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Vor Gott sein Leid klagen ist Gebet, das aus dem Herzen kommt

5. Juni 2013 in Aktuelles, 2 Lesermeinungen
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Franziskus-Perle des Tages: die Grenzsituationen des Daseins dürfen nicht aseptisch wie in einem moralischen Labor von Ideen behandelt werden, sondern mit dem Gebet des Herzens, des Fleisches. Von Armin Schwibach


Rom (kath.net/as) Vor Gott sein Leid zu klagen ist keine Sünde, sondern eine Gebet des Herzens, das zum Herrn vordringt. Dies erklärte Papst Franziskus in seiner Predigt zur heiligen Messe am Mittwoch der neunten Woche im Jahreskreis (CI) in der Kapelle des vatikanischen Gästehauses „Domus Sanctae Marthae“.

Am Gottesdienst nahmen einige Mitarbeiter der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung sowie der Apostolischen Bibliothek teil. Es konzelebrierten unter anderen der Präfekt des Dikasteriums, Antonio Karidnal Cañizares Llovera, der Präfekt der Bibliothek, Cesare Pasini, sowie Erzbischof Joseph Di Noia.

Im Mittelpunkt der Predigt des Papstes stand die Geschichte von Tobit und Sara, wie sie in der heutigen ersten Lesung wiedergegeben ist (Tob 3,1-11a.16-17a): zwei gerechte Menschen, die dramatische Situationen erleben. Der erste erblindet, obwohl er gute Werke vollbringt, und riskiert dabei sogar das Leben. Sara hingegen heiratet sieben Männer, die alle vor der Hochzeitsnacht sterben. In ihrem großen Schmerz flehen beide zu Gott, dass er sie sterben lasse: „Das sind Menschen in Grenzsituationen“, so Franziskus, „in Situationen des Untergrundes des menschlichen Daseins, und sie suchen einen Ausweg. Sie klagen, verfluchen jedoch nicht“.


„Vor Gott zu klagen, ist keine Sünde“, so der Papst: „Ein Priester, den ich kenne, hat das einmal einer Frau gesagt, die vor Gott über ihr Unglück klagte: ‚Aber Frau, das ist doch eine Form des Gebets. Machen sie weiter’. Der Herr spürt unser Klagen, er hört es. Denken wir an die Großen, an Ijob, wenn er im dritten Kapitel sagt: ‚Ausgelöscht sei der Tag, an dem ich geboren bin’ (3,3), oder an Jeremia im zwanzigsten Kapitel: ‚Verflucht der Tag, an dem ich geboren wurde’ (20,14). Sie klagen auch mit einer Verfluchung, nicht aber des Herrn, sondern jener Situation, nicht? Das ist menschlich“.

Es gebe viele Menschen, die Grenzfälle erlebten: unterernährte Kinder, Flüchtlinge, Kranke im Endstadium. Im Evangelium des Tages (Mk 12,18-27) stellten einige Sadduzäer Jesus vor den Grenzfall einer Frau, Witwe von sieben Männern. Sie aber „sprachen davon nicht mit dem Herzen“:

„Die Sadduzäer sprachen von dieser Frau, als handle es sich um ein Labor, alles völlig aseptisch, alles... Es handelte sich um einen Fall der Moral. Wenn wir an diese Leute denken, die so viel leiden, denken wir an sie, als handle es sich im einen Fall der Moral oder um eine Idee, ‚doch in dem Fall..., dieser Fall...’, oder denken wir auch mit unserem Herzen, mit unserem Fleisch? Mir gefällt das nicht, wenn man von diesen Situationen bisweilen rein akademisch und nicht menschlich spricht, manchmal mit den Statistiken in der Hand... aber nicht nur dort. In der Kirche gibt es viele Menschen, die sich in einer derartigen Situation befinden“.

In diesen Fällen sei es notwendig, das zu tun, was Jesus tue: beten. „Für sie beten. Sie müssen in mein Herz eintreten, sie müssen mich unruhig werden lassen: mein Bruder leidet, meine Schwester leidet. Ja, hier liegt das Geheimnis der Gemeinschaft der Heiligen: zum Herrn zu beten: ‚O Herr, schau auf den da: er weint, er leidet’. Beten, es mir zu erlauben, es zu sagen, mit dem Fleisch: unser Fleisch soll beten. Nicht mit den Ideen. Beten mit dem Herzen“.

Obwohl sich die Gebete von Tobit und Sara an den Herrn wendeten, um zu sterben, „geben sie uns Hoffnung“, unterstrich der Papst abschließend, „weil Gott sie auf seine Weise annimmt und Tobit nicht sterben lässt, sondern ihn heilt und Sara endlich einen Ehemann schenkt. Das Gebet dringt immer in die Herrlichkeit Gottes vor, immer, wenn es ein Gebet des Herzens ist“. Handelt es sich dagegen um einen Fall der Moral, „wie dies bei dem geschah, worüber die Sadduzäer sprachen, so dringt es nie vor, weil es nicht aus uns selbst herausgeht: weil es uns nicht interessiert. Es ist ein intellektuelles Spiel“.

Abschließend forderte Franziskus auf, für alle zu beten, die in dramatischen Situationen leben und so sehr leiden, dass sie wie Jesus am Kreuz schreien: „Vater, Vater, warum hast du mich verlassen?“: „Beten wir, dass unser Gebet zu seinem Ziel gelange und ein wenig Hoffnung für uns alle sei“.

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