Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. „Der Wahlausgang in Berlin im September 2026 gibt vielen Bevölkerungsgruppen Anlass zur Sorge“
  2. Fünf weibliche Opfer von Pater Marko Ivan Rupnik schreiben offenen Brief an Papst Leo XIV.
  3. "Marsch für das Leben"-Grußwort des DBK-Vorsitzenden Wilmer verfehlt das Thema
  4. Niederländischer Weihbischof Mutsaerts: „Kirche in der Krise – und wie wir sie nicht retten sollten“
  5. Irreversibel – die Diktatur des Geschehenen. Wenn die Geschichte zum ‚Lehramt‘ wird
  6. Katholische Cityseelsorge St. Gallen Mitveranstalter von ‚Drag-Show‘
  7. BDKJ und eine doch getaufte Kandidatin im Bundesvorstand
  8. Salzburg: 1.000 Gläubige bei Adoratio-Kongress zu "Himmlischer Friede"
  9. Niederlande: Ein zweijähriges Kind wurde durch Euthanasie getötet
  10. Bei öffentlichen Anlässen: Kanadas Militärkapläne dürfen nicht über Gott sprechen
  11. Der Katholik Macron wird bei keiner der drei Papstmessen in Frankreich mitfeiern
  12. Wien: Rund 20.000 Teilnehmer bei ökumenischem "Marsch für Jesus"
  13. Tausende Teilnehmer bei Pro-Life-Kundgebungen in Berlin, Köln und Zürich
  14. Gender-Ideologie: Katholische Familie kämpft um ihre Tochter
  15. Mutmaßlicher IS-Anhänger soll Anschlag auf eine Kirche in Bremen geplant haben - Festnahme

Australischer Priester kämpft gegen Notwehr-Paragrafen

8. Juni 2016 in KNA, keine Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Im australischen Bundesstaat Queensland und in Südaustralien ist das sogenannte «Gay Panic»-Gesetz geltendes Recht.


Sydney (KNA) Im australischen Bundesstaat Queensland und in Südaustralien ist das sogenannte «Gay Panic»-Gesetz geltendes Recht. Es rechtfertigt im Fall einer homosexuellen «Anmache» oder eines Übergriffs «Notwehr», auch mit Gewalt. «Ausgerechnet ein katholischer Priester», so die Reaktion von vielen, kämpft dafür, dass der Paragraf abgeschafft wird, wie bereits in den anderen australischen Bundesstaaten, in Neuseeland und den USA.

Pfarrer Paul Kelly begründet dieses Engagement mit seinem Glauben: «Jesus hat sich für die Menschen am Rand der Gesellschaft und jene eingesetzt, die niemanden haben, der seine Stimme gegen Ungerechtigkeit erhebt.» Auslöser war für den 48-Jährigen ein brutaler Todesfall im Hof des Pfarrhauses seiner damaligen Gemeinde in Maryborough. Vor Gericht verteidigten sich die beiden Täter mit der Behauptung, der Tote, Wayne Ruks, habe ihnen eindeutige sexuelle Avancen gemacht.


Der Richter wertete die Tat als Totschlag. «Da wusste ich: Ich muss was tun», sagt Kelly. «Als Pfarrer der Gemeinde, in der es passiert war, und als ausgebildeter Jurist konnte ich zu diesem Thema Stellung beziehen.» 2012 startete er die erste Petition zur Abschaffung des Paragrafen. Nach einigen Rückschlägen machte er jetzt einen neuen Anlauf. Die Resonanz auf die neue Petition an Queenslands Premierministerin Annastacia Palaszczuk und ihren Amtskollegen Jay Weatherill in Südaustralien ist groß: 268.000 Menschen haben bislang unterzeichnet.

Queensland gehört zu Australiens konservativen Bundesstaaten. Nach langen und kontroversen Debatten wurde 1990 Homosexualität unter Männern ab 18 Jahren straffrei gestellt. Das Schutzalter für heterosexuellen Verkehr liegt bei 16 Jahren. Erbittert wird auch über eingetragene gleichgeschlechtliche Partnerschaften gestritten. 2012 wurden die eingeführt, doch bereits im gleichen Jahr im Zuge eines Regierungswechsels wieder aufgeweicht. 2015 übernahm wieder die Labour-Partei in Brisbane - und führte ihr altes Gesetz wieder in vollem Umfang ein.

Pfarrer Kelly kritisiert, die Parteien schienen zu glauben, dass sie mit einer Abschaffung des «Gay Panic»-Paragrafen «Schwulenpolitik» betreiben. Dabei gehe es doch «um den Schutz einer Gruppe von Menschen vor Intoleranz und Gewalt». Der Priester weiß seine ehemalige Gemeinde in Maryborough und die meisten Menschen in seinem jetzigen Wirkungskreis im Distrikt Logan in Queensland-Stadt und dem Ferienparadies Gold Coast hinter sich. Dort ist er auch Polizeiseelsorger.

Brisbanes Erzbischof Mark Coleridge legt ihm bei seinem Engagement offenbar keine Steine in den Weg. «Ich habe ein gutes Verhältnis zu meinem Erzbischof», versichert Kelly. Coleridge habe sich zu der Angelegenheit noch nicht geäußert - aber dafür gebe es ja auch keine Notwendigkeit: «Sie steht ja nicht in Widerspruch zur katholischen Lehre und Moral.» Eines hat Pfarrer Kelly mit seiner Petition jedenfalls schon erreicht: Die Abschaffung des Paragrafen steht wieder auf der politischen Tagesordnung.

(C) 2016 KNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH. Alle Rechte vorbehalten.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

KNA-Watch

  1. Ethan Hawke schätzt den Buddhismus - und meditiert beim Joggen
  2. Zwischen Queen und Sex Pistols - Sänger Campino wandelt in London auf
  3. Regisseur Almodovar hält «Opus Dei» für gefährlich
  4. Der 'Franziskus-Katholik'
  5. Einfach mal abhängen - Am Freitag ist der «Tag der Hängematte»
  6. Basketballstar Dennis Schröder will später nach Mekka pilgern
  7. Jesuitenpater Mertes fordert Aufarbeitung kirchlicher Homophobie
  8. Spiegel-Verlag startet Bezahlangebot im Internet
  9. 60 Prominente fordern von Grünen Unterstützung für Volker Beck
  10. 'Breite Zustimmung' für angekündigte Prüfung von Frauen-Diakonat







Top-15

meist-gelesen

  1. Der Mensch ist mehr als eine Maschine - Die Würde des Menschen vor dem Angesicht Gottes
  2. Kardinal Koch zu Israel und Gaza: Ehrlich miteinander sprechen
  3. Wenn die Liebe das Gesetz des Kalküls durchbricht…
  4. Stanislaus-Kostka-Wallfahrt von Wien nach Rom erreicht ihr Ziel
  5. Papst: In der Seelsorge auf das Wesentliche konzentrieren
  6. Bruder von Leo XIV.: Papst hilft bei der Steuererklärung
  7. Bischof an Jugend: "Licht des neuen Afrikas liegt in euch"
  8. Wien: Rund 20.000 Teilnehmer bei ökumenischem "Marsch für Jesus"
  9. Tausende Teilnehmer bei Pro-Life-Kundgebungen in Berlin, Köln und Zürich
  10. Jesus in Hollywood: Eucharistische Prozession in den Straßen der Filmmetropole
  11. Papst-Vigil in Paris mit Jesus zugeschriebener "Heiliger Tunika"
  12. Katholische Cityseelsorge St. Gallen Mitveranstalter von ‚Drag-Show‘
  13. Niederlande: Ein zweijähriges Kind wurde durch Euthanasie getötet
  14. Leo XIV. besucht als erster Papst die wiederaufgebaute Notre-Dame
  15. Die Güte Gottes und die Freude am Glauben

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz