Login




oder neu registrieren?



Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:









Top-15

meist-diskutiert

  1. Hamburger Erzbischof Heße meint: 'Christus ist nicht Mann geworden'
  2. "Haltet immer zum Papst, und ihr werdet Christus nie verlieren!"
  3. Bätzing: „Es gibt keine Tendenzen in irgendeiner Weise, uns als Nationalkirche abzuspalten“
  4. Ein unheiliger Zorn von Bischof Bätzing
  5. „Aus den Kirchen und ihren Amtsträgern waren bisher keine kritischen Stimmen zu hören“
  6. "Religion nicht instrumentalisieren"
  7. Kardinal Koch: Papst hat seine Sorge über Deutschland geäußert
  8. Vatikanischer Kurienpräfekt Becciu verliert Kardinalsrechte
  9. Woelki: „Ich bin gerne bereit mich auf einen Dialog über Lebenswirklichkeiten einzulassen“, aber…
  10. Corona: Schönborn nimmt Politiker in Schutz gegen Vorwürfe
  11. Oster: „Irritierend, dass Sie nicht auf Problematik des ungeschützten jungen Lebens eingehen“!
  12. USA gegen ‚sexuelle und reproduktive Rechte’ in UNO-Resolution zu Covid-19
  13. Was für ein Desaster!
  14. "Warum die Ernennung von Amy Coney Barret wichtiger als 20 Kardinalsernennungen ist"
  15. Bätzing/ DBK-Vollversammlung: „Wenn wir Bischöfe in diesen Tagen auch Kontroversen nicht verbergen“

Puccinis ‚Turandot’ und das österliche Triduum

26. April 2019 in Kultur, 5 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Auf den ersten Blick scheint Puccinis Oper wenig mit dem Leiden Christi und der Erlösung zu tun zu haben. Eine tiefere Analyse zeigt aber erstaunliche Gemeinsamkeiten, schreibt Paul Joseph Prezzia.


Scranton (kath.net/jg)
Die Oper „Turandot“ des italienischen Komponisten Giacomo Puccini weist interessante Parallelen zum Leiden Christi und der Erlösung durch dessen Liebe auf. Paul Joseph Prezzia hat die 1926 uraufgeführte Oper für das CRISIS Magazine analysiert. (Link am Ende des Artikels)

Auf den ersten Blick scheine die Oper wenig mit Leiden, Tod und Auferstehung Christi zu tun zu haben, stellt Prezzia einleitend fest. Die Hauptperson Calaf, ein tatarischer Prinz, verliebt sich in die ebenso schöne wie grausame chinesische Prinzessin Turandot. Ihr Charakter spielt für ihn keine Rolle.

Calaf verlässt dann auch noch seinen alten Vater, der seine Unterstützung brauchen würde, um die drei Rätsel der Prinzessin zu lösen. Turandot hat bekannt gegeben, dass sie den fürstlichen Bewerber heiraten wird, der ihre Fragen richtig beantworten kann. Macht er einen Fehler, ist er zum Tode verurteilt.


Eine genauere Betrachtung zeige hier eine Gemeinsamkeit mit einigen Darstellungen der Liebe in der Bibel, fährt Prezzia fort. Das Alte Testament drücke die Liebe zwischen Mann und Frau oft mit Begriffen der Schönheit aus. „Schön bist du meine Freundin, ja, du bist schön“, heißt es im Hohelied (Vers 4,1).

Die in der Oper geschilderte Situation erinnere ihn auch an die – wörtlich – „rätselhafte“ Liebe Christi zu uns Menschen, die wir seiner Liebe unwürdig seien und ihn so oft zurückweisen. „Wir alle haben indirekt geschrien: ‚Kreuzige ihn’ während er uns mit seiner wunderbaren Lehre und seinen Wundern umworben hat“, schreibt Prezzia.

Ähnlich wie Christus sich in die Hand der Menschen gegeben habe, gebe sich auch Calaf in die Macht der Turandot und zwar gleich drei Mal. Er löst die drei Rätsel. Turandot versucht dann, von ihrem Gelübde befreit zu werden. Calaf will ihre Liebe gewinnen und nicht ihre Unterwerfung. Deshalb gibt er ihr sein Leben weitere zwei Mal in ihre Hand.

Am Ende der Oper gelingt es Calaf, Turandot für sich zu gewinnen. „Ich kenne den Namen des Fremden. Sein Name ist Liebe“, singt sie. Die Kehrtwendung der Prinzessin erscheine unrealistisch, gleiches gelte aber für die Bekehrung eines Menschen zu Christus am Ende seines Lebens. Es sei die bedingungslose Liebe Christi zu jedem Menschen, die solche Wunder möglich mache. Ähnlich sei die Liebe Calafs zu Turandot, der bereit sei, lieber zu sterben als die Prinzessin gegen ihren Willen zu heiraten.


Link zum Artikel von Paul Joseph Prezzia (englisch):

Glory to You, Love: Puccini’s Turandot and the Triduum


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

 Gandalf 27. April 2019 

sehr interessante KOmmentare hier! DANKE

Als Opernfan bin ich ja bemüht, bei kath.net ab und zu etwas unterzubringen, wenn es passend ist :-)
p.s. übrigens, wer am Marsch für das Leben in Berlin dabei ist, am Freitag davor läuft Zauberflöte im Berliner Opernhaus, wer da schon in Berlin sein sollte... man sieht sich :-)


4

0
 
 Diadochus 27. April 2019 
 

@gertrud mc, @Geroni

Ihre Kommentare sind beinahe interessanter als der Artikel selbst. Zusammengenommen haben Sie einen interessanten Einblick in die Oper Turandot gewährt. Ja, ja, die Liebe, sie ist unerschöpflich.


3

0
 
 gertrud mc 27. April 2019 
 

@Geroni

Danke, dass Sie an Liu erinnern.
Sie fehlt in der Analyse.
Man würde ihr, rein menschlich gesehen, Calaf mehr gönnen, sie würde ihn sich mehr "verdienen", weil sie ihn wirklich liebt und genau deswegen verzichtet.
Es irritiert zunächst, dass er sich so sehr Turandot zuwendet.
Aber sie braucht Calafs Liebe viel not-wendiger, weil sie erst dorthin geliebt und von ihrer tiefen Verletzung befreit werden muss, wo Liu schon ist.
An wen in der Bibel kann Liu erinnern?
Wer gibt aus selbstloser, demütiger Liebe
DEN ganz frei, damit er die erlösen kann, aus reiner Liebe, die es gar nicht verdienen?


4

0
 
 Geroni 26. April 2019 
 

Interessanter Kommentar!

Calaf: Fas Prinzip bedingungsloser Liebe, Christus ähnlich.
Was ist mit Liù, der Dienerin Calafs?
Sie gibt ihr Leben tatsächlich -aus wahrer, demütiger Liebe zu Calaf, also eine Märtyrerin?
Turandot aber, sie ist eine Verletzte, die das Schicksal ihrer Ahnin (Mißbrauch) trägt und sich nicht den Vielen - vielleicht der Vielgötterei?- überlassen will, die nur "ihr Bestes wollen". Nämlich das Reich, Geld und Macht. Turandot hat den Glauben an Liebe nie gekannt und Calaf lehrt es sie.


3

0
 
 gertrud mc 26. April 2019 
 

Genau das denke ich immer wenn ich diese Oper höre!

Calaf ist auch das Gegenstück zu Puccinis Pinkerton aus Madame Butterfly.
Der Prinz ist bereit eher für (die grausame) Turandot zu sterben, als sie zu zwingen.
Um sie aus ihrem inneren Gefängnis zur Liebe zu erlösen, während der Marineoffizier Pinkerton (die liebende) Cio-Cio-San seinem Egoismus opfert.


6

0
 

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Musik

  1. Kathedrale von Sheffield löst um „Inklusion“ willen traditionsreichen Kirchenchor auf
  2. Popstar Kelly Clarkson: Sie glauben an etwas Größeres als nur an sich selbst
  3. Lionel Richie: Ich bin so dankbar, dass Gott dich uns vorgestellt hat
  4. Gottesdienst ohne Singen ist wie Bundesliga ohne Ball
  5. Trotz Corona: Andrea Bocelli gibt Osterkonzert im Mailänder Dom
  6. „Es geht nur um Jesus den König! Amen“
  7. Wenn man mit einem Anbetungslied eine deutsche Casting-Show gewinnt!
  8. Junge Christin Claudia Emmanuela gewinnt "The Voice of Germany"
  9. Warum die Oper mit der Religion verbunden werden kann
  10. Jahre nach Whitney Houstons Tod steht ihr neuer Song in den Charts








Top-15

meist-gelesen

  1. Hamburger Erzbischof Heße meint: 'Christus ist nicht Mann geworden'
  2. Ein unheiliger Zorn von Bischof Bätzing
  3. Kardinal Koch: Papst hat seine Sorge über Deutschland geäußert
  4. Vatikanischer Kurienpräfekt Becciu verliert Kardinalsrechte
  5. Sizilien: Kirche der Heiligen Agatha verwüstet
  6. Bätzing: „Es gibt keine Tendenzen in irgendeiner Weise, uns als Nationalkirche abzuspalten“
  7. „Aus den Kirchen und ihren Amtsträgern waren bisher keine kritischen Stimmen zu hören“
  8. Woelki: „Ich bin gerne bereit mich auf einen Dialog über Lebenswirklichkeiten einzulassen“, aber…
  9. Klare Antwort von Bischof Overbeck: „Nein, für die Wandlungsworte ist das nicht denkbar“
  10. Eine nie dagewesene Glaubenskrise – hin zu einem Schisma?
  11. Kardinal Becciu verteidigt sich: Habe kein Geld unterschlagen
  12. "Warum die Ernennung von Amy Coney Barret wichtiger als 20 Kardinalsernennungen ist"
  13. "Haltet immer zum Papst, und ihr werdet Christus nie verlieren!"
  14. Kardinal Woelki befürchtet "dramatische Folgen" durch "Synodalen Weg"
  15. Bistum Regensburg/Marsch für das Leben: „Neu war, dass sich der Bayerische Rundfunk hergab…“

© 2020 kath.net | Impressum | Datenschutz