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Das Amt des Priesters: eine Gnade, die es zu betrachten gilt

19. September 2019 in Aktuelles, 4 Lesermeinungen
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Franziskus in Santa Marta: das Amt des Priesters darf nicht zur Funktion verkommen. Ein Fehlen an Betrachtung verursacht alle Abweichungen. Von Armin Schwibach


Rom (kath.net/as) Das Weiheamt – eine Gabe des Herrn, „der uns ansah und sagte: ‚Folge mir nach’“, dies noch bevor es ein Dienst sei, und gewiss sei es keine „Funktion“ oder ein „Arbeitsvertrag“. Viele Bischöfe und Priester konzelebrierten mit Papst Franziskus bei der heiligen Messe in der Kapelle des vatikanischen Gästehauses „Domus Sanctae Marthae“ am Donnerstag der vierundzwanzigsten Woche im Jahreskreis. Franziskus gedachte in seiner Predigt auch derer, die ihr 25. Weihejubiläum feierten. Besonders erwähnte der Papst auch den emeritierten Erzbischof von Ancona, Kardinal Edoardo Menichelli, der kurz vor seinem 80. Geburtstag steht.

Franziskus lud alle und auch sich selbst ein, über die erste Lesung vom Tag aus dem ersten Brief des heiligen Paulus an Timotheus nachzudenken (1 Tim 4,12-16) und sich dabei auf das Wort „Gabe“ sowie auf den Dienst als „Gnade“ zu konzentrieren. Dies solle nach dem Rat des Paulus an den Jünger in Betracht gezogen werden: „Vernachlässige die Gnade nicht, die in dir ist und die dir verliehen wurde, als dir die Ältesten aufgrund prophetischer Worte gemeinsam die Hände auflegten!“ (V. 14):

„Es ist kein Arbeitsvertrag: ‚Ich muss das tun’, das Tun steht im Hintergrund. Ich muss das Geschenk annehmen und es als Geschenk bewahren und von dort geht alles aus: in der Betrachtung des Geschenks. Wenn wir das vergessen, bemächtigen wir uns des Geschenks und verwandeln es in eine Funktion, wir verlieren das Herz des Dienstamtes, wir verlieren den Blick Jesu, der uns alle ansah und uns sagte: ‚Folge mir nach’, die Unentgeltlichkeit geht verloren“.

Der Papst warnte eindringlich vor einer Gefahr:

„Aus diesem Mangel an Betrachtung der Gabe, des Dienstamtes als Geschenk, entstehen all jene Abweichungen, die wir kennen, von den hässlichsten, schrecklichsten bis zu den alltäglichsten, die uns dazu bringen, unseren Dienst in uns selbst und nicht in der Dankbarkeit für die Gabe und in der Liebe zu dem zu zentrieren, der uns das Geschenk gegeben hat, das Geschenk des Dienstamtes“.

Eine Gnade, so Franziskus, der den Apostel Paulus zitierte: „die dir verliehen wurde, als dir die Ältesten aufgrund prophetischer Worte gemeinsam die Hände auflegten“, und die für die Bischöfe, aber auch „für alle Priester“ gelte. Der Papst betonte daher „die Bedeutung der Betrachtung des Dienstamtes als Geschenk und nicht als Funktion“. „Wir tun, was wir können“, stellte er klar, mit gutem Willen, Intelligenz, „auch mit List“, aber immer, um dieses Geschenk zu bewahren.

Die Zentralität einer Gabe zu vergessen sei eine menschliche Sache. Der Papst führte das Beispiel des Pharisäers an, der im heutigen Evangelium nach Lukas (Lk 7,36-50) Jesus in seinem Haus beherberge, wobei er „so viele Regeln der Aufnahme“ und die Gaben vernachlässige. Jesus mache ihn darauf aufmerksam, er verweise auf die Frau, die alles gebe, was der Gastgeber vergessen habe: das Wasser für die Füße, den Begrüßungskuss und die Salbung des Hauptes mit Öl:

„Da ist dieser Mann, der gut war, ein guter Pharisäer, aber er hatte das Geschenk der Höflichkeit vergessen, das Geschenk des Zusammenlebens, was auch ein Geschenk ist. Die Gaben werden immer vergessen, wenn ein gewisses Interesse dahinter steckt, wenn ich das tun und tun und tun will... Ja, wir müssen, die Priester, wir alle müssen Dinge tun, und die erste Aufgabe ist es, das Evangelium zu verkünden, aber es ist notwendig, es zu bewahren, den Mittelpunkt zu bewahren, die Quelle, der diese Mission entspringt, die genau das Geschenk ist, das wir unentgeltlich vom Herrn empfangen haben“.

So lautete dann das abschließende Gebet des Papstes an den Herrn:

„Dass er uns helfe, die Gabe zu bewahren, unser Diensamt in erster Linie als Geschenk und dann als Dienst zu betrachten“, um es nicht zu ruinieren „und keine Unternehmer, Geschäftsleute und so viele Dinge zu werden, die von der Betrachtung der Gabe und vom Herrn entfernen, der uns die Gabe des Dienstamtes gegeben hat“. Eine Gnade, um die Franziskus für alle bat, vor allem aber für diejenigen, die den 25. Jahrestag ihrer Priesterweihe feierten.

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Lesermeinungen

 lesa 20. September 2019 

Von Neubeginn zu Neubeginn

Die Lesungen u. das Evangelium stellen heraus, dass am Anfang ein große Gnade steht, die man nicht verdient hat, die dann allerdings nach der Antwort durch ganzen Einsatz der Person ruft. Der Hl. Paulus sagt in der Parallellsg (LJ 2): "Christus ist für unsere Sünden gestorben ... er ist auferweckt worden und erschien dem Jakobus, danach allen Aposteln. Als letztem auch mir ... Ich bin der geringste von den Aposteln; ich bin nicht wert, Apostel genannt zu werden, weil ich die Kirche verfolgt habe. Durch Gottes Gnade bin ich was ich bin, und sein gnädiges Handeln an mir ist nicht ohne Wirkung geblieben. Mehr als sie alle habe ich mich abgemüht - nicht ich, sondern die Gnade Gottes zusammen mit mir." (1 Kor 15,1-11)
Dazu das Evangelium v. der Sünderin, der der Herr vergeben hat u. die ihm nun glühende Verehrung schenkt.
In diesen Lesungen liegt auch die wunderschöne Hoffnung auf den Neuanfang, der auch den Amtsträgern und uns allen STETS geschenkt wird, wenn wir umkehren.


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 Chris2 20. September 2019 
 

@Stefan Fleischer @Montfort

Wie so oft sind die Worte des Papstes nicht ganz leicht zu deuten. Ich verstehe sie aber auch als Kritik am inhaltsleeren (und daher mit immer mehr und immer aggressiveren Ideologien gefüllten) Struktur- und Gremienkatholizismus deutscher Prägung, in man die Bedeutung von Begriffen wie "Gnade" oder "Transsubstantiation" nicht einmal mehr kennt und in der der Priester oft zu einem lästigen "Vorsteher" verkommen ist, der sich nur noch durch möglichst kreativen Aktionismus definieren kann. Leider teils auch vor sich selbst...


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 Stefan Fleischer 20. September 2019 

@ Monfort

Ich glaube, unser Heiliger Vater meint hier schon das Richtige. Alles, was wir von Gott erhalten, ist zuerst eine Gabe und eine Gnade, also auch das Sakrament der Weihe, aber auch all die anderen Aufgaben, welche Gott uns zuweist. Dessen müssen wir uns immer bewusst sein, damit wir nichts uns selber zuschreiben einerseits und damit wir immer mehr Gott für all seine guten Gaben danken. Es ist dann diese Dankbarkeit, welche uns antreibt, unseren Dienst mit seiner Hilfe bestmöglich zu erfüllen, im Falle der Weihe also uns ganz hinzugeben. Denn dass jemand das kann, auch das ist zuerst einmal Gnade, auf die wir mit unserem Bemühen antworten müssen.


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 Montfort 19. September 2019 

Eine seltsame Betrachtung...

"Dass er uns helfe, die Gabe zu bewahren, unser Dienstamt in erster Linie als Geschenk und dann als Dienst zu betrachten..." - und ich dachte, das Dienstamt in der Kirche, brauche Männer, die SICH hingeben und hinschenken für den Dienst Gottes an seiner Kirche, und sie seien so Gottes Geschenk für die Menschen.

Das Weiheamt ist doch "gratia gratis data" zugunsten anderer - nicht vorrangig für den Geweihten selbst, auch wenn er in der Ausübung seines Amtes selbst Gnade erhält und sich im Verschenken mitfreuen darf an dem, was Gott selbst durch ihn wirkt.


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