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Kurienkardinal Ouellet: "Viri probati" lösen Priestermangel nicht

9. Dezember 2019 in Weltkirche, 10 Lesermeinungen
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Präfekt der vatikanischen Bischofskongregation schlägt Synodenversammlung der Gesamtkirche vor, die sich nur mit dem Priesteramt befassen soll


Madrid (kath.net/KAP) Kurienkardinal Marc Ouellet, Leiter der Bischofskongregation im Vatikan, hält sogenannte Viri probati für kein geeignetes Mittel gegen den Priestermangel. Bei der Amazonien-Synode im Oktober habe er gegen einen entsprechenden Vorschlag im Abschlussdokument gestimmt, ältere Familienväter in Ausnahmen zu Priestern zu weihen, sagte Ouellet dem spanischen Magazin "Vida Nueva" (Online-Ausgabe). In diesem Punkt habe ihn die Synode enttäuscht.


Ouellet (75), der aus Kanada stammt und etliche Jahre in Lateinamerika lebte, räumte ein, es gebe "einen Pessimismus bezüglich der Fähigkeit dieser Kulturen, den Zölibat zu leben". Dies sei "ein kolonisierendes Vorurteil, das ich nicht teile", so der Kardinal weiter. Bei der Amazonien-Synonde hatten einzelne Teilnehmer, darunter ihnen der aus Österreich stammende Amazonas-Bischof Erwin Kräutler, erklärt, das ehelose Leben eines Priesters werde in den Kulturen der Region nicht verstanden.

Ouellet schlug eine eigene Synodenversammlung der Gesamtkirche vor, die sich nur mit dem Priesteramt befassen solle. Dabei müsse auch über den Zölibat gesprochen werden. Dieser trage zur missionarischen Kraft der lateinischen Kirche bei. "Warum [sollen wir] andere Gemeinschaften imitieren, die weniger missionarisch sind, weil sie eine andere Auffassung vom Priestertum haben?", fragte Ouellet.
Unmittelbar vor der Synode hatte er ein Buch veröffentlicht, das sich dieser Frage widmet. Er hoffe, so der Kurienkardinal, dass das nachsynodale Schreiben des Papstes zur Amazonien-Synode "mehr biblische Grundlagen hat als das Abschlussdokument".

Copyright 2019 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten


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Lesermeinungen

 Konrad Georg 10. Dezember 2019 
 

Ich fürchte, der Kardinal hat etwas übersehen.

Schon um 1970 herum gab es eine Synode, die einstimmig - oder nicht ganz - beschloß, den Zölibat abzuschaffen. Nur der Papst verhinderte das.
Und der jetzige?


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 Ehrmann 9. Dezember 2019 

Wenn der Leiter der Bischofskongregation sich schon so zur Weihe von viri probati Stellung nimmt ...

vielleicht ist er auch ansprechbar, wenn man ihm die Aussage des designierten Bischofs von Kärnten vor Augen führt, wie sie heute von Kathnet veröffentlicht wurde? Das könnte doch eine Möglichkeit sein, diese Bischofsweihe noch zu verhindern - wie es bei Bischof Wagner auch noch vor dem Weihevollzug der Fall war?


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 lesa 9. Dezember 2019 

Hirtenwort

Es ist sehr dankenswert, dass Kardinal Quellet das ausspricht.


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 Ulrich Motte 9. Dezember 2019 
 

Labrador /Bernardo

Sie irren sich: Wenn ich hier Evangelikale erwähne, tue ich nicht so, als ginge es immer nur um die, sondern korrigiere die, die ausweislich ihrer Äußerung hier direkt und indirekt so tun, als ginge es bei Protestanten immer nur um die sogenannten "evangelischen Volkskirchen". Wenn ständig in Bezug auf bayerische Parteien nur SPD und Grüne erwähnt werden, tut nicht der so, als gäbe es nur die CSU, der gelegentlich diese Aussage mit einem Hinweis auf die CSU ergänzt, oder? Nach meinen Informationen ist wohl die Mehrheit der Protestanten weltweit eher evangelikal (die Pfingstler rechne ich hier zu meinem Kummer dazu) und das gilt insbesondere in Lateinamerika. Was würden konservative Katholiken sagen, erwähnte jemand ständig nur die hier so heftig kritisierten katholischen Kreise als "DIE" katholische Kirche?
Im übrigen habe ich nicht gesagt (Bernardo),daß der Zölibat nicht missionarisch sei, sondern, daß ich mich dazu nicht äußerte, sondern - siehe Frage (nicht: Behauptung!)


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 hape 9. Dezember 2019 

Wenn Kardinal Marx die Geldkarte spielt,

interessiert niemanden mehr, was Kardinal Quellet denkt. Wer zahlt, bestimmt die Musik. Das gilt auch für Synoden, wie jüngst beim anatomischen Probelauf vor aller Augen durchdekliniert wurde.


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 Mr. Incredible 9. Dezember 2019 
 

Nochmal:

"Bei der Amazonien-Synonde hatten einzelne Teilnehmer, darunter ihnen der aus Österreich stammende Amazonas-Bischof Erwin Kräutler, erklärt, das ehelose Leben eines Priesters werde in den Kulturen der Region nicht verstanden"

Als Jesus die Ehelosigkeit um des Himmelreiches Willen als Möglichkeit eröffnete und vorlebte, wurde das von den Juden/Jüngern zuerst auch nicht verstanden. Es gab nur die Ehe, alles andere war ein Scheitern bezgl. des "seid fruchtbar und vermehrt euch"-Gebotes. Das war etwas grundlegend Neues.

Dass Kräutler und Konsorten das nicht vermitteln können, glaube ich gerne.
Dass die Völker in Südamerika das nicht verstehen können, nicht.

Kräutler&Co haben augenscheinlich selbst größte Schwierigkeiten damit, täglich eine persönliche und damit erfüllende Beziehung mit Jesus zu führen. Daher können sie dies auch nicht vermitteln. Sie haben es nie gelernt, was tragisch ist.


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 Bernardo 9. Dezember 2019 
 

missionarische Gemeinschaften

@Ulrich Motte,
ja, die von Ihnen genannten Gemeinschaften seh ich als sehr missionarisch an. Die wird Ouellet wohl auch nicht gemeint haben, eher ev. Volkskirchen in westlichen Ländern, ALtkatholiken oder auch Orthodoxe, die nicht typisch missionarisch sind. Zölibat ist auch kein Patentrezept, aber - wenn überzeugend gelebt im Sinne eines ungeteilten Einsatzes - sehr hilfreich für missionarisches Wirken. Die Apostel haben auch ihre Familien zurückgelassen...


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 Labrador 9. Dezember 2019 
 

Lieber Herr Motte - man kann es auch übertreiben!

Auch wenn es Ihnen unverständlich scheint, aber das weltweite Christentum besteht noch aus anderen Gruppen als den Evangelikalen und es gibt nicht nur das “Heute” sondern es gab auch ein “Gestern”, und so unglaublich es Ihnen scheinen mag, es gab sogar eine Zeit (und sogar Mission) vor den Evangelikalen.

Es geht also nicht immer und ausschließlich um Sie / Evangelikale oder Pfingstferien.


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 Ulrich Motte 9. Dezember 2019 
 

Frage, nicht Behauptung

Wen meint der Herr Kardinal mit Gemeinschaften, die "weniger missionarisch sind, weil sie eine andere Auffassung vom Priestertum haben"? Nach dem Zusammenhang kann es sich dabei (der anderen Auffassung) doch wohl nur um Gemeinschaften handeln ohne Bedingungszölibat? Das wären ja etwa die in Lateinamerika nicht unbedingt völlig unbekannten Evangelikalen und Pfingstler. Der Lateinamerika mit Sicherheit weit besser als ich kennende Herr Kardinal kann beurteilen, ob diese in Lateinamerika "weniger missionarisch" sind. Ich nehme hiermit in keiner Weise Stellung zur Frage, ob der Bedingungszölibat abgeschafft werden soll.


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 nazareth 9. Dezember 2019 
 

Wer schenkt dem Gehör... ?

Toll, dass ein ranghoher Kardinal sich so klar zu diesem offensichtlichen Falschweg zu Wort meldet. Und schade um die vielen Synoden, deren grundsätzliche Kraft, Vollmacht und deren Potential für eine seligmachende Kirche und deren Verkündigung verloren gehen..


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