20 September 2019, 09:55
„Wenn ein ZDF-Journalist beim Kölner Domradio Hatespeech liefert“
 
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„Es ist anzunehmen, dass hier eine wohl überlegte Attacke gefahren wurde, ausgerechnet dort, wo der Kölner Kardinal Woelki der eigentliche Chef ist.“ Gastkommentar von Martin Lohmann

Köln (kath.net) Es ist ungeheuerlich, widerlich und primitiv. Aber es ist auch erhellend, oder sagen wir besser: entlarvend. Man kann sich ärgern, man kann sich wundern – oder aber man erkennt etwas Wesentliches. Wenn ein ehemaliger ZDF-Journalist, der sich als Katholik mit entsprechender Vergangenheit beim domradio in Köln, also beim Haussender des Kölner Erzbischofs, interviewen lässt und das liefert, was man heute als Hatespeech bezeichnet, dann ist das weder Zufall noch Irrtum.

Von jemandem, der eigentlich des Wortes nicht nur mächtig, sondern auch um dessen Bedeutung ebenso weiß wie um dessen Waffenfähigkeit, von jemandem, der die Verletzungskraft des Wortes wie dessen Vernichtungspotential kennt oder kennen müsste, diejenigen in der Kirche, die nicht seine eigene momentane Meinung teilen, als „Krebszellen“ diffamiert, kann man kaum einen Patzer und ein Versehen annehmen. Ebenso wenig Dummheit oder Unzurechnungsfähigkeit. Es ist also anzunehmen, dass hier eine wohl überlegte Attacke gefahren wurde, mit Berechnung, ausgerechnet dort, wo der Kölner Kardinal der eigentliche Chef ist.

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Ausgerechnet in dessen Sender, wohlwissend, dass dieser Kardinal vielen Katholiken Mut macht mit seiner unbeirrten Orientierung an Christus selbst und der kirchlichen Lehre. Manche nennen das, was letztlich nichts als katholisch ist, konservativ. Der einstige ZDF-Mann hält das für „überlebt“. Und diesen Irrsinn verbreitet das domradio – oder verbreitet der offensichtlich Intolerante über diesen katholischen Sender.

Nein, ein Zufall oder Unfall kann das nicht gewesen sein. Hier ist jemandem wohl die Maske vom Gesicht gerutscht, hinter der sich offenbar Wut und unchristliche Diskreditierungssucht verbergen. Und gerade deshalb ist dieses Skandalon eigentlich eine unfreiwillige Aufklärungsaktion. Denn es verrät viel über manche, die mit dem Begriff der Reform hantieren, aber statt einer re-formatio zu Christus hin einen Abbruch und eine Destabilisierung der Kirche wollen. Da stören diejenigen, die noch die Chuzpe besitzen, nach der Wahrheit zu fragen und noch daran erinnern, dass Jesus Christus der Sohn Gottes war und ist und keineswegs out sein kann mit seiner fordernden Botschaft der Erlösung, wozu auch Konsequenzen im Leben, die Zulassung der transzendenten Bestimmung und Anbetung sowie die Orientierung an Gott selbst gehören.

Christus hat sich keineswegs „überlebt“! Die Wahrheit, die allein frei macht, ebenso nicht. Denn Er ist die (!) Wahrheit, der (!) Weg und (!) das Leben. Wer sich an Ihm orientiert, mag als konservativ missverstanden und beschimpft werden, ist aber trotz aller mentalen Irritationen, die in manchen Köpfen durch die Bereitschaft zur lichtvollen Klarheit anderer aus purer Verzweiflung ausgelöst zu werde scheinen, beileibe kein Krebsgeschwür. Im Gegenteil. Hier schlummert das Potential zur Gesundung, zum Heil – wie das einmal gesagt wurde, als der Gottessohn noch Heiland genannt wurde.

Überlebt sind hingegen auch heute schon alle Versuche, mit Reform genannten Anpassungen an die Welt und deren Ideologien eine andere „Kirche“ zu basteln als die einzige Kirche Jesu Christi. Nur: Dass vieles von dem, was versucht wird und in irgendwelchen Prozessen auf den Weg gebracht wird, apriori eine Totgeburt sein wird, wissen viele von denen noch nicht, die sich als Macher dünken und verächtlich wie mancher ZDF-Mann auf andere herabschauen, um zugleich ihre völlig unchristliche Hassbereitschaft kundzutun.

Wer das – gar mit öffentlichem Tremolo – tut, macht zudem ein grundsätzliches Dilemma in der „deutschen“ Kirche offenkundig. Denn vielleicht ist nirgendwo sonst in der Kirche über Jahre hinweg so viel Papier bedruckt worden über Dialog und Dialogbereitschaft, vielleicht hat es nirgendwo sonst so aufwendige Tagungen und Aktionen zur Beschwörung des innerkirchlichen Dialogs gegeben wie hier. Und doch scheint neben dieser Theorie mit der selbstbenoteten Eins in der Praxis nichts als ein volles Ungenügend gegeben werden zu können. Diejenigen, die nicht so ticken wie die selbsternannten und sogenannten Reformer, werden erst gar nicht zum vermeintlichen Miteinander und Gesprächsprozess eingeladen. Man grenzt sie faktisch aus. Exklusion statt Inklusion. Von wegen Dialogbereitschaft!

Ob es dort eine panische Angst vor Argumenten und tief verwurzelter katholischer Glaubensdynamik sowie dem treuen Festhalten an dem Gottessohn und der von ihm treuhänderisch anvertrauten Wahrheit gibt? Wer weiß das schon! Eines kann man aber wohl sagen: Wer gläubige Katholiken, die nicht alles umdrehen und verändern wollen und keine neue Kirche erfinden möchten, wer also diejenigen, die eine erkennbar katholische Kirche, die eben nicht von der Welt, aber für die Welt – auch als Zeichen des Widerspruchs – ist, wollen, als Krebszellen bezeichnet, verrät, was er auf keinen Fall will: Dialog und Fairness. Solche Falschheit sollte sich so rasch wie möglich „überlebt“ haben. Insofern: Danke an das Kölner domradio, wo man sicher weiß, dass ein katholischer Kardinal nebenan sicher auch kein Krebsgeschwür ist – auch wenn er, zum Glück, an den richtigen (beziehungsweise „falschen“) Stellen als „Konservativer“ stört. Dass die Journalisten vom domradio unachtsam und unsensibel waren und der Hassrede auch noch die Ehre der Schlagzeile gaben (Zitat: Was es mit den Papstgegnern auf sich hat "Krebszelle in der Kirche"), war hoffentlich nur ein unüberlegter einmaliger Patzer und sollte verziehen werden.

Siehe dazu auch den kath.net-Artikel über das Domradio-Interview: „Konservative Katholiken sind ‚Krebszellen in der Kirche‘“

Pressefoto Martin Lohmann



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