Login




oder neu registrieren?



Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:









Top-15

meist-diskutiert

  1. Was für ein Desaster!
  2. Ein unheiliger Zorn von Bischof Bätzing
  3. „Aus den Kirchen und ihren Amtsträgern waren bisher keine kritischen Stimmen zu hören“
  4. "Warum die Ernennung von Amy Coney Barret wichtiger als 20 Kardinalsernennungen ist"
  5. Mehr protestantisch brauchen wir nicht
  6. Deutscher Minister: Mehr Tote durch Lockdown als durch Coronavirus selbst
  7. Vatikanischer Kurienpräfekt Becciu verliert Kardinalsrechte
  8. Corona: Schönborn nimmt Politiker in Schutz gegen Vorwürfe
  9. Woelki: „Ich bin gerne bereit mich auf einen Dialog über Lebenswirklichkeiten einzulassen“, aber…
  10. Die lila „SafeAbortionDay“-Beleuchtung des Münchner Rathauses wurde kurzfristig verboten!
  11. Erzbischof Viganò: "Trump ist Verteidiger der christlichen Zivilisation"
  12. Bischof Bode entschuldigt sich: „Das hätte ich nicht sagen sollen“
  13. Apostolisches Schreiben Scripturae Sacrae affectus anlässlich des 1600. Todestages des hl Hieronymus
  14. „Luther-Straße“ – Kritik an Berliner Straßennamen
  15. Künstler aus Eritrea malt Kanzlerin Merkel als Mutter Teresa

Der Zölibat und das Märchen vom Priestermangel

1. November 2019 in Spirituelles, 2 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Die Zölibatsdiskussion sind Ausdruck einer Geistlosigkeit. Wenn die Kirche der Versuchung widersteht, den Zölibat abzuschaffen, gibt es wieder einen Aufschwung bei den Priesterberufungen. Ein Gastkommentar von Ignaz Steinwender


Salzburg (kath.net)
Derzeit gibt es viele Schlagzeilen von der Amazonassynode. Bischöfe, so heißt es zum Beispiel, verlangen Priesteramt für verheiratete Männer. In der Zölibatdiskussion, die auf eine lange Tradition (im Grunde genommen seit dem Beginn) zurückgeht, wird sehr häufig der Priestermangel als Ursache für die Forderung nach verheirateten Priestern angeführt.

Am Beginn des 19. Jahrhunderts gab es in deutschen Diözesen wie z. B. in Baden Zölibatsstürme und Antizölibatsvereine. Professoren wandten sich 1828 an den Bischof und verlangten eine Aufhebung des Zölibates u. a. mit der Begründung, dadurch könne man den Priestermangel beheben. Der Theologe Adam Möhler hat sich tiefgreifend mit dieser Frage auseinandergesetzt und festgestellt, dass die Begründung dieser Forderung mit dem Priestermangel nicht stichhaltig sei. Er meinte, dass die Professoren durch ihre Geistlosigkeit (die Zölibatsdiskussionen sind auch Ausdruck dieser Geistlosigkeit) Verursacher des Priestermangels seien. Die Professoren beklagten einen Zustand, an dessen Zustandekommen sie ursächlich beteiligt waren. Möhler verfasste eine „Beleuchtung der Denkschrift“, in der er auf den biblischen Ratschlag einging, den Zölibat in der Alten Kirche und äußere Einflüsse heidnischen, jüdischen und gnostischen Ursprunges betrachtete. Im Abschnitt „Theologie des Zölibates“ geht Möhler auf die Freiheit des Einzelnen und der Kirche, den Sieg über Natur und den Sieg über den Zeitgeist ein.


Möhlers fundierte Ausführungen über den Zölibat veranlassten ihn zu der Ansicht, dass es wieder viele Priesterberufungen geben werde, wenn die Kirche in der Zölibatsdiskussion klar bleibe, den Versuchungen des Zeitgeistes widerstehe und generell am Zölibat festhalte. Seine Vorhersage ging in Erfüllung. Die Kirche ließ sich nicht vom Meinungsdruck beeinflussen, hielt stand, und es gab in der Folge wieder einen großen Aufschwung bei Priesterberufungen.

Die Ausführungen von Adam Möhler sind als Buch 2011 erschienen und können im Internet (Johann Adam Möhler, Vom Geist des Zölibates, Hrsg. und mit einem Nachwort versehen von Dieter Hattrup) nachgelesen werden.

In diesem Zusammenhang sind auch die Ausführungen des Heiligen Johannes Chrysostomus zum Tagesevangelium vom 29. Oktober über den Sauerteig interessant (Lk 13,18-21).

Der Herr erzählt dann das Gleichnis vom Sauerteig. „Wie der Sauerteig seine unsichtbare Kraft an die ganze Teigmasse weitergibt, so wird die Kraft des Evangeliums durch den Dienst meiner Apostel die ganze Welt verwandeln […] Sagt mir nicht: ‚Was können wir tun, wir zwölf elenden Sünder, angesichts der ganzen Welt?‘ Genau darin besteht der enorme Unterschied zwischen Ursache und Wirkung: der Sieg einer Handvoll Männer gegenüber der Menge ist es, der den Glanz eurer Macht aufstrahlen lässt. Verwandelt nicht der Sauerteig die ganze Masse dadurch um, dass man ihn – wie das Evangelium sagt – dem Teig untermischt, ihn darin geradezu versteckt? So werdet ihr, meine Apostel, indem ihr euch unter die Völkermassen mengt, diese mit eurem Geist durchdringen und über eure Gegner triumphieren. Während der Sauerteig in der Masse verschwindet, verliert er nicht seine Kraft. Im Gegenteil, er verändert die Natur des gesamten Teiges. So wird eure Verkündigung alle Völker verändern. Seid also voller Zuversicht“ […]

Christus ist es, der dem Sauerteig eine solche Kraft gibt […] Macht ihm also nicht zum Vorwurf, seine Jünger seien zu gering an Zahl: Es ist die Kraft der Botschaft, die groß ist […] Ein Funke genügt, um einige trockene Holzscheite in eine Feuersbrunst zu verwandeln, die dann sogar das ganze grüne Holz rings umher entzündet. (Hl. Johannes Chrysostomus, Priester in Antiochia und später Bischof von Konstantinopel, Kirchenlehrer)

Ignaz Steinwender ist Pfarrer und Dekan im Zell am Ziller in der Erzdiözese Salzburg



Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

 H.v.KK 6. November 2019 
 

H.v.KK

Schwerwiegender als der angebliche Priestermangel ist der Mangel an Glaube!!!!Gott sei Dank gibt es Heiligenkreuz!


1

0
 
 FIDES72 2. November 2019 
 

Die Mär vom Priestermangel..

Der derzeitige Priestermangel ist vielfach "hausgemacht", denn viele Priesterseminare betreiben schon seit Jahren eine Selektion ihrer (künftigen) Kandidaten, indem sie potentiellen Kandidaten "die Türe vor der Nase zumachen", weil diese nach ersten "Sondierungsgesprächen" mit dem Regens etc. nicht in das derzeit herrschende "politisch-korrekte" (d.h. ökologisch-humanitäre, links-grüne) Kirchen(denk)Schema passen !
Als fadenscheinige Begründung für die Ablehnung eines Kandidaten wird z.B. das "mangelnden Charisma" angeführt, welches der mögliche Kandidat angeblich nicht mitbringt, doch in Wahrheit scheitert die Aufnahme eines interessierten Bewerbers ins Priesterseminar schlichtweg daran, dass er von den "Oberen" für (zu) konservativ, traditionell und somit als "ewig-gestrig"und rückständig befunden wird und damit unerwünscht ist. Ende der Geschichte. Berufung hin oder her..


10

0
 

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Zölibat

  1. Marketz möchte den Zölibat 'freistellen'
  2. Kurienkardinal Ouellet: "Viri probati" lösen Priestermangel nicht
  3. "Ich bin ein solcher verheirateter Priester“
  4. Kardinal Ruini gegen Priesterweihe für verheiratete Männer
  5. Schönborn: Grundform des priesterlichen Dienstes bleibt zölibatär
  6. Winibald Müller: Ende des Pflichtzölibats durch Synode eingeläutet
  7. Marx behauptet: "Zölibat wird nicht abgeschafft"
  8. Ratzinger-Schülerkreis fordert Beibehaltung des Zölibats
  9. Italienischer Priester mit sieben Kindern begeht 100. Geburtstag
  10. Heiligenkreuzer Abt Heim gegen Aufhebung des Zölibats








Top-15

meist-gelesen

  1. Ein unheiliger Zorn von Bischof Bätzing
  2. Vatikanischer Kurienpräfekt Becciu verliert Kardinalsrechte
  3. Sizilien: Kirche der Heiligen Agatha verwüstet
  4. Was für ein Desaster!
  5. "Warum die Ernennung von Amy Coney Barret wichtiger als 20 Kardinalsernennungen ist"
  6. „Aus den Kirchen und ihren Amtsträgern waren bisher keine kritischen Stimmen zu hören“
  7. Woelki: „Ich bin gerne bereit mich auf einen Dialog über Lebenswirklichkeiten einzulassen“, aber…
  8. Mehr protestantisch brauchen wir nicht
  9. KOMMEN SIE MIT! Romreise zu Ostern 2021 mit Bischof Marian Eleganti
  10. Die lila „SafeAbortionDay“-Beleuchtung des Münchner Rathauses wurde kurzfristig verboten!
  11. Kardinal Becciu verteidigt sich: Habe kein Geld unterschlagen
  12. Kardinal Woelki befürchtet "dramatische Folgen" durch "Synodalen Weg"
  13. Trump nominiert die praktizierende Katholikin Amy Coney Barrett für den Supreme Court
  14. Erzbischof Viganò: "Trump ist Verteidiger der christlichen Zivilisation"
  15. Corruptio optimi pessima – Die Entartung des Besten führt zum Schlimmsten

© 2020 kath.net | Impressum | Datenschutz