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Das Urbild des Zölibats ist die Lebensform Jesu!

25. Jänner 2011 in Aktuelles, 74 Lesermeinungen
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Kardinal Brandmüller in einem offenen Brief anlässlich der ‚Zölibatsinitiative’ von acht katholischen CDU-Politikern


Rom (kath.net/as) Mit einem offenen Brief wendet sich Kardinal Walter Brandmüller anlässlich der jüngst von acht katholischen CDU-Politikern veranlassten „Zölibatsinitiative“ an die Verfasser der Petition. Der offene Brief des Kardinals wird auch in der Ausgabe vom 26.1. der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ veröffentlicht.

Die Politiker hatten sich mit einem Appell in der Form einer Bitte an die deutschen Bischöfe gewandt und für Änderungen an der Zölibatspraxis plädiert. Dabei waren sie von der Fragestellung ausgegangen, „wie dem zunehmenden Priestermangel begegnet werden kann“.

Kath.net dokumentiert mit freundlicher Genehmigung von Kardinal Brandmüller den offenen Brief Kardinal Brandmüllers im Wortlaut auf kath.net:

Da Sie sich mit Ihrer Antizölibatsinitiative an die Öffentlichkeit gewandt haben, bedarf diese auch einer öffentlichen Antwort. Sie besteht zunächst in einer Frage: Was legitimiert Sie als Politiker, zu einem innerkirchlichen Thema Stellung zu beziehen, das Sie weder von Amts wegen noch persönlich betrifft?


Ihre Berufung auf den Priestermangel erscheint dabei in einem merkwürdigen Licht, bedenkt man die immer geringer werdende Zahl von Gottesdienstbesuchern und Gläubigen, die die Sakramente empfangen wollen.

Wenn Sie dennoch auf Ihrem Begehren bestehen, nähren Sie den Verdacht, es gehe dabei nicht nur um den Zölibat, sondern um erste Schritte hin zu einer „anderen Kirche“. In diesem Zusammenhang einen nationalen deutschen Sonderweg ins Spiel zu bringen, führt in die Nähe eines Schismas, einer Nationalkirche.

Sind Sie sich auch dessen bewußt, daß Sie damit nur eine Kampagne fortsetzen, die in Deutschland seit dem Beginn des 19. Jahrhunderts in Gang ist – und die bis heute gescheitert ist?

Sie stellen damit eine Lebensform in Frage, die von der überwältigenden Zahl der Priester überlegt und aus freien Stücken übernommen wurde und treu gelebt wird. Für sie alle bedeutet Ihre Kampagne eine persönliche Beleidigung.

Es kommt Ihnen anscheinend nicht in den Sinn, daß Sie damit auch Jesus Christus, den Sohn Gottes, selbst beleidigen. Der ehelos lebende Priester tut als Jünger Jesu doch nichts anderes, als die Lebensweise des Meisters sich zu eigen zu machen.

Anscheinend ist Ihnen auch nicht bekannt, daß der Zölibat der Priester auf apostolischer Tradition beruht. Es ist gesichertes Forschungsergebnis, daß anfangs gewiß verheiratete Männer zu Bischöfen und Priestern geweiht wurden, diese aber vom Tag der Weihe an zwar das Familienleben, nicht aber die eheliche Gemeinschaft fortsetzten.

Das bedeutet auch, daß die „Weltkirche“, das heißt auch ein ökumenisches Konzil, eine apostolische Überlieferung nicht ignorieren darf und kann.

Es sei darum die dringende Bitte ausgesprochen, diese Diskussion, die uns schon zum Überdruß belästigt und beleidigt und darüber hinaus die Verwirrung unter den Gläubigen vermehrt, zu beenden.

Treffen Sie Kardinal Brandmüller im Rahmen der kath.net-Leserreise zu Ostern in Rom. Infos unter: www.kath.net

kathTube: Kardinal Brandmüller




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