09 August 2015, 09:15
Caritas: Menschen flüchten wegen Armut und fehlender Perspektiven
 
Legionaere
 
WEITERE ARTIKEL ZUM THEMA 'Caritas'
Direktor der Caritas Kinshasa: "Ist in Österreich jemand krank, geht man zum Doktor. Bei mir zu Hause sterben Menschen schon an kleinsten Verletzungen".

Linz (kath.net/ KAP)
In der aktuellen Asyldebatte werden oft vergessen, dass Menschen in von Krieg oder Armut betroffenen Regionen in der Flucht nach Europa oft ihren einzigen Ausweg sehen. Das betont der Direktor der Caritas Kinshasa in der Demokratischen Republik Kongo, Claude Mbu Mubel, in einem Interview in der aktuellen Ausgabe der Linzer Kirchenzeitung. "Die allermeisten wollen gar nicht nach Europa, wollen nicht weg von zu Hause. Aber durch die Armut und die Perspektivenlosigkeit sind sie bereit, das große Risiko einzugehen."

Werbung
messstipendien


Mbu Mubel verwies dazu auf die riesigen Unterschiede zwischen Österreich und seinem Heimatland. So gebe es hierzulande keine Armut, "oder zumindest sieht man sie nicht". Auch dass Bildung gratis sei, sei für ihn "fast unvorstellbar", schilderte der 51-jährige Theologe. "Wenn hier jemand krank ist, geht man zum Doktor. Bei mir zu Hause sterben Menschen schon an kleinsten Verletzungen." Ähnliches gelte beispielsweise für Straßen und Infrastruktur. "Hier sieht man überall den Wohlstand und den Fortschritt. Wir hingegen sind Lichtjahre davon entfernt."

Überdies flüchteten hauptsächlich Menschen aus Gebieten, in denen es bewaffnete Konflikte gibt, so der Caritasdirektor. Zur Destabilisierung afrikanischer Staaten trage der Westen nicht unerheblich bei, fügte er hinzu. "Woher sonst kommen die Waffen und das Geld für die diversen Kriege?" Von Europa wünscht sich Mbu Mubel "Gerechtigkeit". Im Moment zähle "anscheinend nur das Gesetz des Stärkeren".

Copyright 2015 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich (www.kathpress.at) Alle Rechte vorbehalten

Foto: (C) Uni Leipzig

Ihnen hat der Artikel gefallen?
Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung auf ein Konto in Ö, D oder der CH oder via Kreditkarte/Paypal!









kath.net ist Teilnehmer des Partnerprogramms von Amazon EU, das zur Bereitstellung eines Mediums für Webseiten konzipiert wurde, mittels dessen durch die Platzierung von Werbeanzeigen und Links zu Amazon.de Werbekostenerstattung verdient werden kann.

Lesermeinungen zu diesem Artikel anzeigen und Kommentar schreiben


 
App play store iTunes app store Jetzt kostenlos herunterladen! mehr Infos Instagram

meist kommentierte Artikel

Affären, Macht und Intrigen? (123)

Kardinal Brandmüller: Papst hatte Dubia-Brief erhalten! (57)

Australien berät Aufhebung des Beichtgeheimnisses bei Missbrauch (54)

Die neue Würde, die Jesus der Frau schenkt (48)

Tagung: Ist Gold in Liturgie noch zeitgemäß? (39)

"Was die Nazis machten, heute tun wir das mit weißen Handschuhen" (39)

Kardinal Burke: Wir haben Dubia-Brief bei Papst-Residenz abgegeben (33)

Deutsche Bundespolizei weist ab sofort bestimmte Flüchtlinge zurück (30)

„Bistum Genf droht wegen des Papstbesuchs der Konkurs“ (30)

Scharfe Kritik an Totendiamanten durch Berliner Bischöfe (27)

Die Verführung der niederträchtigen Kommunikation, die zerstört (25)

Salzburg: Neupriester Reves vermittelt Ostkirchen-Spiritualität (22)

Zwei Donnerschläge aus Rom (21)

Ohne Islam-Reform droht Islamisierung Europas (19)

Linkskatholiken attackieren CSU wegen Asyl-Krise in Deutschland (13)