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Puccinis ‚Turandot’ und das österliche Triduum

26. April 2019 in Kultur, 5 Lesermeinungen
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Auf den ersten Blick scheint Puccinis Oper wenig mit dem Leiden Christi und der Erlösung zu tun zu haben. Eine tiefere Analyse zeigt aber erstaunliche Gemeinsamkeiten, schreibt Paul Joseph Prezzia.


Scranton (kath.net/jg)
Die Oper „Turandot“ des italienischen Komponisten Giacomo Puccini weist interessante Parallelen zum Leiden Christi und der Erlösung durch dessen Liebe auf. Paul Joseph Prezzia hat die 1926 uraufgeführte Oper für das CRISIS Magazine analysiert. (Link am Ende des Artikels)

Auf den ersten Blick scheine die Oper wenig mit Leiden, Tod und Auferstehung Christi zu tun zu haben, stellt Prezzia einleitend fest. Die Hauptperson Calaf, ein tatarischer Prinz, verliebt sich in die ebenso schöne wie grausame chinesische Prinzessin Turandot. Ihr Charakter spielt für ihn keine Rolle.

Calaf verlässt dann auch noch seinen alten Vater, der seine Unterstützung brauchen würde, um die drei Rätsel der Prinzessin zu lösen. Turandot hat bekannt gegeben, dass sie den fürstlichen Bewerber heiraten wird, der ihre Fragen richtig beantworten kann. Macht er einen Fehler, ist er zum Tode verurteilt.


Eine genauere Betrachtung zeige hier eine Gemeinsamkeit mit einigen Darstellungen der Liebe in der Bibel, fährt Prezzia fort. Das Alte Testament drücke die Liebe zwischen Mann und Frau oft mit Begriffen der Schönheit aus. „Schön bist du meine Freundin, ja, du bist schön“, heißt es im Hohelied (Vers 4,1).

Die in der Oper geschilderte Situation erinnere ihn auch an die – wörtlich – „rätselhafte“ Liebe Christi zu uns Menschen, die wir seiner Liebe unwürdig seien und ihn so oft zurückweisen. „Wir alle haben indirekt geschrien: ‚Kreuzige ihn’ während er uns mit seiner wunderbaren Lehre und seinen Wundern umworben hat“, schreibt Prezzia.

Ähnlich wie Christus sich in die Hand der Menschen gegeben habe, gebe sich auch Calaf in die Macht der Turandot und zwar gleich drei Mal. Er löst die drei Rätsel. Turandot versucht dann, von ihrem Gelübde befreit zu werden. Calaf will ihre Liebe gewinnen und nicht ihre Unterwerfung. Deshalb gibt er ihr sein Leben weitere zwei Mal in ihre Hand.

Am Ende der Oper gelingt es Calaf, Turandot für sich zu gewinnen. „Ich kenne den Namen des Fremden. Sein Name ist Liebe“, singt sie. Die Kehrtwendung der Prinzessin erscheine unrealistisch, gleiches gelte aber für die Bekehrung eines Menschen zu Christus am Ende seines Lebens. Es sei die bedingungslose Liebe Christi zu jedem Menschen, die solche Wunder möglich mache. Ähnlich sei die Liebe Calafs zu Turandot, der bereit sei, lieber zu sterben als die Prinzessin gegen ihren Willen zu heiraten.


Link zum Artikel von Paul Joseph Prezzia (englisch):

Glory to You, Love: Puccini’s Turandot and the Triduum


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