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Alexander Kissler: „Im Kernbereich christlicher Verkündigung ist die Hasenpfötigkeit Programm“

12. Oktober 2020 in Aktuelles, 14 Lesermeinungen
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Kissler in NZZ: „Die Leidenschaft, für politische Vorhaben zu kämpfen, steht in merkwürdigem Kontrast zur Betroffenheitsroutine, mit der die Kirchen den Abbruch der religiösen Praxis... und den Exodus der Gläubigen zur Kenntnis nehmen"


Zürich-Berlin (kath.net/pl) „Wie der Teufel das Weihwasser meiden die Kirchen alle theologische Widerborstigkeit und jedes spirituelle Wächteramt. Statt geistiger Wegzehrung gibt es politische Lektionen.“ So pointiert formuliert Alexander Kissler in seinem Kommentar in der „Neuen Zürcher Zeitung“ (NZZ). „Für viele Amtskollegen“ habe der katholische Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode“ vertreten, dass sich „ein «belehrendes oder gar autoritäres Reden und Verkünden von Gott» verbiete“ Doch gebe es „in politischen Fragen“ „keine kirchliche Obergrenze für Belehrungen jedweder Art. Jeder Christ müsse ein Klimaschützer sein, verkündete der Bamberger Bischof Ludwig Schick; es müssten «endlich die notwendigen Massnahmen ergriffen werden, dass der Klimawandel auf ein verantwortbares Mass begrenzt bleibt», echauffierte sich Bedford-Strohm“.


Kissler zitiert Beispiele, wo es etwa „beim Thema Flucht und Migration“ „keinen Dissens“ gebe. Denn „der Kirche gelingt auch da der Schulterschluss mit linker Politik. Aus christlich tatsächlich gebotener Hilfe für die Schwächsten der Nächsten wird eine politische «Offenheit für alle» (Papst Franziskus).

Der bekannte Journalist beschreibt weiter: „Die Leidenschaft, für politische Vorhaben zu kämpfen, steht in merkwürdigem Kontrast zur Betroffenheitsroutine, mit der die Kirchen den Abbruch der religiösen Praxis, den Kollaps der christlichen Bildung und den Exodus der Gläubigen zur Kenntnis nehmen. Kirchensteuereinnahmen in Milliardenhöhe haben die geistige Auszehrung eher beschleunigt denn verlangsamt.“

Link zum Kommentar in der NZZ: Alexander Kissler - Die Politisierung der Kirchen schadet diesen selbst am meisten

 


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Lesermeinungen

 Ulrich Motte 13. Oktober 2020 
 

PS: Ein Mißverständnis vermeiden

"Es gibt wenig Gutes in Freikirchen" soll meinen: AUCH wenig Gutes (neben vielem Gutem)


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 Ulrich Motte 13. Oktober 2020 
 

Chris 2

Selbstverständlich haben Sie recht, daß es viele Inseln ohne "Hasenpfötigkeit" in der Kath. Kirche gibt (wie auch solche in der Ev. Kirche). Und es gibt wenig Gutes in Freikirchen. Mir ging es nicht um eine Bewertung von Kirchen, sondern um die Berücksichtigung für den Protestantismus wichtiger Kirchen. Zum Katholizismus sagte ich gar nichts: Da ist die Gleichsetzung der einen großen Kirche mit der Gesamtheit (Tendenzen innerhalb der Kath. Kirche sind noch etwas anderes) wohl berechtigt- andere sind minimalst. Hätte ich die Gesamtheit der Kirchen ansprechen wollen und nicht nur evangelische, hätte ich -wie neulich Herr Kardinal Koch-auch die in der BRD jetzt wichtigen orthodoxen erwähnen müssen.


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 JP2B16 13. Oktober 2020 
 

@Stefan Fleischer

Sehr verehrter Stefan Fleischer,

so exzellent einmal mehr "Kissler's Konter" (nun bei der NZZ), so treffend ist Ihre Ergänzung!

Sie fragen: "welche Kirche wollen wir sein, die Kirche unseres Herrn und Erlösers Jesus Christus oder eine andere, neue Kirche, wenn ja welche?"

Die selige Anna Katharina Emmerick hat in ihren Schauungen diese "Kirche" als "Afterkirche" bezeichnet, gegründet von den "deutschen Spitzbuben".


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 Chris2 12. Oktober 2020 
 

@Ulrich Motte

Ja und nein. Natürlich haben Sie nicht ganz unrecht, aber auch in der katholischen Kirche gibt es viele Inseln (Pfarreien, Gruppen um starke Priesterpersönlichkeiten, Gemeinschaften, die den klassischen Ritus pflegen - sofern unter Franziskus nicht bereits zerschlagen - etc.), die sich dem Zeitgeist widersetzen, sich an die Lehren Christi und seiner Kirche orientieren, eine Grundeinstellung, die uns diese ernsthaft Gott suchenden Freikirchler näher sein lässt, als Katholiken, die um jeden Preis "eine andere Kirche" in wollen.


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 J. Rückert 12. Oktober 2020 
 

Darwin wirkt: überleben durch Anpassung

Wer das Programm der Grünen kennt weiß, was die CSU und viele Bischöfe morgen verkündigen. Deren Grünbuch wirkt wie Bibel.
Wie viele Ordinariate sind fest in grüner Hand? Welcher Bischof kann gegen deren Macht handeln, ohne mittelfristig "aussortiert" zu werden?


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 Stephaninus 12. Oktober 2020 
 

Ja, aber nicht verabsolutieren

Herr Kissler ist ein hervorragender Publizist, den ich sehr schätze. Auch in dieser Thematik legt er den Finger treffend in die Wunde. Allerdings sollte nicht vergessen gehen, dass es glücklicherweise auch in den Kirchen wachsend (glücklicherweise) Gegentrends gibt. Bei den Protestanten sind es etwa die Freikirchen, bei den Katholiken aufblühende Bewegungen. Das darf einfach nicht vergessen gehen.


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 girsberg74 12. Oktober 2020 
 

Machen Sie sich bitte keine unnötigen Sorgen!

Sehr geehrter @Ulrich Motte,
sie sollten sich über den Punkt „Kirchen“ nicht sorgen, Kissler dürfte vor allem an die großen christlichen Gemeinschaften aus der Reformation gedacht haben, sicherlich nicht an die „Freikirchen“, die ich in ihrer Entschiedenheit sehr achte; die Modernisten in Leitungspositionen (bestimmte Bischöfe) der Katholischen Kirche hat er ganz bestimmt nicht vergessen.


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 schlicht 12. Oktober 2020 
 

Es beschleicht einen der Verdacht,

dass sich die Kirchen einer möglichen künftigen Regierung mit Grünenbeteiligung anbiedern, um zu verhindern, dass diese an ihre Vermögen und Einahmequellen gehen. Ihr eigentlicher Auftrag ist vielen Kirchenmännern leider abhanden gekommen.


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 Willigis 12. Oktober 2020 
 

Treffende Analyse

Kissler bringt es meines Erachtens tatsächlich auf den Punkt. Man kann noch darüber hinausgehen: Auch in der Theologie herrscht zunehmend der Primat des Politischen.

Allerdings:
Mir scheint, dass dies auch daran liegt, dass die kirchliche Basis (so noch vorhanden) dies goutiert. Johannes XXIII. hat vor 60 Jahren noch geschrieben: "Mater et Magistra gentium [...] catholica ecclesia [..] est" - Mutter und Lehrmeisterin der Völker (!) ist die katholische Kirche.

Es gibt leider nur nur eine sehr kleine Menge selbst von praktizierenden Christen, die dies unterschreiben würden. Die meisten - eben selbst die Kirchgänger - würden unterschreiben, dass es da keine Wahrheiten gibt und folglich auch die Kirche nur eine Option anbietet.

Dagegen anzureden, dürfte auch für Bischöfe äußerst schwierig sein.


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 Ulrich Motte 12. Oktober 2020 
 

Nicht zum ersten Mal

weise ich Herrn Dr. Kissler auf die Tatsache hin, daß sein Wort von "die Kirchen" nicht berücksichtigt, daß die klare Mehrheit der Besucher evangelischer Gottesdienste regelmäßig in Freikirchen zu finden sind. Man komme mir bitte nicht mit dem Hinweis, diese seien nicht erwähnenswert, weil ihre Mitgliederzahl deutlich geringer sei: Erstens zählen laut Bibel vor Gott wohl Karteileichen und Laue eher nicht und zweitens könnte man das angebliche Problem durch Erwähnung vielleicht auch noch etwas mindern...


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 Winrod 12. Oktober 2020 
 

Eine grandiose Analyse, die wirklich auf den Punkt bringt,

woran es der Kirche heute mangelt.
Und der "Schulterschluss mit den Linken" ist einfach nur dumm, denn diese werden, wenn sie die Macht ganz haben, die Kirchen das Fürchten lehren. Kann man das nicht aus der Geschichte wissen?


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 phillip 12. Oktober 2020 
 

Die Feststellung, "...Kontrast zur Betroffenheitsroutine, mit der die Kirchen ...

..., den Abbruch der religiösen Praxis, den Kollaps der christlichen Bildung und den Exodus der Gläubigen zur Kenntnis nehmen", ist aus meiner Sicht mit Sicherheit zutreffend, aber auch verkürzt um die Tatsache, dass das aktuelle Pontifikat aktiv dazu beiträgt, ja gerade dazu eine deformative Agenda betreibt.


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 Stefan Fleischer 12. Oktober 2020 

Wo sich die Kirche

in die Tagespolitik einmischt
wird sie einerseits zur politischen Partei und damit nur noch zu einem der vielen Player auf der politischen Bühne und zwar zu dem am wenigsten kompetenten,
und hat andererseits keine Zeit und Kraft mehr, sich um ihre Kernaufgabe, die Seelsorge, die Sorge um das ewige Heil des Menschen zu kümmern.
Wenn sie dann noch lautstark die Mündigkeit der Laien fordert und gleichzeitig von diesen den Gehorsam in politischen Fragen erwartet, verliert sie ihre Glaubwürdigkeit noch vollständig.
Die erste Frage, welcher der synodale Weg beantworten müsste, wäre m.E. also: welche Kirche wollen wir sein, die Kirche unseres Herrn und Erlösers Jesus Christus oder eine andere, neue Kirche, wenn ja welche?


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 laudeturJC 12. Oktober 2020 

Ganz genau so ist es!!!

Ein Journalist und Regisseur spricht aus, worüber die meisten Kirchenmänner eisern und schweigen und sich stattdessen der Welt anbiedern und andienen...das ist sehr gut, aber zugleich auch ein beredter Ausdruck der schweren Kirchenkrise.


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