Login




oder neu registrieren?



Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:









Top-15

meist-diskutiert

  1. Wozu brauchen wir die Kirche überhaupt?
  2. Erzbischof meint: Sie werden sonst in der Hölle landen!
  3. Diözese Linz: Gay-Fahne auf katholischer Kirche
  4. Weil sie beim Beten keine Maske tragen wollte
  5. Papst-Unterstützung für Synodalen Weg?
  6. Ich bin ein 'weißer Mann', aber deshalb knie ich mich nicht nieder
  7. R.I.P. Georg Ratzinger
  8. China-Dissident behauptet: China hat Vatikan-Schweigen gekauft
  9. Vatikanberaterin bringt "Kardinalskollegium mit Frauen" ins Spiel
  10. Neues Parteiprogramm der Grünen für Abtreibung und Gender-Ideologie
  11. Fridays For Future Weimar: „Die Polizei diskriminiert, mordet, prügelt, hehlt“
  12. Dümmer geht nimmer!
  13. Gender-Ideologie widerspricht Natur und Offenbarung
  14. Die Helden von Kalifornien
  15. Prozession zur Ehre des hl. Johannes erstmals seit 14. Jahrhundert verboten!

Italiens Kirche nach Urteil zu assistiertem Suizid alarmiert

30. September 2019 in Prolife, keine Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Verfassungsgericht in Rom erklärt Beihilfe zum Selbstmord unter bestimmten Bedingungen für nicht strafbar


Rom (kath.net/KAP) Die Italienische Bischofskonferenz ist alarmiert über ein Urteil des Verfassungsgerichts in Rom, das Beihilfe zum Selbstmord unter bestimmten Bedingungen für nicht strafbar erklärt hat. Die "Versuchung, mit Hilfe von Medizin mögliche Todeswünsche von Kranken" zu erfüllen, müsse zurückgewiesen werden, heißt es in einer Erklärung der Bischofskonferenz. Wörtlich schreiben die Bischöfe: "Unsere größte Sorge betrifft den indirekten kulturellen Druck, der sich aus diesem Urteil für kranke Menschen ergeben kann - als ob sie um ihrer Würde willen darum bitten müssten, getötet zu werden."

Sowohl Suizidbeihilfe als auch ein direktes Herbeiführen des Todes auf Wunsch anderer lehnte die Bischofskonferenz in ihrer Erklärung ab. Dies könne nie eine "würdevolle Entscheidung" sein. Die Bischöfe forderten das Parlament auf, "diesen Werten" bei der ausstehenden Überarbeitung des betreffenden Strafartikels 580 größtmöglich Rechnung zu tragen.


"Freie und bewusste Entscheidung"?

Zuvor hatte Italiens Oberstes Gericht am späten Mittwochabend geurteilt, Beihilfe zum Suizid sei "unter gewissen Umständen" nicht strafbar, wenn der Vorsatz zur Selbsttötung sich "autonom und frei gebildet hat". Dies gelte für Patienten mit lebenserhaltenden Maßnahmen, die von irreversiblen Krankheiten mit körperlichen und seelischen Leiden betroffen seien, die der Kranke für "untragbar" halte, sofern dieser in der Lage sei, "freie und bewusste Entscheidungen" zu treffen.

Hintergrund war der Fall des Politikers Marco Cappato (Partito Radicale), der den ab dem Hals gelähmten Musiker DJ Fabo im Februar 2017 in eine Schweizer Sterbehilfe-Klinik begleitet hatte und sich anschließend selbst anzeigte. Damit wollte Cappato eine Änderung der italienischen Rechtslage bewirken.

Vor einem Jahr entschied das Verfassungsgericht zu dem Fall, dass das in Italien geltende Gesetz zur Suizidbeihilfe bestimmten Situationen nicht Rechnung trage, in denen es um den Schutz verfassungsmäßiger Rechte und um eine Güterabwägung geht. Das Parlament bekam von den Höchstrichtern ein Jahr Zeit, den entsprechenden Strafrechtsartikel 580 zu überarbeiten. Da sich die Abgeordneten bislang nicht einigen konnte, entschied nun das Verfassungsgericht.

"Utilitaristische Sichtweise des Lebens"

Kritik am Urteil der Verfassungsrichter übte auch die katholische Organisation "Scienza & Vita" (Wissenschaft und Leben). Mit seiner "Entscheidung, bestimmte Situationen der Suizid-Beihilfe nicht zu bestrafen", gebe das Gericht einer "utilitaristischen Sichtweise des menschlichen Lebens" nach, erklärte der Vorsitzende Alberto Gambino am Donnerstag.

In seiner Konsequenz bedeute das Urteil, dass es "keine soziale Pflicht mehr gibt, immer und überall die Tötung eines Menschen zu verhindern", so Gambino. In seiner Entscheidung sei das Verfassungsgericht "vom Fall schwerer Behinderung" ausgegangen "und nicht von einer Situation unheilbarer Krankheiten", für die es bereits seit 2017 das Gesetz über das Lebensende gibt. Damit habe sich das Gericht "einer ideologischen Lesart" der Radikalen Partei angeschlossen. Gambino kritisierte, das Höchstgericht habe die kulturellen Auswirkungen seines Urteils auf die Gesundheitspraxis zu wenig Blick gehabt. Dazu gehöre leider auch der Faktor Kostenersparnis.

Die 2005 gegründete Organisation "Scienza & Vita" befasst sich mit Fragen des Lebensschutzes von künstlicher Befruchtung über Gentechnik, Sterbehilfe, Gender und Roboethik. Gegründet wurde sie auf Anregung des früheren Bischofskonferenz-Vorsitzenden Kardinal Camillo Ruini.

Copyright 2019 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten
- Symbolbild -


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Sterbehilfe

  1. Logische Konsequenzen der Freigabe der Abtreibung
  2. Vatikan bestätigt: Kliniken des belgischen Ordens sind nicht mehr katholisch!
  3. Österreichische Bischofskonferenz: Für umfassenden Lebensschutz!
  4. CDL fordert dringend ein "legislatives Schutzkonzept" bei Sterbehilfe
  5. Aktive Sterbehilfe? – Keine Antwort ist auch eine Antwort!
  6. Vatikan erkennt belgischen Ordens-Kliniken katholische Identität ab
  7. Kritik an Sterbehilfe an Demenzkranken in Niederlanden hält an
  8. Kritik an Sterbehilfe an Demenzkranken in Niederlanden hält an
  9. Die Logik der Suizidbeihilfe
  10. Ende der Gewissensfreiheit für Ärzte?








Top-15

meist-gelesen

  1. R.I.P. Georg Ratzinger
  2. Weil sie beim Beten keine Maske tragen wollte
  3. Diözese Linz: Gay-Fahne auf katholischer Kirche
  4. Erzbischof meint: Sie werden sonst in der Hölle landen!
  5. Wozu brauchen wir die Kirche überhaupt?
  6. Ich bin ein 'weißer Mann', aber deshalb knie ich mich nicht nieder
  7. Keine Veranlassung etwas zu ändern!
  8. Papst-Unterstützung für Synodalen Weg?
  9. Die Sprache der Engel
  10. Die Helden von Kalifornien
  11. China-Dissident behauptet: China hat Vatikan-Schweigen gekauft
  12. Washington DC.: Priester angegriffen und verletzt
  13. Dümmer geht nimmer!
  14. Neues Parteiprogramm der Grünen für Abtreibung und Gender-Ideologie
  15. „In dieser Stunde der Trauer…“

© 2020 kath.net | Impressum | Datenschutz