Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Kissler-Kritik an Papst Leo XIV.: „Fatale Botschaft“ bei Lampedusa-Besuch
  2. Medjugorje: Brandanschlag und Schändungen kurz vor Jugendfestival
  3. Die US-Bischöfe fördern die natürliche Familienplanung
  4. "Ein Schisma und mein Ausstieg aus der Priesterbruderschaft St. Pius X."
  5. INSA-Umfrage: Relative Mehrheit der Deutschen lehnt Leihmutterschaft ab
  6. Gänswein wird 70: Kirchenkarriere wohl noch nicht am Ende
  7. Neues Video bringt Sea-Watch unter schweren Verdacht: Zusammenarbeit mit bewaffneten Schleusern?
  8. Pax tecum – Wenn der Papst über Frieden spricht
  9. 'Weihnachten im Juli': Der Gedenktag der Heiligen Drei Könige
  10. Vatikan dementiert Berichte über Ende des Rupnik-Verfahrens
  11. Vatikan stuft schottische Mönche nach unerlaubter Bischofsweihe als exkommuniziert ein
  12. Deutsches Auswärtiges Amt verzichtet auf Genderschreibweise
  13. Papst ruft zu christlichem Lebensstil im Urlaub auf
  14. Papst Leo: „So können wir als Christen das Alter leben: gebrechlich, aber zugleich berufen“
  15. Ahmad Mansour: „Nennen wir es beim Namen: Es ist der Islamismus“

Sprachforscher Bering: Luther war antisemitisch

3. Dezember 2014 in Chronik, 7 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


«Man sollte Luthers dunkle Seite nicht wegdrücken wollen», sagte der Kölner Sprachforscher Dietz Bering. Es sei unstrittig, «dass Luther die Juden vertreiben wollte und dabei auch in die Nähe von Totschlagen kommt».


Köln (kath.net/KNA) Der Kölner Sprachforscher Dietz Bering hat seine These bekräftigt, dass Martin Luther ein Antisemit gewesen sei. «Luthers judenfeindliche Schriften am Anfang und besonders am Ende seines Lebens mit ihren schrecklichen Schmähungen zeigen zumindest, dass er der Auffassung war, die Juden würden sich nie bekehren», sagte Bering vergangene Woche im Interview des Kölner «Stadt-Anzeiger». «Wenn man aber glaubt, es sei halt die angeborene Eigenschaft 'der' Juden, sich nicht bekehren zu lassen, dann ist man jedenfalls über den traditionellen Antijudaismus des Mittelalters weit hinaus.»


Mit dem Reformator sei der Antijudaismus erstmals antisemitisch transformiert worden, betonte Bering. Anders als Luthers Gewährsmann Paulus schließe er eine Rettung der Juden am Ende der Zeiten praktisch aus.

Laut Bering verdächtigten die Gegner Luthers den Reformator, «es mit den Juden zu haben». Diese Nähe zum Judentum habe seine aggressive Betonung der Unterschiede umso zwingender gemacht. Das neue Buch Berings hat den Titel: «War Luther Antisemit? Das deutsch-jüdische Verhältnis als Tragödie der Nähe.»

Nach den Worten des Wissenschaftlers ist es unstrittig, «dass Luther die Juden vertreiben wollte und dabei auch in die Nähe von Totschlagen kommt». Allerdings hätte er Auschwitz «mit Sicherheit grässlich gefunden». Die systematische Vernichtung eines Volkes habe nicht in seinem Denkhorizont gelegen. Grundlage von Luthers Antisemitismus sei nicht der nazistische Erlösungswahn gewesen.

Laut Bering kann es Luthers Antisemitismus von seinem Gewicht her aber keinesfalls mit den reformatorischen Zentralschriften der Jahre um 1520 mit dem dort entwickelten Freiheitsbegriff aufnehmen. «Die sind nicht antisemitisch.» Dies sei die Brücke, über die gläubige Protestanten heute gehen könnten. «Man sollte aber Luthers dunkle Seite nicht wegdrücken wollen», sagte der Wissenschaftler.

(C) 2014 KNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH. Alle Rechte vorbehalten.
Foto Lutherdenkmal (c) EKD


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

 Waldi 3. Dezember 2014 
 

Nur noch eine Frage:

Warum ist "die heiße Liebe Luthers zu Maria" bei den Protestanten so wirkungslos verpufft, dass sie in ihrem religiösen Bewusstsein kaum noch vorkommt? Sogar die Muslime verehren Maria als die "jungfräulich Gebärende". Inzwischen ist sogar ein namhafter Vatikan-Korrespondent davon überzeugt, dass sogar die Deutschen Katholiken evangelischer sind, als es Luther jemals war!


3
 
  3. Dezember 2014 
 

kalt und warm

Man muss Luther zugute halten, dass er nicht lau war. Seine Sprache drückte heisse Liebe (zu Christus und Maria) wie auch abgrundtiefen Hass (zu Papst und Juden) aus.


0
 
 Waldi 3. Dezember 2014 
 

Ich habe den Eindruck,

dass die Protestanten Luther mehr verehren als Jesus Christus. Hat er doch den Papst und die katholischen Bischöfe und die Katholiken mit der selben grässlichen Wortgewalt verunglimpft wie die Juden! Die EKD muss ja seine verbal gehässigen Eskapaden zu entschärfen versuchen, um nicht die Basis ihrer Existenz aufs Spiel zu setzen! Wie lassen sich von so einem Religionsstifter wie Luther christliche Werte rechtfertigen? Der Geist Luthers wirkt in der evangelischen "Kirche" auch heute noch so gewaltig nach, dass eine Rückkehr zur kath. Kirche wohl niemals mehr möglich sein wird! Sie ist, trotz Ökumene Geschwafel, nach bald 500 Jahren, weiter von einer Rückkehr zur kath. Mutter-Kirche entfernt, als je zuvor!


8
 
 Bonifaz2010 3. Dezember 2014 
 

Meine These ist, dass der Zeitgeist Luther seine antisemitischen Ausfälle nur deshalb nachsieht, weil er als Initiator der Reformation der größte Feind der katholischen Kirche war. Als solcher behält er seinen Wert für die heutigen Gegner der Kirche, so dass man ihn nicht desavouieren will. Sehr bezeichnend ist ja, dass man im Gegensatz zu Luther bei weniger bedeutenden protestantischen Persönlichkeiten, die sich antisemitisch geäußert haben, wie der bayerische Landesbischof Meiser, keineswegs so großzügig verfährt und z.B. Straßen umbenannt werden.


9
 
 Rolando 3. Dezember 2014 
 

Die Wahrheit über Luther

http://www.siewerth-akademie.de/cms/pdf-dokumente.html


6
 
  3. Dezember 2014 
 

Volksverhetzung

Martin Luther befände sich heute wegen Volksverhetzung im Knast.


8
 
 Unverstellt 3. Dezember 2014 
 

Was Herr Luther über ...

die Juden schrieb, war alles andere als menschenfreundlich. Damals aber waren nicht nur Juden betroffen von seiner deftigen Ausdrucksweise und heftigen Polemik. Herr Luther sprach und schrieb ebenso scheusslich über den Papst und die katholische Kirche (und deren Gläubige). Das wird geflissentlich übergangen. Auch an den deutschen Bauern (alles keine Juden)ließ er kein gutes Haar. Er billigte und forderte sogare die grausame Abstrafung der aufständigen Bauern. Doch waren es nicht gerade jene, die da irrtümlich glaubten in Luther die Berechtigung für ihr aufmüpfiges Denken und Handeln gefunden zu haben? Nach 1945 war es scheinbar keinem mehr möglich, Luthers Äußerungen über die Juden ohne gedankliche Brücke zum modernen, gottlosen Hitlerregime zu schlagen. Heutzutage lösen seine Aussagen einen Trigger aus. Doch dieselbe deftige Sprache prägte seine Bibelübersetzung, diese wiederum dann die deutsche Sprache.


8
 

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Luther

  1. Augustiner sehen ihr früheres Mitglied Luther kritisch
  2. Außer Spesen nichts gewesen
  3. Luther und seine Zeit - ein Überblick
  4. Mythos Martin Luther und die historischen Fakten
  5. Koch: Kirche ließ sich auf Luther-Anliegen viel zu wenig ein
  6. Luther. ‘So what?’
  7. Wissenschaftler kritisieren Reformationsjubiläum
  8. Kriminologe fordert von EKD Aufarbeitung von Luthers Judenfeindschaft
  9. Evangelischer Historiker: Überlasst Luther nicht der EKD!
  10. Käßmann: Es gibt diffuse Ängste vor Luther-Legenden






Top-15

meist-gelesen

  1. Sommerspende für kath.net - Bitte helfen SIE uns jetzt JETZT!
  2. Medjugorje: Brandanschlag und Schändungen kurz vor Jugendfestival
  3. Kissler-Kritik an Papst Leo XIV.: „Fatale Botschaft“ bei Lampedusa-Besuch
  4. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  5. Gänswein wird 70: Kirchenkarriere wohl noch nicht am Ende
  6. DANKE JUSTIN! - Kanadischer Sänger bringt Stadion während WM-Finale mit „Halleluja“ zum Schweigen!
  7. "Ein Schisma und mein Ausstieg aus der Priesterbruderschaft St. Pius X."
  8. Krebs und Paradies – Das Leben des 17-jährigen David Buggi
  9. Auf der Intensivstation zum ständigen Diakon geweiht: Pino Cannavò
  10. Leo beruft den lehramtstreuen US-Erzbischof Cordileone in die Apostolische Signatur
  11. Ahmad Mansour: „Nennen wir es beim Namen: Es ist der Islamismus“
  12. INSA-Umfrage: Relative Mehrheit der Deutschen lehnt Leihmutterschaft ab
  13. Erzdiözese Wien bestätigt Pensionierung von Dompfarrer Faber
  14. Birkenstock springt auf "Nun Girl Summer"-Trend auf: Animierte Filz-Nonne in Birkenstock-Sandalen
  15. Neues Video bringt Sea-Watch unter schweren Verdacht: Zusammenarbeit mit bewaffneten Schleusern?

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz