten Sedisvakanz zuständig. Nach dem Tod oder Amtsverzicht eines Papstes ist er u.a. zusammen mit drei Kardinalsassistenten für die Verwaltung der "Güter und Rechte des Heiligen Stuhls" zuständig.

Der Kämmerer und der Großpönitentiär, also der Leiter des vatikanischen Buß-Gerichts, sind die einzigen Würdenträger der Kurie, die auch nach dem Tod des Bischofs von Rom in ihrem Amt verbleiben. Der Camerlengo fungiert außerdem als Organisator der Papstwahl. Nach der erfolgreichen Wahl eines neuen Papstes fertigt der Kämmerer einen Bericht an, in dem die Ergebnisse aller Wahlgänge festgehalten sind. Nach der Papst-Wahl endet die wichtigste Aufgabe des Camerlengo.

Kevin Farrell steht allerdings seit Monaten in der Kritik. Missbrauchsopfer haben ihn beschuldigt, dass dieser von den Missbrauchsfällen rund umd Ex-Kardinal McCarrick gewusst hat und geschwiegen hat.

Damian Thompson, der Chefredakteur des britischen „Catholic Herald“, kommentierte die Ernennung auf Twitter mit „unglaublich“. Es handle sich um einen nahen Freund McCarricks, der angeblich nichts über seine Reputation gewusst hat, obwohl er in seiner Wohnung gewohnt hat und im Erzbistum Washington D.C. einer seiner Weihbischöfen gewesen war. „In seinem Wappen hat er sogar einen Hinweis auf Onkel Ted.“







Siehe auch: Kardinal Farrell behauptet: Übergriffe McCarricks waren unbekannt



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