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Nicht richten, nicht verurteilen, immer geben und großherzig sein!

18. März 2019 in Aktuelles, 38 Lesermeinungen
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Franziskus in Santa Marta: die Barmherzigkeit Gottes nachahmen! Von Armin Schwibach


Rom (kath.net/as) „Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist! Richtet nicht, dann werdet auch ihr nicht gerichtet werden! Verurteilt nicht, dann werdet auch ihr nicht verurteilt werden! Erlasst einander die Schuld, dann wird auch euch die Schuld erlassen werden! Gebt, dann wird auch euch gegeben werden! Ein gutes, volles, gehäuftes, überfließendes Maß wird man euch in den Schoß legen; denn nach dem Maß, mit dem ihr messt, wird auch euch zugemessen werden“ (Lk 6,36-38): in seiner Predigt bei der heiligen Messe in der Kapelle des vatikanischen Gästehauses „Domus Sanctae Marthae“ am Montag der zweiten Woche der Fastenzeit, Festtag des heiligen Kirchenlehrers Cyrill von Jerusalem, ging Papst Franziskus vom Tagesevangelium aus.

Jesus gebe einen Rat, der nicht leicht sei: „Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist!“. Gott sei ganz Barmherzigkeit. Seine Gerechtigkeit sei eins mit seiner Barmherzigkeit. So könne man schlimme Dinge im Leben tun, aber wenn man sich dann Gott nähere und ihn ansehe, vergebe er mit seiner Barmherzigkeit.


Gottes Barmherzigkeit sei sehr groß. So könne man an die Geschichte der armen verwitweten Frau denken, die beim Pfarrer von Ars zur Beichte gegangen sei. Ihr Mann habe Selbstmord begangen und sich von einer Brücke in den Fluss gestürzt. Sie habe gesagt: „Ich bin eine Sünderin, eine arme Frau. Aber mein armer Mann! Er ist in der Hölle! Er hat Selbstmord begangen und Selbstmord ist eine Todsünde. Er ist in der Hölle“. Der Pfarrer von Ars habe erwidert: „Halten Sie ein, Frau, denn da ist die Barmherzigkeit Gottes“. Bis zum Ende sei da die so große Barmherzigkeit Gottes. Und Jesus sage: „Seid barmherzig wie er“.

Jesus sage uns dann drei Dinge, um gut zu verstehen, wie man barmherzig sei, oder um uns auf den Weg zu bringen, barmherzig zu sein. Vor allem sage er: „Richtet nicht, dann werdet auch ihr nicht gerichtet werden“. Es sei dies eine Gewohnheit, die sich in unser Leben einmische, ohne dass wir es merkten. Dies geschehe auch, wenn man ein Gespräch beginne: „Hast du gesehen, was er getan hat?“:

„Das Urteil über den anderen. Denken wir daran, wie oft wir am Tag urteilen. Wir scheinen alle verhinderte Richter zu sein“. So sei das Problem das Urteil, das sofort gefällt werde. So urteilten wir auch, ohne dies wahrzunehmen:

„In dieser Fastenzeit achten wir darauf. Wenn ich barmherzig sein will wie der Vater, wie Jesus mir sagt, muss ich denken: wie oft am Tag urteile ich? Und ihr werdet nicht gerichtet werden. Was ich mit den anderen mache, werden die anderen mit mir machen! Und am Ende wird der Herr es mit mir machen. Eine schöne Übung für die Fastenzeit ist es, nicht zu urteilen, aber vor allem diese ‚Methode’ bei den täglichen Gesprächen wahrzunehmen, über jemanden zu urteilen“.

Zweitens: „Verurteilt nicht, dann werdet auch ihr nicht verurteilt werden!“. Wir verurteilten oft, was zu einer hässlichen Gewohnheit werde. Jesus sage, dass man daran denken müsse, dass man daher selbst verurteilt werde.

Drittens: „Erlasst einander die Schuld, dann wird auch euch die Schuld erlassen werden“. Es sei sehr schwer, zu vergeben. Dennoch handle es sich um ein Gebot. Jesus sage, dass man zuerst dem Bruder oder der Schwester vergeben müsse, bevor man an den Altar trete. Auch im Vaterunser lehre der Herr diese Bedingung, um das Vergeben des Vaters zu erlangen:

„Der Herr lehrt uns: ‚Gebt’. ‚Gebt, und es wird euch gegeben werden’: seid großzügig beim Geben. Seid keine ‚geschlossenen Taschen’. Seid großzügig, den Armen, den Bedürftigen zu geben und auch viele Dinge zu geben: Rat zu geben, den Menschen ein Lächeln zu schenken, zu lächeln. Immer geben, geben. ‚Gebt, dann wird auch euch gegeben werden! Ein gutes, volles, gehäuftes, überfließendes Maß wird man euch in den Schoß legen’, denn der Herr wird großzügig sein: wir geben eins und er gibt uns hundert von allem, was wir geben. Und das ist die Haltung, die davor schützt, zu urteilen, zu verurteilen und die Vergebung sichert. Die Bedeutung des Almosengebens, aber nicht nur materielle Almosen, sondern auch geistliches Almosengeben. Zeit mit jemand anderem in Not verbringen, einen kranken Menschen besuchen, lächeln“.


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