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Die grenzenlose Barmherzigkeit Gottes

22. November 2016 in Spirituelles, 2 Lesermeinungen
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Haben auch „die bösen Kapitalisten“ und die Umweltzerstörer einen „Anspruch“ auf Gottes Barmherzigkeit? Gastbeitrag von Stefan Fleischer


Grenchen (kath.net) Als kürzlich wieder einmal einer eine Breitseite gegen „die bösen Kapitalisten“ und Umweltzerstörer abfeuerte, da stellte sich mir plötzlich die Frage, ob denn diese Menschen nicht den gleichen „Anspruch“ auf Gottes Barmherzigkeit – und damit natürlich auch auf meine – hätten, wie andere Kategorien von Sündern, denen heute so oft so viel Verständnis und Barmherzigkeit entgegengebracht wird. Die gleiche Frage stellt sich dann natürlich auch bei den Pädophilen, den Terroristen und anderen Verbrechern. Unterscheidet Gottes Barmherzigkeit wirklich zwischen den Sündern je nach Art der Sünde? Und wie steht es um mich selber? Um welche Art von Sünden handelt es sich dann bei meinen eigenen (die ich hier verständlicherweise nicht namentlich aufzählen möchte)? Kann ich trotz allem mit Gottes Barmherzigkeit rechnen oder werde ich einst hören müssen: „Weg von mir, du Verfluchter, …“? (vgl. Mt 25,41)

„Darum sage ich euch: Jede Sünde und Lästerung wird den Menschen vergeben werden, aber die Lästerung gegen den Geist wird nicht vergeben.“ (Mt 12,31) Ich glaube, in dieser Schriftstelle liegt ein entscheidender Schlüssel zum besseren Verständnis der Barmherzigkeit Gottes. Was Gott hindert, oder genauer gesagt womit wir Gott hindern, uns Barmherzigkeit zu erweisen, ist die Lästerung gegen den Geist. In unserem Zusammenhang sind zwei Arten solcher Lästerung zu erwähnen, die Leugnung der Sünde und die Leugnung der persönlichen Schuld. Die große Versuchung heute ist es, die Sünde auf die persönliche Schuld zu reduzieren. Dabei spürt jeder vernünftige Mensch, dass all unsere Taten und Worte, ja selbst unsere Gedanken Einfluss haben, nicht nur auf uns selbst, sondern auch auf unsere Umgebung, ja die ganze Welt. Dieser Einfluss kann gut, weniger gut, aber auch schlecht, ja böse, sein. Einen schlechten Einfluss auf unsere Umgebung zu nehmen, das ist Sünde, unabhängig davon, ob dies bewusst geschieht oder nicht, ob ein böser Wille dahintersteckt oder ob es vielleicht sogar gut gemeint war. Die Leugnung Sünde an sich ist so gesehen eine Weiterführung der Erbsünde, jenes selber wissen, selber entscheiden zu wollen, was gut und was böse ist, und damit eine Lästerung des Heiligen Geistes, der uns in Gottes Willen einführen will.


Die andere große Versuchung heute die Leugnung der persönlichen Schuld. Auch dies ist eine Folge der Erbschuld. Wo wir selber entscheiden wollen, was gut ist und was nicht, gibt es keine persönliche Schuld, solange es „für mich stimmt“. Schuld aber entsteht überall, wo andere zu kurz kommen. Damit es aber auch für alle anderen stimmt, dazu braucht es die Unterordnung unter Gottes Willen, welche allein eine bessere Welt zu schaffen vermag, und den uns der Geist lehren will. Alles nur auf mich selber zu beziehen, das kann man also ruhig als Lästerung jenes Geistes sehen, der nur das Beste für alle will. Das führt dazu, hinter den Weisungen und Geboten Gottes reine Schikanen zu sehen, statt sie dankbar als Erweis seiner Liebe zu uns allen anzunehmen.

Gott kennt unsere Schwächen und Fehler und verzeiht gerne. Das zu beweisen ist Christus am Kreuz für uns gestorben. Wir aber haben die Möglichkeit, uns seiner Barmherzigkeit zu verweigern, indem wir entweder die Sünde an sich leugnen oder unsere persönliche Schuld, oder gar beides. Wo es aber nichts zu verzeihen gibt, da kann selbst Gott nicht verzeihen.

kath.net-Buchtipp:
Gottesbeziehung heute
Gedanken und Erfahrungen
Von Stefan Fleischer
Taschenbuch, 184 Seiten
2015 BoD
ISBN 978-3-7392-0045-3
Preis 15.50 EUR

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Flurkreuz im Winternebel nahe St. Peter/Lindenberg (Südschwarzwald)




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Lesermeinungen

 Konrad Georg 24. November 2016 
 

@ Montfort: Gräßlich diese Vorstellung,

aber Faktum.

Zum Artikel
Ich fürchte, daß mit Hochmut alles getroffen ist.


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 Montfort 22. November 2016 

„… aber niemand gab ihm davon“

Kleiner Auszug aus dem modernen „Gleichnis vom unbarmherzigen jüngeren Sohn“ (frei erfunden, kirchlich weit verbreitet): „Da ging er zu seinem Vater und sagte: ‚Vater, ich bin dein Sohn, gib mir von dem, was vom Erbe noch da ist, denn du hast mir erwiesenermaßen viel zu wenig an Liebe, Talenten und Ressourcen mitgegeben. Du bist schuld, dass ich mein Erbteil verloren habe, dass ich nicht fähig war, es zu bewahren oder zu vermehren. Ich finde sogar, dass ich es gut ausgegeben habe: Es hat mir viele schöne Stunden beschert. Gib mir also mehr, gib mir alles, was ich will und was meinen Bedürfnissen und Gelüsten entspricht. Und sag meinem Bruder, er soll nicht so hartherzig, knausrig, legalistisch und herzensverkalkt sein - denn ihr alle könnt froh sein, dass ich wieder da bin. Ich habe ein Recht auf Barmherzigkeit, besser gesagt: ab jetzt wird so gelebt und gewirtschaftet, wie ICH es für richtig halte! Das ist nur gerecht, denn bis jetzt habe ich mich ja aus dem Betrieb herausgehalten!‘“


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