Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. „Drohende Worte von Kardinal Roche: Besucht nicht die überlieferte lateinische Messe!“
  2. Freikirche oder katholische Kirche? Überlegungen eines Konvertiten
  3. Warum bei dem hohen Aufkommen an Bischöfen in Deutschland eine solch vehemente Entchristlichung?
  4. Am Grab des Petrus – Die diesjährige Romwallfahrt Ad Petri Sedem
  5. Steigende Zahl erwachsener Taufbewerber in ostdeutschen Städten, aber...
  6. „Menschen können die Kirche weder reformieren noch nach eigenem Gutdünken eine neue gründen“
  7. „Als Bischof ist es meine Pflicht, den Glauben der Kirche zu verkünden“
  8. Priester spendete bei Zugunglück in Spanien die Generalabsolution, tröstete Opfer und Angehörige
  9. Revision des Messbuchs geht in nächste Phase - Erprobung 2027 geplant
  10. „Wir werden erwartet“
  11. Nach Christus-Verhöhnung: CDU-Politikerin Bosbach legt Beschwerde gegen Jan Böhmermann ein
  12. Neuerlich umstrittene Ehrung durch Kardinal Cupich
  13. ‚Entschuldigung, aber … was?‘
  14. Auf zu den Friedhöfen! Wir bitten für unsere Verstorbenen um Gottes Gnade!
  15. Zisterzienserpater Isaak Maria Käfferlein aus Neuzelle: „Getauft sein reicht nicht!“

Ethikerin warnt vor Druck auf Ärzte bei Tötungswünschen

12. Jänner 2020 in Prolife, 1 Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


IMABE-Leiterin Kummer warnt vor Druck auf Ärzte in Ländern, in denen die Tötung auf Verlangen oder die Mitwirkung an einer Selbsttötung erlaubt ist - Studie berichtet über emotionale Erpressung und Zeitdruck bei niederländischen Ärzten.


Wien (kath.net/ KAP)
In jenen Ländern, in denen die Tötung auf Verlangen oder die Mitwirkung an einer Selbsttötung erlaubt ist, steigt der Druck auf Ärzte und Betroffene. Davor warnt die Geschäftsführerin des Bioethikinstituts IMABE, Susanne Kummer, in einer aktuellen Aussendung. Einerseits wollen Patienten mit einem "'rechtzeitigen Suizid" davor entgehen zur Last zu fallen, andererseits fühlen sich Ärzte bei Sterbehilfe-Anträgen unter Druck gesetzt. In Österreich hatte der Präsident der Österreichischen Ärztekammer, Thomas Szekeres, aktiver Sterbehilfe und der Beihilfe zum Suizid zuletzt eine klare Absage erteilt. Hintergrund war eine Klage im Juni 2019 von vier Personen beim Verfassungsgerichtshof gegen das Verbot der Beihilfe zum Suizid. Ein Urteil des VfGH wird im Frühjahr dieses Jahres erwartet.


"Wir haben Daten aus den Niederlanden, wo Hausärzte von emotionaler Erpressung durch die Patienten und Angehörigen berichten, damit sie den Sterbehilfeanträgen zustimmen", berichtete Kummer. Die Ethikerin rekurrierte dabei auf eine vom "Journal of Medical Ethics" publizierte Studie, die 36 Todesfälle durch Sterbehilfe in den Niederlanden analysiert, bei denen sich niederländischen Allgemeinmediziner unter Druck gesetzt fühlten.

Ärzte berichten in der Studie über Zeitruck und Druck durch emotionale Erpressung, aber auch durch Angehörige, sowie von Patienten, die mit Selbstmord drohten, wenn dem Antrag auf Sterbehilfe nicht stattgegeben wurde. In einigen Fällen drohte die Familie damit, den Patienten zu töten. Tötung auf Verlangen und Beihilfe zur Selbsttötung sind in den Niederlanden seit 2002 legal.

Britisches Höchstgericht gegen Suizidbeihilfe

Kummer verwies auch auf den Fall eines 63-jährigen Briten, Paul Lamb, dessen Antrag auf erneute gerichtliche Überprüfung des Verbots der Beihilfe zum Suizid vom Obersten Gerichtshof in London abgewiesen wurde, worüber auch "BBC-Online" berichtete. Höchstrichterin Elisabeth Laing argumentierte, dass eine Genehmigung eines assistierten Suizids in Ausnahmefällen den Schutz "höchst schutzbedürftiger Personen" aufheben würde. Die Mehrheit wolle sich nicht das Leben nehmen, wäre aber möglicherweise einem "Druck" ausgesetzt, dies zu tun.

Der Oberste Gerichtshof Großbritanniens hatte bereits 2014 in mehreren Fällen entschieden, dass ein Verbot der Beihilfe zum assistierten Suizid gerechtfertigt sei. Das Britische Parlament hatte sich daraufhin im Herbst 2015 mit einer Mehrheit gegen eine Legalisierung der Beihilfe zum Suizid und für den Schutz vulnerabler Personen ausgesprochen.

Der 63-jährige Lamb argumentierte in seinem Antrag, dass das derzeitige Gesetz, das die Beihilfe zum Selbstmord unter Androhung einer Freiheitsstrafe von bis zu 14 Jahren vorsieht, seine Menschenrechte verletzt. Der Brite ist seit 1990 nach einem Autounfall querschnittsgelähmt und auf 24-Stunden-Hilfe angewiesen. Sein Anwalt argumentierte, dass Lamb "noch viele Jahre unerträglichen Leidens" bevorstünden; Schuld daran seien die geltenden Gesetze, da ein schwerbehinderter Mensch sein Leben nicht selbst beenden könne, wenn er dies wünscht.

Copyright 2020 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich (www.kathpress.at) Alle Rechte vorbehalten


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

 Ehrmann 12. Jänner 2020 

Ärzte UND Patienten werden unter Druck gesetzt - das ist nicht neu.


1
 

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Abtreibung

  1. Neuerlich umstrittene Ehrung durch Kardinal Cupich
  2. Englische Lebensschützerin Vaughan-Spruce plädiert ‚nicht schuldig‘ bei Anklage wegen stillen Gebets
  3. 100. Stadt in den USA verbietet Abtreibungen
  4. US-Demokraten planen Abtreibung bis zur Geburt bei Wahlsieg im November
  5. USA: Frauen klagen Planned Parenthood wegen Druck in Richtung Abtreibung
  6. ‚Man kann nicht ‚Black Lives Matter‘ sagen, wenn das Leben schwarzer Babys nicht zählt‘
  7. US-Lebensschützer ändern Wortwahl nicht: Abtreibung ist Tötung eines Ungeborenen
  8. Argentinien tritt Lebensschutz-Koalition bei
  9. SPÖ-Ministerinnen fordern ‚Schutzzonen‘ um Abtreibungskliniken
  10. US-Senat bestätigt Todd Blanche als Justizminister – Pläne gegen Versandhandel mit Abtreibungspillen







Top-15

meist-gelesen

  1. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  2. Nach Christus-Verhöhnung: CDU-Politikerin Bosbach legt Beschwerde gegen Jan Böhmermann ein
  3. Medienpolitik: Bald verpflichtende Quote für öffentlich-rechtliche Inhalte in sozialen Netzwerken?
  4. Medjugorje: Erster Mariologie-Kongress mit Beteiligung des Vatikans
  5. Norwegen: Daniel (18) hielt Gott für einen Mythos – heute geht er jeden Sonntag in die Kirche
  6. Warum bei dem hohen Aufkommen an Bischöfen in Deutschland eine solch vehemente Entchristlichung?
  7. Nicht Anpassung, sondern Verwandlung. Was die Kultur dem Christentum verdankt
  8. Zisterzienserpater Isaak Maria Käfferlein aus Neuzelle: „Getauft sein reicht nicht!“
  9. Neuerlich umstrittene Ehrung durch Kardinal Cupich
  10. Neue Vatikan-Kommunikationschefin Montserrat Alvarado gibt Einblick in ihre Ideen
  11. „Alles wieder in den Urzustand versetzen“: Das Oxford Oratory wird wieder einen Hochaltar errichten
  12. Wenn das Scrollen in die Gnade eintaucht
  13. Äthiopien: Mehr als 60 Tote bei Angriffen auf Christen
  14. Venezuela: Machado kehrt zurück und besucht Marienheiligtum
  15. »Habt Mut: Ich habe die Welt besiegt!« (Joh 16,33)

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz