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USA: Wal-Mart verkauft Frauenmagazine nur noch verhüllt

9. Juli 2003 in Chronik, keine Lesermeinung
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Proteste christlicher Anleger gegen zu viel Sex auf dem Titel haben Erfolg


Rogers (kath.net/idea)
Die größte Handelskette der Welt, Wal-Mart (Rogers/US-Bundesstaat Arkansas), geht in ihrem Stammland USA immer entschiedener gegen sexuell aufreizende Zeitschriften vor. Nachdem das Unternehmen bereits im Frühjahr die Männermagazine “Maxim”, “FHM” und “Stuff” aus dem Sortiment genommen hat, weil auf den Titelblättern zu viel nackte Frauenhaut zu sehen ist, kommen nun Frauenzeitschriften an die Reihe. Die Blätter “Cosmopolitan”, “Marie Claire”, “Glamour” und “Redbook” werden nur noch in einer undurchsichtigen Schutzhülle verkauft. Hier sind nicht die abgebildeten Frauen Stein des Anstoßes, sondern die Ankündigungen von Sex-Geschichten im Innenteil der Blätter. “Mit unserer Maßnahme kommen wir jenen Kunden entgegen, denen die Sprache auf manchen der Magazin-Titelseiten Probleme macht”, so Unternehmenssprecher Tom Williams. Wal-Mart hatte in der Vergangenheit auch in Deutschland Erotik-Magazine aus den Regalen genommen.

Peinliche Schlagzeilen

Hintergrund der Aktion ist nach einem Bericht des Fernsehsenders ABC der wachsende Einfluß religiöser Anlagegesellschaften in den USA. Ihre Zahl ist von 34 im Jahr 1999 auf 75 im Jahr 2002 gestiegen. Der Präsident des christlichen Timotheus-Fonds, Arthur Ally, habe sich im vergangenen Jahr bei einem Besuch in einem Wal-Mart-Geschäft derart über die Überschriften auf den Magazinen geärgert, daß er mit einem Exemplar zu einem leitenden Mitarbeiter gegangen sei und diesen gebeten habe, ihm die Schlagzeilen laut vorzulesen. Der Mitarbeiter sei errötet und habe sich geweigert. Darauf soll Ally geantwortet haben: “Wenn es zu peinlich vorzulesen ist, warum führen sie es dann überhaupt?” Der Timotheus-Fonds hat wie andere christliche Anlagegesellschaften gedroht, Wal-Mart-Aktien aus seinem Portfolio zu streichen, wenn das Unternehmen nicht auf die Auslage sexuell aufreizender Publikationen verzichtet.

Keine Unterstützung für Abtreibungsorganisationen

Eine ähnliche Strategie schlägt der katholische Ave-Maria-Fonds ein: Er hat das Unternehmen Kimberly Clark, Hersteller von Windeln und Papiertüchern, mit einem Investitionsboykott bestraft, weil dieses die abtreibungsfördernde Organisation Planned Parenthood (in Deutschland Pro Familia) finanziell unterstützt. Kimberly Clark hatte dem Druck der Katholiken nicht nachgegeben. In den USA verfügen religiöse Anlagegesellschaften über geschätzte 3,85 Milliarden Euro Kapital, alle Fonds zusammen über insgesamt 4,18 Trillionen Euro.



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