11 August 2016, 18:00
'Manif pour tous in Frankreich - Vorbild für notwendige Initiativen'
 
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Leseprobe 8 aus dem Buch von Robert Kardinal Sarah: „Gott oder Nichts – Ein Gespräch über den Glauben“

Kisslegg (kath.net) Europa darf nicht vergessen, dass seine Kultur vollständig vom Christentum und vom Duft des Evangeliums geprägt ist. Wenn der alte Kontinent sich endgültig von seinen Wurzeln abtrennt, dann fürchte ich, dass dies zu einer großen Krise der gesamten Menschheit führt, von der ich bereits ab und an einige Anfänge erkenne. Wer bedauert nicht die Gesetze über die Abtreibung, die Euthanasie und die neuen Gesetze über die Ehe und die Familie?

Ich vergesse dabei nicht, dass ich mit meiner Familie die Erkenntnis Christi dank der französischen Missionare erlangt habe. Meine Eltern und ich selbst verdanken ihren Glauben Europa. … Ich wäre möglicherweise niemals aus meinem Dorf hinausgekommen, wenn die Spiritaner den armen Dorfbewohnern nicht von Christus erzählt hätten. Wie ist es für uns Afrikaner zu verstehen, dass die Europäer nicht mehr an das glauben, was sie uns mit so viel Freude unter den härtesten Bedingungen gegeben haben? … Heute gibt es in Europa finanzielle und mediale Mächte, die die Katholiken daran zu hindern suchen, Gebrauch von ihrer Freiheit zu machen. Die »Manif pour tous« in Frankreich gibt ein Vorbild für notwendige Initiativen. Es war eine Demonstration des Genius des Christentums.

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Der Genderideologie zufolge gibt es zwischen dem Mann und der Frau jedoch keinen ontologischen Unterschied. Es heißt, dass die männlichen und weiblichen Identitäten nicht in die Natur eingeprägt seien; es handele sich um das Ergebnis einer sozialen Konstruktion, um eine Rolle, die die Individuen anhand von sozialen Aufgaben und Funktionen spielten. … Die Idee einer konstruierten Identität leugnet im Grunde genommen auf unrealistische Weise die Bedeutung des geschlechtlichen Leibes. Ein Mann wird niemals eine Frau und diese wird niemals ein Mann, ganz gleich, welche Verstümmelungen der eine oder andere auch über sich ergehen lassen mag.

Die Aussage, dass die menschliche Sexualität nicht mehr von der männlichen oder weiblichen Identität abhänge, sondern von sexuellen Orientierungen wie der Homosexualität, ist ein wahnhafter Totalitarismus. Für eine derartige Täuschung sehe ich keine Zukunft.

Meine Sorge gilt eher der Art und Weise, wie Staaten und internationale Organisationen versuchen, mit allen Mitteln den Dekonstruktivismus, die so genannte Gender-Philosophie, im Gewaltmarsch durchzusetzen. Wenn die Sexualität einzig und allein eine soziale und sexuelle Konstruktion ist, gehen wir nun dazu über, die Art und Weise infrage zu stellen, durch die sich die Menschheit seit ihren Ursprüngen fortpflanzt. Eigentlich ist eine solche extreme Sicht kaum ernst zu nehmen.

Wenn sich Forscher für derart aus der Luft gegriffene und gefährliche Äußerungen hergeben, steht ihnen das natürlich frei; doch ich werde es niemals hinnehmen, dass diese Theorien direkt oder schleichend wehrlosen Bevölkerungen aufgezwungen werden. Wie stellen Sie sich das vor, dass ein kleines Kind oder ein Heranwachsender in den entlegenen Gebieten Afrikas angesichts derartiger lügnerischer Spekulationen sich wehren könne?

Es ist eine Sache, homosexuelle Personen tatsächlich zu respektieren, aber es ist etwas anderes, die Homosexualität als ein Gesellschaftsmodell zu fördern. Dieses Verständnis menschlicher Beziehungen schadet im Grunde den Homosexuellen, die zu Opfern von Ideologen geworden sind, denen ihr Schicksal gleichgültig ist. Natürlich muss man darauf achten, dass die Homosexuellen nicht zum Ziel empörender und hinterhältiger Angriffe werden. Dennoch halte ich es für abwegig, diese Form der Sexualität in den Rang einer progressiven Weltanschauung erheben zu wollen. Ich stelle fest, dass bestimmte einflussreiche Strukturen aus der Homosexualität den Pfeiler einer neuen Weltethik machen wollen. Doch jedes extremistische ideologische Projekt trägt in sich seine eigene Niederlage; ich fürchte, dass die Homosexuellen früher oder später die ersten Opfer derartiger politischer Übergriffe sein werden.

Großer kath.net-Lesetipp
Gott oder Nichts
Ein Gespräch über den Glauben
Von Nicolas Diat; Robert Sarah
Sonstiger Urheber Georg Gänswein; Übersetzt von Katrin Krips-Schmidt; Claudia Reimüller
Hardcover, 399 Seiten
2015 Fe-Medienverlag
ISBN 978-3-86357-133-7
Preis 18.30 EUR

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Cardinal Sarah: The man overseeing the charity works of the Church (Rome Reports 2013)




Titelblatt des Buches











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