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England: Anglikaner wollen ´Wucherer´ vertreiben

2. Oktober 2013 in Weltkirche, keine Lesermeinung
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Anglikaner sagen Kredithaien den Kampf an - Oberhaupt der Anglikaner, Erzbischof Justin Welby, lässt einen Zehnjahresplan entwickeln, um Kreditinstitute zu verdrängen, die Überbrückungsdarlehen zu Wucherzinsen anbieten


London (kath.net/idea) Die anglikanische Kirche von England steigt in das Bankgeschäft ein, um unseriöse Geldverleiher aus dem Markt zu drängen. Das geistliche Oberhaupt der Anglikaner, Erzbischof Justin Welby (London), lässt einen Zehnjahresplan entwickeln, um Kreditinstitute zu verdrängen, die Überbrückungsdarlehen zu Wucherzinsen anbieten. Dazu gehört beispielsweise das Unternehmen Wonga (Knete). Es verleiht sogenanntes „Zahltag-Geld“ zu Jahreszinsen von über 1.000 Prozent. Etwa 20 Prozent der Kunden verschulden sich, um Lebensmittel zu kaufen, fand die Schuldnerberatung „Christians Against Poverty“ (Christen gegen Armut) heraus.


Die Kirche von England hat einen Arbeitsstab mit Finanzexperten eingesetzt. Wie die Londoner Zeitung The Times berichtet, sollen sie einen Plan ausarbeiten, wie die etwa 16.000 Kirchengemeinden in ihren Räumen Kreditgenossenschaftsfilialen einrichten können. Als ehrenamtliche Kundenberater sollen fachkundige Kirchgänger gewonnen werden.

Außerdem beteiligt sich die Kirche an einem Konsortium, das 314 Filialen der Royal Bank of Scotland (Königliche Bank Schottlands) für umgerechnet 720 Millionen Euro erworben hat. Sie sollen strenge finanzethische Maßstäbe einhalten und vor allem Privatkunden und kleine Unternehmen bedienen. Die Filialen haben annähernd 1,7 Millionen Kunden. Die Royal Bank of Scotland drohte während der Finanzkrise 2008 zusammenzubrechen und ist heute zu 80 Prozent in staatlicher Hand. Erzbischof Welby war früher als Manager in der Ölindustrie tätig.


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