Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Endgültiger Bruch mit Rom droht: Priesterbruderschaft St. Pius X. kündigt Bischofsweihen an
  2. Der Vatikan ist in Kontakt mit der Bruderschaft St. Pius X., um eine Spaltung zu vermeiden
  3. Bischof Oster legt nach: Grundsatzkritik am (deutsch-)Synodalen Weg
  4. Weihen ohne päpstliche Erlaubnis geplant: Papst Leo XIV. berät mit Vatikanbehörde
  5. Bischof Oster: „In der Sache selbst war ich ja in mehrfacher Hinsicht kritisch“
  6. Bischöfe und Funktionäre im Paralleluniversum
  7. Die synodale Sackgasse der Anderskatholischen
  8. Kard. Müller nach Gespräch mit Papst Leo: „Atmosphäre ist von wechselseitigem Vertrauen bestimmt“
  9. Wohltuende Überraschung: Papst beruft norwegischen Bischof Erik Varden OCSO zu seinem Fastenprediger
  10. Medienkrise verschärft sich: Dramatische Auflagenverluste für Tageszeitungen in Deutschland
  11. Hunderte Einsprüche gegen Pfarrauflösung in der Diözese Linz - Keine Antworten aus Rom
  12. Schwere Zensur-Vorwürfe aus den USA: EU unterdrückt die Meinungsfreiheit
  13. Fatales Gerichtsurteil in Deutschland: Chefarzt siegt gegen katholisches Klinik-Verbot
  14. Massive Medienvorwürfe gegen den Priester Wolfgang Rothe als Mitglied des Betroffenenbeirats
  15. Die Heilige Schrift als Wort Gottes und Raum der Offenbarung in menschlicher Sprache

Aus dem Konzilsarchiv: Grundlegende Reformen statt Flickwerk

19. Oktober 2012 in Chronik, 10 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Aus dem Kathpress-Archiv zum Konzil vor 50 Jahren: Pressekonferenz mit Gregoriana-Professor Schmidt in Rom - Ist die römische Liturgie dem Volk entfremdet? - Platz für schöpferische Freiheit in der liturgischen Gestaltung


Vatikan (kath.net/KAP) Kein Flickwerk, sondern grundsätzliche Reformen in der Liturgie forderte der niederländische Jesuitenpater Hermann Schmidt, Professor an der Päpstlichen Universität Gregoriana, auf einer Pressekonferenz im Konzilspressebüro in Rom am Donnerstag Mittag. Das Konzil könne die liturgischen Fragen nicht mit einigen Verbesserungen, Auslassungen oder Hinzufügungen lösen, sondern man müsse auf dem Weg einer radikalen Reform nach festen Grundsätzen zu konkreten praktischen Anwendungen kommen.

Das Liturgie-Schema, das dem Konzil als erstes zur Behandlung vorliegt, bezeichnete Prof. Schmidt als ein "volles aktuelles Programm liturgischer Erneuerung". Aufgabe des Konzils sei es jedoch nur, allgemeine Richtlinien zu geben, die praktische Anwendung müsse den durch das Konzil dazu Beauftragten überlassen bleiben. Nach der Überzeugung von Fachleuten könnten die Liturgie-Dekrete des Konzils in etwa fünf Jahren durchgeführt sein. Andere glaubten allerdings, man würde dazu noch mehr Zeit brauchen.


Das Hauptproblem in der Liturgie fasste Prof. Schmidt in die Frage zusammen: Wie kann die Liturgie ein organisches Element im Leben des Christen werden? Änderungen und Anpassungen der Liturgie seien in allen Jahrhunderten notwendig gewesen. In den letzten vier Jahrhunderten allerdings sei "Unveränderlichkeit das liturgische Ideal" gewesen. Die Konzilsväter werden entscheiden müssen, ob es wahr ist, dass die römische Liturgie dem gläubigen Volk entfremdet ist. Sie werden die Probleme im Geist eines gesunden Realismus lösen, denn - so sagte Pater Schmidt - "die meisten von ihnen sind ja Seelsorger, die täglich mit diesen Problemen zu tun haben".

Infolge der Überwindung des Kolonialismus und der Erschütterung der Vorherrschaft des Westens sei in unserem Jahrhundert die Frage akut geworden, ob auch andere liturgische Riten im breiteren Umfang zugelassen worden können. Es bestehe berechtigte Hoffnung, sagte Pater Schmidt, dass das Konzil zur Lösung dieses schwierigen Problems einige Grundregeln festlegen werde. Als Beispiel nannte der bekannte Liturgie-Professor die Dezentralisation in dem Sinne, dass im Rahmen einer "gewiss, notwendigen zentralen Leitung" eine Reihe von Vollmachten auf liturgischer Ebene regionalen Bischofskonferenzen übertragen wird. In den Missionen überwiege überall die römische Liturgie. Passt nicht - so fragte der Professor - die östliche Liturgie viel besser zu den Orientalen und zu allen, die im Osten leben? An der römischen Liturgie bemängelte er, sie sei durch Rubriken geregelt, so dass kein Platz für schöpferische Freiheiten in ihrer Gestaltung übrig bleibe. Die Formen der römischen Liturgie seien hierarchisch und klerikal, und so gebe es noch keine echte Form einer Volksliturgie der Messe zwischen dem Hochamt und der stillen Messe.

Abschließend unterstricht Prof. Schmidt, für die Rückführung der Masse zur Kirche sei nicht nur die soziale Betätigung in der Kirche unerlässlich, im Leben der Gläubigen sei heute vielmehr vor allem der Geist des Opfers nötig. Deshalb befasse sich das Konzil mit der Liturgie, als der Quelle des geistlichen Lebens der Christen. Und vom Konzil dürfe man mit Recht erwarten, dass es nach so vielen Jahren der Verwirrung und des Zögerns wirksame Grundregeln und praktische Dekrete erlassen werde.

Copyright 2012 Katholische Presseagentur, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Konzil

  1. Ein Leben im Dienst der Heiligkeit
  2. Kardinal Zen: Vaticanum II hat die Lehre der Kirche nicht verändert
  3. Kardinal Zens Beitrag zur Konzils-Debatte: Wirken Gottes in der Kirche
  4. Der letzte Feind – Leseprobe 4
  5. Der letzte Feind – Leseprobe 3
  6. Der letzte Feind – Leseprobe 2
  7. Der letzte Feind – Leseprobe 1
  8. „Ratzinger ist weltweit der wohl meistgelesene Theologe der Neuzeit“
  9. Das Konzil von Trient






Top-15

meist-gelesen

  1. ISLAND-REISE - KOMMEN SIE MIT! - Eine Reise, die Sie nie vergessen werden!
  2. Endgültiger Bruch mit Rom droht: Priesterbruderschaft St. Pius X. kündigt Bischofsweihen an
  3. Oktober 2026 - Kommen Sie mit nach SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  4. Bischof Oster legt nach: Grundsatzkritik am (deutsch-)Synodalen Weg
  5. Große kath.net-Leserreise nach Rom - Ostern 2027 - Mit P. Johannes Maria Schwarz
  6. Kard. Müller nach Gespräch mit Papst Leo: „Atmosphäre ist von wechselseitigem Vertrauen bestimmt“
  7. Nach „Wort zum Sonntag“: Staatsanwaltschaft ermittelt weiter gegen Pastorin Behnken
  8. Der Vatikan ist in Kontakt mit der Bruderschaft St. Pius X., um eine Spaltung zu vermeiden
  9. Papst Leo XIV.: 'Abtreibung ist der größte Zerstörer des Friedens'
  10. Bischöfe und Funktionäre im Paralleluniversum
  11. Weihen ohne päpstliche Erlaubnis geplant: Papst Leo XIV. berät mit Vatikanbehörde
  12. Massive Medienvorwürfe gegen den Priester Wolfgang Rothe als Mitglied des Betroffenenbeirats
  13. Schwere Zensur-Vorwürfe aus den USA: EU unterdrückt die Meinungsfreiheit
  14. Ist Jesus der Herr?
  15. Wohltuende Überraschung: Papst beruft norwegischen Bischof Erik Varden OCSO zu seinem Fastenprediger

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz