Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Einheit heilen, ohne Wahrheit zu verdunkeln
  2. Vatikan an die Bischöfe in Deutschland: Klares NEIN zur Laienpredigt!
  3. Sieben Pfarreien sind viel zu viel für ein Bistum
  4. Bisher stärkster Weihejahrgang bei Priesterbruderschaft St. Petrus
  5. Gehört der menschliche Leichnam der Allgemeinheit?
  6. 800 Personen bei Nudelessen im Innsbrucker Dom
  7. „Man kann die priesterlichen Vollmachten nicht beliebig aufteilen und funktionalistisch outsourcen“
  8. Papst: „Ich brauche Ihre Unterstützung – eine starke, ausdrückliche und öffentliche Unterstützung“
  9. Hostienmangel in Kuba: Kirche in Panama und Puerto Rico senden Hilfe
  10. Erzbischof Grünwidl: "Das größere Problem ist der Gläubigenmangel"
  11. Vatikan veröffentlicht Programm der Kardinalsversammlung
  12. WM-Public-Viewing in katholischer KIRCHE - (K)eine gute Idee?
  13. US-Bischof Barron: „Erzbischof Paglia bestätigte die schlimmsten Befürchtungen vieler von uns“
  14. Leo XIV: „Die Autorität des Primats liegt bei demjenigen, der zuhört und nur deshalb führt“
  15. Innsbruck: Generalvikar Buemberger lässt Funktionen vorübergehend ruhen

Schneller umgefallen als Dominosteine

20. November 2020 in Kommentar, 81 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Wie die österreichischen Bischöfe die öffentlichen Gottesdienste wieder abschaffen - ohne Notwendigkeit. Kommentar von Roland Noé


Wien (kath.net)
Gab es vor wenigen Tagen noch die Hoffnung, dass die österreichischen Bischöfe die Lockdown-Maßnahmen vom Frühjahr nicht mehr mitmachen und etwas standhafter agieren, hat sich am Samstag leider gezeigt, dass die Bischöfe noch einen draufgelegt haben, um die Maßnahmen der österreichischen Regierung zu toppen. Noch am Freitag erklärte Erzbischof Franz Lackner in Wien, einen „Corona-Stopp" für Gottesdienste gebe es nur "in extremis". Nur gut 24 Stunden später, nach einem Gespräch mit Bundeskanzler Sebastian Kurz ist alles anders. Es gibt jetzt drei Wochen lang keine Gottesdienste für die Gläubigen.

Österreichs Bischöfe sind schneller umgefallen als Dominosteine am Domino-Day. Und das, obwohl Kanzler Kurz die Freiwilligkeit der kirchlichen Maßnahmen betont hat. Es ist schon verrückt: In einer Zeit, in der ohnedies kaum noch Menschen zum Gottesdienst kommen, tragen die Bischöfe aktiv zur dauerhaften Absenz von Gläubigen in den eigenen Kirchen bei. Katholische Gotteshäuser haben stärkere und bessere Schutzmaßnahmen als jeder Supermarkt und haben vergleichsweise übervorsichtig agiert.


In fast allen Kirchen gibt es genügend Platz und genügend Abstandmöglichkeiten. Es gab in keiner einzigen österreichischen Kirche in den letzten Monaten einen Corona-Hotspot. Priester und Gläubige berichten uns, dass auffallend viel weniger Menschen zu den Gottesdiensten kommen als noch vor einem Jahr. Es wäre durchaus möglich gewesen, die Messen auf das Wesentliche zu reduzieren, etwa auf Gesang zu verzichten. Damit könnten Katholiken leben.

Aber Eucharistiefeiern einfach zu streichen sollte für Bischöfe keine Option sein. In Frankreich oder in den USA kämpfen derzeit Bischöfe vor Gericht darum, wieder Gottesdienste feiern zu können. Auch sowas ist möglich. Wie kommt es eigentlich, dass die Kirche sich hier so kampflos anbiedert? Einzelne Pfarrer erzählten uns schon im Frühjahr, dass ihre Pfarren unmittelbar nach dem Lockdown tausende Euros an "Covid-Zahlungen" von der Regierung bekommen hatten. Ein Pfarrer berichtete sogar von 30.000 Euro. Der Lohn dafür, dass die Kirche so brav mitspielt?

Wie auch immer: Faktum ist, dass es kein Verbot der Regierung gibt, an einer Eucharistiefeier teilzunehmen. Und schon im Frühjahr feierten einige Priester alleine die Heilige Messe. Die Türen blieben offen. Manche Gläubige kamen gerade zu dieser Zeit zum privaten Gebet in die Kirche. Und die Eucharistie wurde ihnen nicht verweigert. Es gibt immer Wege. Warum nicht den Gottesdienst als Demo anmelden? Das ist ausdrücklich erlaubt von der Regierung.

„Ich bin zutiefst erschüttert, sie nehmen uns alles!“, kommentierte eine kath.net-Leserin. Sie ist nicht alleine mit ihrer Meinung. Viele Menschen sind derzeit erschüttert über das Verhalten der Bischöfe. Wissen sie eigentlich, was an der Basis los ist? Wo sollen die Menschen Trost und Zuversicht finden? Die Eucharistiefeier ist kein frommes Beiwerk, kein lästiges Anhängsel, keine Folklore am Sonntagvormittag. Sie ist Höhepunkt und Quelle des kirchlichen Lebens.

Die Gläubigen verzichten keineswegs freiwillig darauf. Sie wurden gar nicht befragt.

Bitte, verehrte Bischöfe, agiert in diesen schwierigen Zeiten wie Hoffnungsträger und nicht wie Gefängniswärter, die die Eucharistie hinter Gittern aufbewahren, unerreichbar für die Gläubigen. Das ist ein schwerwiegender Fehler und eine geistliche Katastrophe.

 


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu







Top-15

meist-gelesen

  1. EINMALIGE SIZILIEN-Rundreise mit Kaplan Johannes Maria Schwarz - HEUTE ANMELDESCHLUSS!
  2. Vatikan an die Bischöfe in Deutschland: Klares NEIN zur Laienpredigt!
  3. „Man kann die priesterlichen Vollmachten nicht beliebig aufteilen und funktionalistisch outsourcen“
  4. Sieben Pfarreien sind viel zu viel für ein Bistum
  5. 800 Personen bei Nudelessen im Innsbrucker Dom
  6. Einheit heilen, ohne Wahrheit zu verdunkeln
  7. Innsbruck: Generalvikar Buemberger lässt Funktionen vorübergehend ruhen
  8. Bisher stärkster Weihejahrgang bei Priesterbruderschaft St. Petrus
  9. Johannes Laichner neuer "Missio"-Nationaldirektor in Österreich
  10. Ehemalige Hamas-Geisel deckt die Lügen der UN-Sonderberichterstatterin auf!
  11. US-Bischof Barron: „Erzbischof Paglia bestätigte die schlimmsten Befürchtungen vieler von uns“
  12. "Der priesterliche Weg ist kein Weg irdischer Herrlichkeit, sondern ein Weg des Kreuzes"
  13. Das zweite Konsistorium Leos XIV.
  14. Französische Sportmoderatorin: „Es gibt hunderte Spieler, die dafür töten würden“
  15. Gehört der menschliche Leichnam der Allgemeinheit?

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz