01 September 2009, 10:39
Umstrittener Videodreh in einer Lutherkirche
 
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Rapper "Memo" steht den "Hells Angels" nahe

Hannover (kath.net/idea)
Wegen eines in der Lutherkirche Hannover produzierten Musikvideos ist die dortige Gemeinde in die Kritik geraten. Ein Rapper, der mit der umstrittenen Motorrad- und Rockervereinigung „Hells Angels“ (Höllenengel) in Verbindung steht, hatte vor kurzem in der Kirche das Video zu seinem neuen Titel „Frei wie ein Engel“ aufgenommen. In dem Lied beschreibt „Memo“ (bürgerlich: Mehmet Faydaci) seine Suche nach Gott und die täglichen Probleme, mit denen er zu kämpfen hat. Die Kirchengemeinde behauptet, dass sie nichts von dem Hintergrund des Rappers gewusst und nur aus guter Bekanntschaft zu dem Produzenten die Kirche für Dreharbeiten zur Verfügung gestellt habe.

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Memo sagte dazu gegenüber idea: „Ich habe nie verschwiegen, wer mich unterstützt. Das wusste die Videodrehfirma und müsste es im Vorfeld geklärt haben.“ Laut lokalen Medien waren auch Mitglieder der „Hells Angels“ an dem Videodreh beteiligt. Pastor Matthias Grießhammer widersprach jedoch dieser Darstellung gegenüber idea. Allerdings wäre nach seinen Worten die Kirche wohl nicht für Filmaufnahmen zur Verfügung gestellt worden, wenn man mehr über die Hintergründe des Musikers gewusst hätte: „Künftig werden wir vorher schriftlich festhalten, um welche Inhalte es bei einer Filmaufnahme gehen soll.“

Superintendent Christian Sundermann sagte, es sei ein Fehler der Gemeinde gewesen, sich nicht vorab zu informieren. Noch einmal dürfe so etwas nicht passieren, sonst gebe es entsprechende Konsequenzen. Das Lied sei zwar nicht gewaltverherrlichend oder gotteslästerlich, an manchen Stellen werde aber die Grenze des guten Geschmacks überschritten, sagte Sundermann. Der Rapper, der einen türkischen Hintergrund hat, ist Muslim, geht aber nach eigenen Angaben „abwechselnd in die Kirche und Moschee zum Beten“. Seine musikalische Arbeit wird durch die Firma „Original 81“ unterstützt, eine Vertriebsgesellschaft der „Hells Angels“. Die 81 steht dabei für den 8. und 1. Buchstaben des Alphabets (H und A). Wegen der Nähe einzelner Mitglieder zur organisierten Kriminalität sind die „Hells Angels“ eine der weltweit umstrittensten Bikervereinigungen. In Deutschland wurden 1983 die Hamburger und 2001 die Düsseldorfer Gruppe als kriminelle Vereinigungen verboten. Auch der Chef der „Hells Angels“ in Hannover, Frank Hanebuth, ist nicht unumstritten: Wie „die Tageszeitung“ (taz) vor einiger Zeit berichtete, hat er das Rotlicht- und Partyviertel in Hannover im Griff. 2001 sei er wegen Körperverletzung zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt worden.

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