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'Jesus ist da – und Jesus bleibt da!

10. April 2020 in Spirituelles, 1 Lesermeinung
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Der apostolische Administrator und ernannte Bischof Bertram Meier bei Karfreitagsliturgie in Augsburg: "Er ist für uns gestorben, damit wir im kleinen und großen Sterben des Alltags nicht allein bleiben"


Augsburg (kath.net/ pba).
Bei der heutigen Karfreitagsliturgie in der Kapelle des Bischofshauses hat der ernannte Bischof und Apostolische Administrator Bertram Meier auf die vielen „Gekreuzigten“ in der derzeitigen Corona-Krise hingewiesen. Den Kreuzen des Lebens hat er die bleibende, stets währende Nähe und Liebe Jesu Christi als tragende Zeichen der Hoffnung gegenübergestellt.

Allen Menschen, die durch das Corona-Virus direkt oder indirekt betroffen sind, sprach Bischof Bertram in seiner Predigt Hoffnung und Zuversicht zu. Jesus mache keinen Bogen um unser Elend, unsere Angst, unsere Armseligkeit und Sterblichkeit. „Wo wir selbst den geliebtesten Menschen allein den Weg gehen lassen müssen, da ist uns Jesus vorausgegangen und hat uns durch sein Sterben die letzte Einsamkeit genommen. Er ist für uns gestorben, damit wir im kleinen und großen Sterben des Alltags nicht allein bleiben.“ Dies solle vor allem jenen Trost spenden, die einen Freund oder Verwandten in der Intensivstation oder beim Sterben alleine lassen müssten. „Jesus ist da – und Jesus bleibt da. Der Schmerzensmann mit Dornenkrone ist stärker als Corona!“, betonte der ernannte Bischof.

Die Bedeutung des Kreuzes werde den Menschen heuer in ganz besonderer Weise vor Augen gestellt, sagte er und wies auf die zahlreichen „Gekreuzigten“ in unserem Umfeld hin: „in der großen und kleinen Welt, den Familien, im Freundeskreis und den Gemeinden.“ Wie die klagenden Frauen, die den Kreuzweg Jesu gesäumt hätten, so spürten auch viele Menschen in der derzeitigen Situation Ohnmacht und das Gefühl nichts tun zu können. Diesem Leiden, das Pläne jäh durchkreuze, könne nur schwerlich ein Sinn abgewonnen werden, gab Bischof Bertram zu. Mit einem Bild der Kletterpflanze, das ihn an seine Studienzeit in Rom erinnere, stellte er den Gläubigen jedoch gleichzeitig ein Hoffnungssignal entgegen: Unser Leben sei wie eine Kletterpflanze, die auf dem Fenstersims nach und nach am Kreuz emporranke. „,Wachsen können‘ am Kreuz – das ist die Predigt der Kletterpflanze: ein Bild für unser Leben, das dem Kreuz Corona nicht ausweichen kann“.

Die Nähe Jesu Christi zu den Menschen sei spür- und erfahrbar in der Güte und Liebe, die Menschen einander schenkten. „Was für Jesus Freundschaft und Liebe heißt, erkennen wir am Kreuz“, so Bischof Bertram. Keiner solle deshalb mehr sagen müssen: Ich habe niemand. Jesus sei für uns gestorben, damit wir mit ihm und bei ihm ewig leben. „Damit unser Leben miteinander die Tiefe des göttlichen Lebens gewinnt. Damit wir erkennen, wo Freundschaft und Liebe ihr göttliches Maß und Ziel haben. ‚Eine größere Liebe hat niemand, als wer sein Leben hingibt für seine Freunde.‘ Das feiern wir heute am Karfreitag.“





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Lesermeinungen

 Stefan Fleischer 10. April 2020 

Fehlt da nicht etwas?

«Er ist für uns gestorben, damit wir im kleinen und großen Sterben des Alltags nicht allein bleiben.»
Im Religionsunterricht meiner Jugend hiess es noch, Christus, der Herr «habe sich für uns hingegeben, um uns von aller Schuld zu erlösen und sich ein reines Volk zu schaffen, das ihm als sein besonderes Eigentum gehört und voll Eifer danach strebt, das Gute zu tun.» (Tit 2,14) Gerne wurde auch Psalm 130,8 zitiert: «Ja, er wird Israel erlösen / von all seinen Sünden.» oder Mt 1,21 «Sie wird einen Sohn gebären; ihm sollst du den Namen Jesus geben; denn er wird sein Volk von seinen Sünden erlösen.» Deswegen wurde auch die Eucharistie das Heilige Messopfer genannt.

Sünde, Opfer, Erlösung. Für mich gehören diese Begriffe immer noch zentral gerade zum Karfreitag. Natürlich muss man «voll Eifer danach zu streben, das Gute zu tun» Aber darf man deswegen den Rest einfach ausklammern?


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