Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. „In Deutschland tobt derzeit ein Kirchenkampf“ - Droht ein Schisma?
  2. Debatte um Leitung der Deutschen Bischofskonferenz - Lehramtstreue Bischöfe als „Königsmörder“?
  3. These: Der dreifaltige Gott soll in der Liturgie der Messe verkündet werden
  4. Kardinal Woelki zur Polarisierung in der Bischofskonferenz: „Diese Situation ist belastend“
  5. „Jesus ja, Kirche nein? – Das ist wie: ‚Ich bin für Fußball, aber gegen Fußballvereine‘“
  6. Glaubenspräfekt warnt vor "Internet-Theologen" und Selbstsicherheit
  7. Theologe Johannes Hartl: „Woher kommt dieses Konglomerat an Denken, das sich ‚liberal‘ nennt?“
  8. Vatikan dementiert Bericht über Abweisung Macrons durch den Papst
  9. Papst Leo sendet kraftvolle Grußbotschaft an die Teilnehmer des „Marsch für das Leben“/Washington
  10. Seligsprechungsprozess für Pater Alfred Delp SJ wird eröffnet
  11. Erzbistum Paris beruft angesichts der boomenden Konversionen eine Kirchenversammlung ein!
  12. Josef Grünwidl ist neuer Erzbischof von Wien
  13. Die Stunde der Heuchler
  14. Eine unerträgliche Verharmlosung des tatsächlichen NS-Unrechts!
  15. USA: Breite Mehrheit für Massenabschiebungen – Neue Umfragen stützen Trump-Kurs

R. I. P. André Glucksmann

10. November 2015 in Chronik, 2 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Der französische Philosoph André Glucksmann starb im Alter von 78 Jahren in der Nacht auf Dienstag. Glucksmann war einer der wichtigsten Gegenwartsphilosophen und hatte in den letzten Jahren einen bemerkenswerten Wandel vollzogen


Paris (kath.net/rn)
Der französische Philosoph André Glucksmann ist tot. Glucksmann starb im Alter von 78 Jahren in der Nacht auf Dienstag in Paris, wie französche Medien berichteten. Glucksmann war einer der bekanntesten Philosophen Frankreichs und hatte in den letzten Jahren eine bemerkenswerte Umkehr vollzogen. Ursprünglich war Glucksmann überzeugter Marxist und militanter Maoist, später war er einer der schärfsten Kritiker des Totalitarismus.
Der Philosoph stammte aus einer jüdischen Familie mit Wurzeln in Prag und Rumänien. Während des 2. Weltkriegs rettete seine Mutter ihn und seine Schwestern vor der Deportation durch die Nazis. Nach den Erfahrungen in in der Studentenbewegung und die Konfrontation mit der kommunistischen Wirklichkeit gründete er mit anderen Philosophen die Bewegung der „Nouveaux philosophes“ , zu der auch Bernard-Henri Lévy und Alain Finkielkraut gehörten. 1968 veröffentlichte er sein erstes Buch. In einem weiteren Buch "Köchin und Menschenfresser - Über die Beziehung zwischen Staat, Marxismus und Konzentrationslager" kritisierte der den Totalitarismus grundsätzlich.


Als Glucksmanns Hauptwerk gilt seine erschienene philosophische Abhandlung "Die Meisterdenker" (Les maîtres penseurs). Zu dem Werk wurde er durch das Meisterwerk von Alexander Solschenizyns Archipel Gulag angeregt. In dem Buch kritisierte Glucksmann die deutschen Philosophen Fichte, Hegel, Nietzsche und Marx und machte diese für den nicht oder nicht ausreichend vorhandenen Widerstand gegenüber Totalitarismen verantwortlich. Als eines seiner besten Bücher gilt das Buch "Die Macht der Dummheit". Seine These war, dass die Dummheit eine Weltmacht geworden ist. Eine der berühmtesten Zitate aus dem Buch laut: "Den Vollidioten erkennt man eben daran, daß er durch nichts aus der Fassung zu bringen ist. Er ist stets bereit, sich über das eine Meinung zu bilden, was er nicht versteht, und unfehlbar über das zu urteilen, was er nicht weiߓ.

Die Gesellschaft bedrohter Völker hat am Dienstag den Philosophen gewürdigt. „Mit André Glucksmann haben die Opfer von Völkermord in Bosnien und Tschetschenien einen scharfsinnigen Fürsprecher verloren“, erklärte der Generalsekretär der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV), Tilman Zülch, am Dienstag in Göttingen. „Wir trauern um den französischen Philosophen, der auch uns Menschenrechtlern den Rücken gestärkt hat.“
Zülch erinnerte daran, dass Glucksmann während des Bosnienkrieges schon früh unverblümt kritisierte, dass Europa durch Stillschweigen zu den Verbrechen serbischer Truppen Mitschuld trägt am Genozid an den Bosniaken. Auch die Drohung des russischen Präsidenten Wladimir Putin an die tschetschenische Zivilbevölkerung 1999, ihre Hauptstadt Grosny zu verlassen oder sterben zu müssen, geißelte Glucksmann unmissverständlich: Er verglich Putins Ultimatum an Grosny mit Hitlers Ultimatum an Warschau und Pol Pots Ultimatum an Phnom Pen.

Foto: (c) Wikipedia. „Andre Glucksmann2“ von Daniiltaimyr - Eigenes Werk. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Philosophie

  1. „Als katholischer Christ und als Hochschullehrer macht mich dieser Vorgang tief traurig“
  2. ,Die Geschichte des Westens ist eine Geschichte des Mutes‘
  3. Gibt es eine Vielfalt der Geschlechter? – Versuch einer Orientierungshilfe
  4. „Deutschlandfunk“ interviewt Philosophen Markus Gabriel: „Das Böse nimmt spürbar zu“
  5. „Selbstrechtfertigung seiner sündhaften Leidenschaften“
  6. Vom Verstummen der Wahrheit in der Schweigespirale
  7. "Im Aschenputtel lebt das Magnificat"
  8. Wider die Abdankung des Denkens
  9. R. I. P. Robert Spaemann
  10. Die Stunde der Propheten






Top-15

meist-gelesen

  1. ISLAND-REISE - KOMMEN SIE MIT! - Eine Reise, die Sie nie vergessen werden!
  2. „In Deutschland tobt derzeit ein Kirchenkampf“ - Droht ein Schisma?
  3. Debatte um Leitung der Deutschen Bischofskonferenz - Lehramtstreue Bischöfe als „Königsmörder“?
  4. Oktober 2026 - Kommen Sie mit nach SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  5. Erzbistum Paris beruft angesichts der boomenden Konversionen eine Kirchenversammlung ein!
  6. Kardinal Woelki zur Polarisierung in der Bischofskonferenz: „Diese Situation ist belastend“
  7. Große kath.net-Leserreise nach Rom - Ostern 2027 - Mit P. Johannes Maria Schwarz
  8. Ein neuer Beginn in der DBK ist möglich
  9. Josef Grünwidl ist neuer Erzbischof von Wien
  10. Papst Leo sendet kraftvolle Grußbotschaft an die Teilnehmer des „Marsch für das Leben“/Washington
  11. „Papst Leo XIV. stellt in allen seinen Predigten und Ansprachen immer Jesus Christus in die Mitte“
  12. Neuerlich ein Vandalenakt im Petersdom
  13. These: Der dreifaltige Gott soll in der Liturgie der Messe verkündet werden
  14. Theologe Johannes Hartl: „Woher kommt dieses Konglomerat an Denken, das sich ‚liberal‘ nennt?“
  15. "Ich glaube, dass Gott das erste Selfie geschossen hat.“

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz