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'Lassen wir uns trösten vom Zeugnis des Vertrauens'

10. April 2020 in Deutschland, 2 Lesermeinungen
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Regensburger Bischof Voderholzer am Gründonnerstg: „Von guten Mächten wunderbar geborgen, erwarten wir getrost, was kommen mag. Gott ist bei uns am Abend und am Morgen und ganz gewiss an jedem neuen Tag.“


Regensburg (kath.net/pm)
„Von guten Mächten wunderbar geborgen, erwarten wir getrost, was kommen mag. Gott ist bei uns am Abend und am Morgen und ganz gewiss an jedem neuen Tag.“ Welche Zeilen wären passender in diesen Tagen als das Schutzengelgedicht von Dietrich Bonhoeffer. Der Regensburger Bischof Voderholzer hat am Gründonnerstag in der Messe vom letzten Abendmahl an den evangelisch-lutherischen Theologen erinnert. Die Feier im Regensburger Dom stand unter dem Zeichen der Corona-Pandemie. Ohne traditionelle Fußwaschung, ohne Prozession, dafür am Todestag Bonhoeffers.
Und der hat vor allem eines sehr genau gesehen: Unter Verzicht auf äußeren Halt kommt es auf eine persönliche innere Glaubenshaltung an. In seinem Schutzengelgedicht gibt der Märtyrer Bonhoeffer Zeugnis seines Vertrauens in Gott und seine Fürsorge – und das sei umso bewegender, so Bischof Rudolf Voderholzer in seiner Predigt, als er es mit gefesselten Händen im Gefängnis des Berliner Reichshauptquartieres zu Papier bringe. Er wisse sich dennoch von guten Mächten geborgen, die ihn behüten, komme, was da kommen wolle.

So zeigt sich im Schutzengelgedicht auch die Verbindung zum Gründonnerstag: In der dritten Strophe beschreibt Bonhoeffer sein Martyrium mit der Bilderwelt des Gründonnerstags, nämlich der Situation Jesu am Ölberg, als er Todesangst leidet: „Und reichst Du uns den schweren Kelch, den bittern/des Leids gefüllt bis an den höchsten Rand. So nehmen wir ihn dankbar ohne Zittern, aus Deiner guten und geliebten Hand.“
Vertrauen in diesen schweren Zeiten brauchen auch die vielen Menschen, die zurzeit caritative Dienste leisten. Bischof Rudolf hob ausdrücklich hervor, wie entscheidend die Dienste der christlichen Nächstenliebe sind, „in der gegenwärtigen Situation die vielleicht wichtigste Lebensäußerung der Kirche“.

Mit Respekt, Hochachtung und Dank wolle er an all diejenigen erinnern. Er stellte aber auch heraus, dass es nicht bei Worten und Gesten bleiben dürfe, sondern auch in der Nach-Corona-Zeit die Bereitschaft da sein müsse, mehr für diese so notwendigen Dienste zu bezahlen.

An die Predigt schließt sich am Gründonnerstag üblicherweise die Fußwaschung an, auf die heuer verzichtet wurde. Hierbei wäscht normalerweise während der Messfeier der Bischof einigen Personen aus dem Bistum zum Zeichen seines Dienstes die Füße und bezeugt damit sein Leben in der Nachfolge Christi. Die Fußwaschung erinnert an den letzten Abend Jesu in der Gemeinschaft mit seinen Jüngern, an dem er ihnen die Füße wusch mit der Aufforderung, es ihm gleichzutun: „Ich habe euch ein Beispiel gegeben, damit auch ihr so handelt, wie ich an euch gehandelt habe“ (Joh 13,15).

Am Gründonnerstag erinnert die Kirche außerdem an die Einsetzung der Eucharistiefeier: Diese geht auf das letzte Abendmahl Jesu zurück, das an diesem Tag gefeiert wird. Damit beginnt das sogenannte „Triduum sacrum“, die drei heiligen Tage. Sie umfassen das Gedächtnis vom Leiden und Sterben Christi, der Grabesruhe und der Auferstehung Jesu Christi. In Erinnerung an die Nacht Jesu auf dem Ölberg endet der Gottesdienst nicht mit dem Schlusssegen, sondern es schließt sich eine Nacht des Gebets an. In diesem Jahr ging die Einladung an alle Zuschauer, zu Hause eine private Ölbergandacht zu feiern.


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