Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Emeritierter Kurienkardinal Sarah: „Riten können nicht willkürlich abgeschafft werden“
  2. „Sehr geehrter Herr Erzbischof Koch, mit großer Verwunderung haben wir Ihr Statement zum CSD…“
  3. Was interessiert mich das Geschwätz von Rom...
  4. Wenn sich Gratismut in Angst verwandelt
  5. Erschütterndes Beispiel für die Kultur des Todes: Seniorin wurde gegen ihren Willen euthanasiert
  6. Bußgeldverfahren gegen Schüler nach Weigerung an LGBT-Workshop teilzunehmen
  7. Katholiken fordern Exkommunikation der „katholischen“ US-Gouverneurin Maura Healey
  8. Katholische Beerdigung für italienischen Gitarristen wurde abgesagt, weil er Freimaurer war
  9. "Ich würde Kinderbetreuung nicht als Arbeit sehen, sage ich Ihnen ganz ehrlich"
  10. Das Kirchenjahr als Weg durch die Heilsgeschichte. Dem Gottesdienst soll nichts vorgezogen werden!
  11. Frust beim Klima-Kleber-Jesuiten
  12. ‚Waldbrände in der Kurie‘
  13. Influencerin bezeichnet Trans-Politiker als Mann: zu zwei Jahren Hausarrest verurteilt
  14. Edith Stein – Ave, Crux, spes unica
  15. Deutschland: Katholische Kirche verzeichnet mehr Erwachsenentaufen trotz Mitgliederrückgang

Kardinal Müller: Bischöfe dürfen öffentliche Messen nicht verbieten

9. Mai 2020 in Weltkirche, 8 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Der ehemalige Präfekt der Glaubenskongregation kritisierte eine ‚verbürgerlichte, säkularisierte Kirche’, deren Hirten die Gesundheit und nicht das Reich Gottes an die erste Stelle setze.


Rom (kath.net/lifesitenews/jg)
Gerhard Ludwig Kardinal Müller, der ehemalige Präfekt der Glaubenskongregation, hat in einem Interview mit La Nuova Bussola Quotidiana das Verbot öffentlicher Messen in vielen Diözesen kritisiert. (Siehe Link am Ende des Artikels) Die Kirche sei keine Erfüllungsgehilfin des Staates, kein Bischof habe das Recht, die Eucharistie den Menschen auf diese Weise vorzuenthalten.

Es sei eine Sache, Vorsichtsmaßnahmen durchzuführen, um Infektionen zu verhindern. Etwas anderes sei es aber, die öffentliche Teilnahme an der Liturgie ganz zu verbieten. „Unser oberster Hirte ist Jesus Christus, nicht (Italiens Ministerpräsident, Anm. d. Red.) Giuseppe Conte oder ein anderes Staatsoberhaupt“, sagte Müller wörtlich.


Das öffentliche Gebet sei deshalb wichtig, weil damit zum Ausdruck gebracht werde, dass alles von Gott abhänge. Als endliche Geschöpfe wüssten die Menschen nicht genau, was Gott direkt wirken werde und was von uns abhänge. Hier komme das Gebet ins Spiel, unsere Bitte an Gott, die Herausforderungen des Lebens zu bewältigen und dabei die transzendentale Dimension nicht aus den Augen zu verlieren. Die Kirche habe die Aufgabe, den Gläubigen die Bedeutung des Leidens entsprechend dem Evangelium zu erläutern. Ein Verbot öffentlicher Liturgien weise in die andere Richtung.

Über Internet oder Fernsehen übertragene Messen seien kein vollwertiger Ersatz für die Mitfeier der Messe, betonte Kardinal Müller. Gott habe uns als Wesen mit Leib und Seele geschaffen. Der Sohn Gottes habe selbst Fleisch angenommen. Die körperliche Präsenz bei der Messe sei daher für uns notwendig. „Gott braucht die Sakramente nicht, wir brauchen sie“, sagte Kardinal Müller wörtlich.

Er hob die besondere Bedeutung der Eucharistie hervor, die das zentrale Sakrament der Kirche sei. Sie sei nicht eine von vielen Formen der Liturgie, sondern alle Formen der Liturgie haben in der Eucharistie ihre Existenzgrundlage, sagte Müller.

Eine „verbürgerlichte, säkularisierte Kirche“ sei es, welche die Gesundheit an die erste Stelle rücke. Die Botschaft Jesu laute hingegen, zuerst das Reich Gottes zu suchen. Die Corona-Krise habe gezeigt, dass viele Hirten weltlich denken würden und sich als Vertreter eines sozialen religiösen Systems sehen würden und nicht als Hirten einer Kirche in enger Gemeinschaft mit Gott und den Menschen, kritisierte der Kardinal.

Gleichzeitig wandte er sich gegen jede Form des Fideismus, der Schutz vor Krankheiten nur aus dem Glauben erhofft und die Medizin für überflüssig halte. Das Vertrauen auf Gott sei kein Gegensatz zur Wertschätzung der Medizin. Die Medizin ersetze aber den Glauben und das Gebet nicht. Daher sei darauf zu achten, das Ansteckungsrisiko zu reduzieren.


Link zum Interview mit Kardinal Müller (englisch):

No Bishop has the right to prohibit public masses


© Foto Kardinal Müller: Michael Hesemann


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Müller Kardinal

  1. Kard. Müller: „Niemand hat das Recht den Papst zu kritisieren, wenn er treu seinem Auftrag folgt“
  2. Die Piusbruderschaft und ihre Einheit mit der Kirche
  3. „Papst Leo XIV. stellt in allen seinen Predigten und Ansprachen immer Jesus Christus in die Mitte“
  4. „Sehr brüderliche Atmosphäre, die meisten waren von Dringlichkeit der Neuevangelisierung überzeugt“
  5. „Die Ursache der Kirchenkrise und ihre Überwindung“
  6. „In seinem Pontifikat war Benedikt XVI. einer der größten Theologen auf der Cathedra Petri“
  7. Kard. Müller: „Deutsche Diözesen sind Teil der Weltkirche und nur insofern katholisch, als sie…“
  8. „Jesus ist also nicht aus religiöser Poesie geboren…“
  9. „Im Jubiläumsjahr ermutigt uns die Kirche, vom Geschenk der Barmherzigkeit Gottes zu profitieren“
  10. Kardinal Müller im „Giornale“-Interview: „Der Papst ist kein Star – Nein zum LGBTQ+-Jubiläum“






Top-15

meist-gelesen

  1. Sommerspende für kath.net - Bitte helfen SIE uns jetzt JETZT!
  2. Edith Stein – Ave, Crux, spes unica
  3. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  4. „Sehr geehrter Herr Erzbischof Koch, mit großer Verwunderung haben wir Ihr Statement zum CSD…“
  5. Emeritierter Kurienkardinal Sarah: „Riten können nicht willkürlich abgeschafft werden“
  6. Erschütterndes Beispiel für die Kultur des Todes: Seniorin wurde gegen ihren Willen euthanasiert
  7. "Die meisten kommen wegen der Sozialleistungen"
  8. Frust beim Klima-Kleber-Jesuiten
  9. Grösse
  10. Angeklagt, weil er einen schismatischen Bischof nicht rehabilitierte: Armeniens Patriarch Karekin II
  11. Scharfe innerorthodoxe Kritik an Kyrills Atomwaffen-Predigt
  12. „Ich spüre die Berufung zu pilgern“ – Andrzej Kurek pilgert seit 65 Jahren nach Tschenstochau
  13. Salzburg: Opernstar bereitete Franziskus-Rolle im Kapuzinerkloster vor
  14. Ceuta: Integrationsministerin Bauer fordert mehr Außengrenzschutz und effektive Rückführungen
  15. ALfA startet „von-Galen-Projekt“ zum 85. Jahrestag der Predigt von St. Lamberti

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz