Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Vatikan untersagt jährlicher Wallfahrt im Rahmen der überlieferten lateinischen Liturgie den Zutritt
  2. Warum bei dem hohen Aufkommen an Bischöfen in Deutschland eine solch vehemente Entchristlichung?
  3. „Drohende Worte von Kardinal Roche: Besucht nicht die überlieferte lateinische Messe!“
  4. Am Grab des Petrus – Die diesjährige Romwallfahrt Ad Petri Sedem
  5. Steigende Zahl erwachsener Taufbewerber in ostdeutschen Städten, aber...
  6. Freikirche oder katholische Kirche? Überlegungen eines Konvertiten
  7. „Menschen können die Kirche weder reformieren noch nach eigenem Gutdünken eine neue gründen“
  8. „Als Bischof ist es meine Pflicht, den Glauben der Kirche zu verkünden“
  9. Priester spendete bei Zugunglück in Spanien die Generalabsolution, tröstete Opfer und Angehörige
  10. Wir machen da was mit Medien
  11. „Wir werden erwartet“
  12. Neuerlich umstrittene Ehrung durch Kardinal Cupich
  13. Zisterzienserpater Isaak Maria Käfferlein aus Neuzelle: „Getauft sein reicht nicht!“
  14. Wie Halloween begann: Das Fest wurzelt in einem großen Exorzismus
  15. Nach Christus-Verhöhnung: CDU-Politikerin Bosbach legt Beschwerde gegen Jan Böhmermann ein

Kontroverse um die "Tagespost"

12. August 2020 in Chronik, 34 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Zwischen dem Papst-Biografen Peter Seewald und der katholischen "Tagespost" hat sich eine Kontroverse um einen Beitrag auf der Titelseite der "Tagespost" entsponnen, den Seewald als tendenziös und seiner Reputation schädigend empfindet.


München (kath.net)

Zwischen dem Papst-Biografen Peter Seewald und der katholischen Tagespost hat sich rund um die Berichterstattung der Erkrankung Papst Benedikt eine Kontroverse um einen Beitrag auf der Titelseite der "Tagespost" entsponnen, den Seewald als tendenziös und seiner Reputation schädigend empfindet. Der Münchner Autor hat sich in einer Stellungnahme, die kath.net vorliegt und unten zitiert wird, dagegen zur Wehr gesetzt.

 

Die Stellungnahme im Wortlaut:

 

Auf der Titelseite der "Tagespost" vom 6. August 2020 wurde ich im Zusammenhang mit der Berichterstattung um die Erkrankung von Papst Benedikt persönlich angegriffen. Ich bin darüber verärgert und enttäuscht. Der Beitrag ist tendenziös und entspricht nicht den wahren Gegebenheiten. Er ist geeignet, meine Reputation zu beschädigen. Dabei wäre es ein Leichtes gewesen, bei mir nachzufragen, ob es sich wirklich so verhält, wie es in dem Artikel dargestellt wird.



Es ist eben nicht richtig, wie die "Tagespost" schreibt, dass ich nach meinem jüngsten Besuch beim emeritierten Papst zur Presse geeilt wäre, um aus der Erkrankung des Emeritus gewissermaßen Kapitel zu schlagen. Ich wusste von der Gesichtsrose, an der Papst Benedikt leidet, seit längerer Zeit. Erst nach meinem Besuch im Vatikan hatte ich im Rahmen des Berichtes über die persönliche Übergabe meiner Biografie "Benedikt XVI., auch über das gesundheitliche Befinden Benedikts gesprochen. Die akute Erkrankung des 93-jährigen Emeritus zu verschweigen, hätte meinem Berufsethos eklatant widersprochen. Ich bin kein Hofberichterstatter, sondern unabhängiger Journalist. Gerade das Bemühen um Wahrhaftigkeit war es, warum mir Joseph Ratzinger seit nunmehr fast dreißig Jahren sein Vertrauen geschenkt hat.



Im vorliegenden Fall hat meine Meldung eine internationale Anteilnahme und eine Welle der Sympathie für Benedikt XVI. ausgelöst. Die "Tagespost" jedoch schwang sich danach zu einer Art Oberzensor auf, um mir eine Rüge zu erteilen: "Die jüngsten Schlagzeilen zum Emeritus waren überflüssig", hieß es darin. Zwischentitel: "Ist jede Viruserkrankung ein Grund, an die Presse zu gehen?" Wie gesagt, ich bin nicht aufgrund der Viruserkrankung an die Presse gegangen, das hätte ich weit früher tun können. Ich schätze den Autor des "Tagespost"-Beitrages, Guido Horst, als einen hervorragenden und engagierten Journalisten. Und ich weiß, dass jedem Kollegen in der Hitze des Gefechtes auch einmal die Gäule durchgehen können. Aber in so einem Fall müsste die Chefredaktion eingreifen. Mit der Platzierung auf Seite 1 (und nicht im Kommentarteil) wurde dem Beitrag jedoch eigens noch ein herausgehobener Stellenwert beigemessen.
 

Auch Papstsekretär Erzbischof Georg Gänswein hat die Öffentlichkeit über die Erkrankung des Papstes unterrichtet. Mit deutlichen Worten: "Das sind Schmerzen, die ich meinem ärgsten Feind nicht wünsche". Will die "Tagespost" auch hier den Rotstift ansetzen, gemäß ihrer Zeile "Der Emeritus hat ein Recht auf Diskretion"? Gänsewein hat dabei ausdrücklich klargestellt, dass alleine durch manche Überschriften - und nicht durch den Inhalt meines Statements - suggeriert wurde, dass Benedikt XVI. bereits auf dem Sterbebett liege. Ich selbst habe darauf hingewiesen, dass Papst Benedikt optimistisch sei, bald wieder zu Kräften zu kommen. Er habe noch das eine oder andere Thema im Kopf und denke sogar daran, noch einmal zur Feder zu greifen.
 

Dass ausgerechnet ein katholisches Organ wie die "Tagespost" einen Autor, dessen Papst-Biografie man zuvor noch als "genialen Wurf" gelobt hatte, um einer billigen Schlagzeile wegen vorzuführen bereit ist, finde ich enttäuschend. Bei einem medialen Umfeld in Deutschland, das vielfach von einer Anti-Ratzinger-Haltung geprägt ist, wäre es das Gebot der Stunde, dass sich diejenigen, die für eine zutreffende Berichterstattung über das Werk des deutschen Papstes eintreten, nicht auch noch gegenseitig an die Gurgel gehen.

Aktuelles kath.net-Interview mit Peter Seewald: „Papst Benedikt selbst ist optimistisch, dass er bald wieder zu Kräften kommt“

Großer kath.net-Buchtipp!
Benedikt XVI.
Ein Leben
Von Peter Seewald
Hardcover, 1184 Seiten
2020 Droemer/Knaur
ISBN 978-3-426-27692-1
Preis Österreich: 39.10 Euro


Bestellmöglichkeiten bei unseren Partnern:


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Benedikt XVI.

  1. "Derselbe Polarstern"
  2. Namhafter anglikanischer Kanoniker wird katholisch, beeinflusst durch Kard. Newman und Benedikt XVI.
  3. Il Giornale: Benedikt XVI. hatte ‚große Besorgnis‘ wegen des Synodalen Wegs
  4. Santo subito? - Vatikan untersucht mögliches Wunder durch Benedikt XVI.!
  5. Santo Subito: Historiker Hesemann plädiert für schnelle Seligsprechung Benedikts XVI.
  6. Kardinal Kasper erinnert sich wertschätzend an Benedikt XVI./Ratzinger - „Kennen uns seit 1963“
  7. „Wenn wir mit Papst Benedikt XVI. diesen tiefen Ernst unserer Taufe realisieren…“

Seewald

  1. „Eine Kernfrage für Peter Seewald ist: Warum tun wir uns so schwer, an unser Lebensende zu denken?“
  2. Die Entdeckung der Ewigkeit: Vom Leben auf Erden und dem Himmel darüber!
  3. Der Dammbruch!
  4. „Ratzinger ist weltweit der wohl meistgelesene Theologe der Neuzeit“
  5. Erste Jahre von Papst Benedikt XVI.: „Es hatte sich etwas gedreht“
  6. Der Kahlschlag geht weiter
  7. Der Skandal von Altomünster







Top-15

meist-gelesen

  1. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  2. Vatikan-Außenminister: Papstreise nach USA 2027?
  3. “As a bishop, my duty is to proclaim the faith of the Church”
  4. Erzbischof Marini über Johannes Paul II.: Er war für mich ein zweiter Vater
  5. ‚Ghost Soldier‘ – Action-Film mit Jim Caviezel in der Hauptrolle und Gebet zum Erzengel Michael
  6. ‚Big Bang Theory‘-Produzent warnt: Gesellschaften ohne Gott fallen in Tyrannei
  7. "Österreich-Feier" im Stephansdom mit Lichterprozession und Pummerin
  8. Pakistan: Gericht prüft erneut Fall von entführter Christin
  9. Vatikan bestätigt Papstreise nach Südamerika im vollen Umfang
  10. Wir machen da was mit Medien
  11. „Habe Entwicklung zur Ausblendung wichtiger Themen und der Tabuisierung von Kritik selbst erlebt“
  12. Glaubensweitergabe im Wandel der Zeit
  13. Nach Anschlag in Paris: Kritik an Macrons Aussage über religiös motivierte Gewalt
  14. Vatikan untersagt jährlicher Wallfahrt im Rahmen der überlieferten lateinischen Liturgie den Zutritt
  15. Eine unzählbare Schar von Zeugen - Heiligkeit kennt keine Grenzen

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz