Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Brasilianischer Erzbischof droht Teilnehmern an der Alten Messe Exkommunikation an
  2. Österreich: Liturgische Kommission wirbt für Kommunion in beiderlei Gestalt
  3. Ist die Zeit der Barmherzigkeit bald vorbei? Stehen wir kurz vor der Zeit des Gerichts?
  4. Möge die Versöhnung der Kirche in Deutschland gelingen
  5. "Alle Iraner feiern. Die schlimmsten Menschen der Welt weinen"
  6. Um Gottes willen: „die Waffen nieder“ – Kardinal Brandmüllers Ruf zur liturgischen Vernunft
  7. Ab Juli müssen Besucher Eintritt für den Kölner Dom bezahlen
  8. Toni Faber und der Zölibat - Beschwerdewelle gegen Wiener Dompfarrer
  9. Ein Gott, der nichts mehr verlangt
  10. Der Apostolische Stuhl und die FSSPX: Wenn Extreme sich berühren
  11. „Gemeinnutz vor Eigennutz“: Bischof erntet Kritik für NS-Vergleich in Richtung AfD
  12. Papst antwortet auf Leserbrief eines Atheisten
  13. 'Ein Katholizismus ohne Beichte ist wie ein Krankenhaus ohne Medikamente'
  14. "Mit Hitler hat es keinen vernünftigen, authentischen und verantwortungsvollen Dialog gegeben!"
  15. Kärntner Ordinaritaskanzler: Rechthaberei in der Kirche überwinden

Und dennoch ist es Ostern

13. April 2020 in Kommentar, 3 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Man hat gesehen, dass die Klagen vor weltlichen Gerichten gegen Gottesdienstverbote nicht zuletzt daran gescheitert sind, dass die Hirten der Kirche dem Staat vorauseilend gehorchten. Darüber wird noch zu reden sein Montagskick v. Peter Winnemöller<


Linz (kath.net)
Ostern ausgesperrt zu sein ist schon eine harte Nummer. Da legt sich ein Schleier über die Osterfreude, den auch das schöne Wetter kaum zu lichten vermag. Livestreams sind kein Ersatz für die leibliche Präsenz. Das Gebet in der Kammer ersetzt nicht die Liturgie. Und dennoch ist Ostern. Die kosmologische Dimension von Ostern kann einem erst so richtig bewusst werden, wenn man sich klar macht, dass Ostern auch dann wäre, wenn kein einziger Mensch auf der Welt daran denken würde. Ostern ist ein Geschehen, das weit über unsere Zeit und über die Möglichkeiten unseres Geistes hinaus geht.

Vielleicht erklärt das die albernen Piktogramme, die das Bistum Münster auf Facebook präsentierte. Sie wurden mit Ausdruck des Bedauerns zurückgenommen, weil man angeblich Gefühle verletzt hat und die Kritik daran zu polemisch war. Schade eigentlich.

Diese Weicheinummern, nachdem man sich erst aus dem Fenster gelehnt hat, helfen uns auch nicht weiter. Warum steht man nicht dazu, von Ostern überfordert zu sein und es sportlich (Workout) nehmen zu wollen. Die Pressestelle Münster hätte statt um Entschuldigung für die albernen Piktiogramme zu bitten, einfach zugeben sollen, sorry Leute, wir sind von dem Geschehen an den Kar- und Ostertagen total überfordert.

Das hätte mal eine Sympathiewelle gegeben. Denn wer ist nicht davon überfordert? Der Schöpfer wird seinen Geschöpfen nicht nur gleich, sondern nimmt alle Last der Schöpfung auf sich trägt unser Kreuz, stirbt einen grausamen Tod und überwindet damit den Tod und die Welt ist erlöst. Über diesen locker aus der Tastatur geflossenen Satz sind ganze Bibliotheken geschrieben worden, ohne es je in voller Tiefe verstanden zu haben.

Darum ist eine Überforderung durch Ostern eigentlich nicht das Problem. Das Problem ist, es nicht einsehen zu wollen.

In dieser Krisenzeit ist es noch krasser, erschöpft sich unser Ostern doch neben Livestream und privatem Gebet in diesem Jahr in bunten Bildern auf Facebook, in Grüßen über Messengerdienste oder Halleluja- Tweets. Diese zuweilen gedämpfte Osterfreude mit gekappten Traditionen bringt ein mattes Licht in die trostlosen Tage der Krise, die, wenn der Shutdown endet, ihre wahre Dimension erst zeigen wird.

In der Kirche wird sich zeigen, ob die letzten treuen zehn Prozent zurückkommen. Die Kirche hat ihre Systemrelevanz aufgegeben. Die Glaubenspraxis wurde privatisiert. „Ich war im Kölner Dom, ich im Vatikan, ich in Südafrika.“ So mancher ehemalige Dorfpfarrer wird zum Videostar. Bislang hörte ihm keiner zu, jetzt ist er im Fernsehen. Zugriffszahlen auf Youtube ersetzen den Zählsonntag.

Auch dieser Aspekt der Krise wird später einzufangen sein. Wer Kathedralliturgie mit Bischof, Starorganist und Chor von Weltrang haben kann, wird kaum je wieder in die Dorfkirche wollen. Keiner kann wissen, ob es wir in der Osterzeit dieses Jahres überhaupt noch einmal eine Messe werden feiern können.

Man hat gesehen, dass die Klagen vor weltlichen Gerichten gegen Gottesdienstverbote nicht zuletzt daran gescheitert sind, dass die Hirten der Kirche dem Staat vorauseilend gehorchten. Darüber wird noch zu reden sein!

Ostern ist schon in normalen Zeiten eine Überforderung. In Zeiten der Krise bringt es einen bis an den Rand und darüber hinaus. Ostern wird es auch, wenn es keiner wahrhaben will. Ostern wird es ohne Traditionen und Ostern wird es, wenn an uns schon lange keiner mehr denkt. Ostern wird es auch in Zeiten von Corona. Der Herr bleibt nicht im Grab, unsere Erlösung ist getan, auch wenn wir die Mühsal der Zeit noch zu tragen haben.

Christus resurrexit, alleluia ! --- Resurrexit vere, alleluia!
Allen Lesern des Montagskick wünsche ich eine gesegnete Osterzeit!




Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Montagskick

  1. Möge die Versöhnung der Kirche in Deutschland gelingen
  2. Der Tod der Theologie in Deutschland
  3. Ein neuer Beginn in der DBK ist möglich
  4. Synodaler Weg führte zu Streit und Verwerfung
  5. MEHR hippe Missionare in Augsburg
  6. Bischöfliche Spökenkiekerei zum Jahreswechsel
  7. Die Skandalchristmette im SWR verstört und verärgert
  8. Hippe Missionare sind brandgefährlich
  9. Bischof sein in Opferperspektive
  10. Ein entscheidungsrelevantes „We shall see“ zur Synodalkonferenz







Top-15

meist-gelesen

  1. kath.net ISLAND REISE im JULI 2026 - ANMELDUNG nur mehr bis 25. MÄRZ möglich!
  2. Oktober 2026 - Wunderbares SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  3. Toni Faber und der Zölibat - Beschwerdewelle gegen Wiener Dompfarrer
  4. "Alle Iraner feiern. Die schlimmsten Menschen der Welt weinen"
  5. "Europa hat die Gefahr der islamischen Republik Iran noch immer nicht begriffen"
  6. "Mit Hitler hat es keinen vernünftigen, authentischen und verantwortungsvollen Dialog gegeben!"
  7. Um Gottes willen: „die Waffen nieder“ – Kardinal Brandmüllers Ruf zur liturgischen Vernunft
  8. Ist die Zeit der Barmherzigkeit bald vorbei? Stehen wir kurz vor der Zeit des Gerichts?
  9. Möge die Versöhnung der Kirche in Deutschland gelingen
  10. Brasilianischer Erzbischof droht Teilnehmern an der Alten Messe Exkommunikation an
  11. Der Apostolische Stuhl und die FSSPX: Wenn Extreme sich berühren
  12. 'Ein Katholizismus ohne Beichte ist wie ein Krankenhaus ohne Medikamente'
  13. Österreich: Liturgische Kommission wirbt für Kommunion in beiderlei Gestalt
  14. Ein Gott, der nichts mehr verlangt
  15. „Gemeinnutz vor Eigennutz“: Bischof erntet Kritik für NS-Vergleich in Richtung AfD

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz