03 September 2012, 11:30
19-Jährige war zur Organspende vorgesehen, sie ist wieder aufgewacht
 
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Ihre Mutter sagte, „die Ärzte wollten nur ihre Organe, und zwar so schnell wie möglich.“ - Carina geht wieder auf Partys und genießt das Leben. Die Gespräche der Eltern mit den Ärzten wurden vom Dänischen Fernsehen für eine Doku aufgezeichnet

Kopenhagen (kath.net/pl) „Falls sie überlebt, dann mit so schweren Behinderungen, dass sie für immer ein schwerer Pflegefall sein wird“, sagte eine Ärztin zu den Eltern von Carina. Oberärztin Dr. Benedicte Dahlerup stellte die Alternative auf: Man könnte Carina an der Herz-Lungen-Maschine behalten, damit ihr Hirn ganz stirbt und die Organe weiterleben oder man könnte die Herz-Lungen-Maschine ausschalten, dann wäre Carina sofort ganz tot. Darüber berichtete die „Bild“ anhand eines Berichtes der dänischen Zeitung „Ekstra Bladet“. Die erst 19 Jahre alte Dänin war im Oktober 2011 bei einem Autounfall schwer verletzt worden, in der Uniklinik Aarhus operiert und in künstliches Koma gelegt worden.

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Die Eltern wurden aufgeklärt, dass Carina für die Organspende in Frage käme. Auf die Frage der Mutter, „Gibt es wirklich überhaupt keine Gehirnaktivität?“, antwortete die Oberärztin Dr. Benedicte Dahlerup mit Nein. Auch ein „kleines Wunder“, wonach der Vater fragte, schloss die Ärztin aus: „Nein, das kann es nicht geben. Es schaut schlimm aus, und für ihre Tochter kann ich nur hoffen, dass sie nicht überlebt.“

Carinas Eltern stimmten der Organspende zu, deshalb blieb die Herz-Lungen-Maschine angeschlossen. Dann vermuteten die Ärzte, dass mit Carinas Hirn etwas los sein könnte und machten deshalb gegen den Willen der Eltern die Maschine aus. Nun hätte Carina eigentlich sterben müssen. Doch das Mädchen atmete selbstständig weiter, nach einigen Stunden begann sie sogar vor Schmerzen zu jammern, denn sie erhielt ja als „Hirntote“ keine Behandlung mehr, wie die „Bild“ weiter berichtete.

Eine neuerliche ärztliche Untersuchung deckte auf, dass ein ungewöhnlicher Bruch im Schädelboden für Druckausgleich im Hirn gesorgt hatte und kein Hirntod eintreten konnte. Nach einer weiteren OP konnte Carina das Krankenhaus verlassen und hat sich fast vollständig erholt. Zwar muss sie noch regelmäßig in Reha, aber sie geht wieder auf Partys und genießt das Leben.

Der Fall ist ungewöhnlich gut dokumentiert, da die Eltern eingewilligt hatten, dass ihre Gespräche mit den Ärzten für eine Dokumentarsendung des dänischen Fernsehen DR über Organspende aufgenommen werden. Entgegen der ursprünglichen Zielsetzung wird der zukünftige Film nun davon handeln, wie Carina den Weg in Leben zurückfindet, so die Informationen des „Ekstra Bladet“, wie die „Bild“ weiter berichtete. Der Film ist noch nicht veröffentlicht. Vor der Kamera wird die Mutter erklären: „Die Ärzte wollten nur ihre Organe, und zwar so schnell wie möglich.“

Die Eltern haben gegen die Klinik Anzeige erstattet. Der Chefarzt Dr. Carsten Kock-Jensen verteidigte die Klinik vor dem „Ekstra Bladet“: „Die Eltern haben nicht richtig zugehört, sonst hätten sie verstanden, dass sie noch nicht ganz hirntot war. Wir gingen davon aus, dass sie es bald sein wird. Ich möchte jetzt nichts entschuldigen, aber im Frühjahr haben wir aufgrund dieses Falls die Richtlinien geändert. In Zukunft dürfen die Angehörigen erst zu einem späteren Zeitpunkt befragt werden. Ich habe noch nie von einem solchen Fall gehört. Es braucht deshalb niemand Angst zu haben, dass das gleiche auch in seiner Familie passieren könnte.“






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