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'Dankbar für die wachsende Unterstützung der katholischen Kirche!'

14. September 2016 in Interview, 2 Lesermeinungen
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CDL-Vorsitzende Mechthild Löhr über den „Marsch für das Leben“: „Auch gegen Atomkraft haben viele mit großer Konsequenz und Hartnäckigkeit demonstriert und irgendwann Erfolg damit gehabt“. kath.net-Interview von Petra Lorleberg


Berlin (kath.net/pl) „Bei der negativen Entwicklung in der Abtreibungsfrage wollen wir als Christen nicht einfach nur zuschauen und das wollen wir hier in Berlin der Politik auch deutlich sagen, auch und gerade den Unionspolitikern, die bei diesem Thema am liebsten schweigen, oder auf den angeblich ‚gelungen‘ Kompromiss verweisen, der in der Abtreibungsproblematik gefunden sein.“ Die stellt Mechthild Löhr (Foto), Vorsitzende der „Christdemokraten für das Leben“ (CDL), im Interview mit kath.net fest. Die CDL ist eine bundesweit tätige Menschenrechtsinitiative, sie setzt sich für Schutz jedes menschlichen Lebens in allen Lebensphasen ein.

kath.net: Frau Löhr, warum ist Ihnen die Teilnahme am „Marsch für das Leben“ so wichtig?

Löhr: Wir sollten bereit sein, für das was wir lebenswichtig finden, öffentlich auch dann einzutreten, wenn es Widerspruch findet! Viele haben mit großer Konsequenz und Hartnäckigkeit viele Jahre lang gegen Atomkraft demonstriert und irgendwann Erfolg damit gehabt. Es gab und gibt Ostermärsche für den Frieden oder, ganz aktuell, viele Demonstrationen von TTIP-Gegnern.

Aber welches Thema könnte uns wichtiger sein als das Recht auf Leben für alle Menschen? Wir demonstrieren dafür aus voller Überzeugung. Wir tun dies als Bürger und Christen.

Denn es lohnt sich, dass wir uns für ein Europa und eine Gesellschaft einsetzen, in der wirklich jedes Kind willkommen ist, unabhängig von der sozialen Lage.

Vergessen wir nicht: derzeitig werden 97 Prozent aller Kinder offiziell aus Gründen der "Sozialen Indikation" abgetrieben. Wir werden jedoch keinesfalls die Hoffnung und das Ziel aufgeben, dass zu verändern. Dafür gehen wir in diesem Jahr wieder im Regierungszentrum Berlin friedlich auf die Straße und freuen uns, wenn unser Protest gegen den Skandal von Abtreibung und Euthanasie mitten in Europa immer mehr Gehör und Aufmerksamkeit findet.

Übrigens: Sogar unsern Kritikern scheint der Marsch sehr wichtig zu sein!

kath.net: Papst Franziskus ist bekanntermaßen Lebensschützer mit klarer Kante. Und im vergangenen Jahr kamen vier katholische Bischöfe persönlich zum Marsch. Ermutigt Sie das in Ihrem Engagement für das Leben?


Löhr: Der Schutz der Schöpfung und des menschlichen Lebens gehören für Papst Franziskus und für die Kirche zusammen. Das gleiche Recht auf Leben für jeden Menschen einerseits und das klare Gebot "Du sollst nicht töten" andererseits bilden eine unverzichtbare, genetische „DNA“ christlicher Glaubensüberzeugung!

Wir sind sehr froh und dankbar für die wachsende Unterstützung von Seiten der katholischen Kirche, die sich insbesondere durch die aktive Präsenz von Bischöfen ausdrückt.

In etlichen anderen Ländern ist die aktive Mitwirkung von Bischöfen an diesem friedlichen Protestmarsch bereits seit längerem ein wichtiges Signal dafür, dass viele Christen über den schwindenden Lebensschutz in den verschiedenen Staaten zunehmend besorgt sind.

Papst Franziskus, der uns zu unserer großen Freude sein Grußwort schicken wird, hat sich, ebenso wie seine Vorgänger, schon öfter deutlich zum Recht auf Leben geäußert, das keinesfalls zur beliebigen Disposition gestellt werden darf.

Aber auch einzelne protestantische Repräsentanten und Vertretungen begrüßen und fördern aktiv unser Anliegen.

Der Marsch ist ohnehin keine konfessionelle oder kirchliche Veranstaltung. Uns eint vielmehr eine gemeinsame Forderung: das Menschenrecht auf Leben gerade dann zu achten und zu schützen, wenn es vielleicht zunächst „einfacher“ erscheinen kann, es mit einer Abtreibung zu beenden. Also müssen wir gerade dann echte Hilfe anbieten, wenn ein Leben besonders gefährdet ist.

kath.net: „Jedes Kind ist zumutbar“, schreiben Sie auf die Ihre Einladungen und Plakate. Was meinen Sie damit?

Löhr:
Gemeinsam treten wir dafür ein, dass das Leben aller Ungeborenen unbedingt wirksamer und überzeugender als bisher geschützt werden muss. Hier versagen Staat und Gesellschaft bisher.

Viele Menschen sehen leider häufig sogar Geburt oder Abtreibung als zwei gleichwertige Handlungsalternativen. Das eigene Lebensrecht des Kindes bleibt gewissermaßen völlig auf der Strecke oder das Kind wird als unerwünscht und daher nicht wertvoll angesehen.

Doch jede Abtreibung löst nicht ein „Schwangerschaftsproblem“, sondern zerstört ein menschliches Leben. Es wird eben nicht etwa nur „eine befruchtete Eizelle“ oder „Schwangerschaftsgewebe“ abgesaugt, wie es manche „Pseudo“-Sexualaufklärungsinfos behaupten, sondern ein einmaliges menschliches Leben zerstört.

Gerade neue Methoden der pränatalen Diagnostik vermitteln vielen Schwangeren und ihrem Umfeld inzwischen den Eindruck, ohnehin seien nur noch „gesunde“ Kinder und Wunschkinder akzeptiert. Da entsteht ein wachsender, gefährlicher Druck auf Betroffene, Ungeborene, die entweder nicht zum richtigen Zeitpunkt oder mit eventuellen Gendefekten gezeugt wurden, keine Lebenschance mehr zugeben.

Wir sollten uns aber fragen, ob wir ganz sicher sein können, dass wir selbst in unserer frühsten Lebensphase solchen Ansprüchen genügt hatten.

Die Selektion von Menschen kann kein akzeptabler Fortschritt sein! Im Gegenteil: wer nur noch gesunde Menschen Lebensrechte zugesteht, produziert damit Schritt für Schritt eine inhumane, intolerante Gesellschaft, die immer weniger Erbarmen mit den Schwachen hat!

Bei dieser negativen Entwicklung wollen wir als Christen einfach nicht nur zuschauen und das wollen wir hier in Berlin der Politik deutlich zeigen. Auch und gerade den Unionspolitikern, die bei diesem Thema am liebsten schweigen, oder auf den angeblich „gelungen“ Kompromiss verweisen, der in der Abtreibungsproblematik gefunden sei.

Soll das tatsächlich ein „gelungener Kompromiss“ sein, wenn seit etlichen Jahren je nach Bundesland jede vierte bis sechste Schwangerschaft mit einer Abtreibung endet?

Wo bleiben da die Betroffenheit und die Erkenntnis von dringendem politischen Handlungsbedarf, die bei anderen Randthemen so oft und so gerne gefordert werden?

Der Staat versagt seit langem darin, das Leben seiner zukünftigen Bürger wirklich zu schützen und bezahlt sogar noch die Abtreibungen in über 80 Prozent der Fälle aus Steuermitteln. Auch dieses negative Signal ist eine Katastrophe und muss besonders dringend geändert werden!

Wir können das schaffen, sollten wir unseren Abgeordneten zurufen, wenn wir den Frauen und Familien wirklich helfen und damit eine neue Willkommenskultur auch für die Ungeborenen schaffen. Denn jeder Mensch ist gleich wertvoll, so lautet unser Motto in diesem Jahr!

Herzliche Einladung zum
Marsch für das Leben, Berlin, 17.09.2016

- Marsch fürs Läbe, Bern, 17.9.2016

Weiterführende Links:

- Berliner Erzbischof Koch nimmt am Marsch für das Leben teil

Regensburger Bischof Voderholzer kommt zum Marsch für das Leben

- Skandal: Evangelische Kirche distanziert sich vom Marsch für das Leben. Wendet sich aber "aus Ehrfurcht vor dem Leben" gegen Massentierhaltung!

- 'Marsch für das Leben'/Berlin 2015: Mehr als 7.000 Teilnehmer, 4 Bischöfe!

- Predigt von Weihbischof Thomas Maria Renz/Marsch für das Leben 2015: 'Aktiver Lebensschutz gehört klar zum Profil der Christen!'

Archivfoto Mechthild Löhr bei einer CDL-Kundgebung gegen den Praena-Test zur Aussortierung der Kinder mit Down-Syndrom


Foto Löhr (c) Christdemokraten für das Leben



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Lesermeinungen

 Ebu 15. September 2016 
 

Großen Dank an Erzbischof Koch

Man wagt es nicht zu hoffen, aber vielleicht ist das der Beginn der Trendwende. Wenn erst einmal viele Bischöfe mitgehen und ihre Priester bitten das gleiche zu tun, dann hat das durchaus Signalwirkung. Die Priester wiederum verkünden es dann in ihren Gemeinden und so kommen mehr und mehr Christen zum Marsch.
Besonderen Dank auch in diesem Zusammenhang an den Regensburger Bischof Voderholzer. Während meines diesjährigen Urlaubs in seinem Bistum konnte ich in einigen Kirchen die Einladung - mit organisierten Busreisen nach Berlin - finden. Besonders dazu aufgerufen war die Jugend.
Ein Beispiel, das in anderen Bistümern Schule machen sollte.


2
 
 SpatzInDerHand 14. September 2016 

Ich finde das so klasse, das zwei Ortbischöfe ihre Teilnahme angemeldet haben.

Das macht Mut! :)


4
 

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