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Zölibat - Unerträglich für Relativisten

23. Februar 2017 in Kommentar, 45 Lesermeinungen
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In der Diktatur des Relativismus steht die Zölibatsforderung auch für das unterscheidend Katholische. Diese Alleinstellung ist für Relativisten unerträglich. Gastkommentar von Prof. Hubert Gindert


Bonn (kath.net/Blog Forum Deutscher Katholiken) Die Augsburger Allgemeine Zeitung nimmt die „Erste deutschlandweite Seelsorgstudie der katholischen Kirche“ über „Ressourcen und Belastungen“ von katholischen Seelsorgern zum Anlass, die Zölibatsverpflichtung für katholische Priester zu kritisieren. Der Titel lautet „Wenn nur der leidige Zölibat nicht wäre“ (AZ, 18.4.15, S. 6). Im Untertitel dazu heißt es: „Jeder dritte katholische Priester in Deutschland empfindet die vorgeschriebene Ehelosigkeit als schwere Belastung.“

„Eine fünfköpfige Forschungsgruppe unter der Leitung von P. Prof. Eckart Frick SJ hat dazu mehr als 8.000 in der katholischen Seelsorge tätige Personen befragt. In der Studie werden Ressourcen, Anspruch und Belastung der pastoralen Berufe in der katholischen Kirche Deutschlands untersucht: Erreichbar sein, trösten können, spirituelle Orientierung geben, kompetent leiten können … Was aber passiert, wenn die Gemeinden zu immer größeren Einheiten zusammengelegt werden? Wie wirken sich die Herausforderungen unserer Zeit auf Engagement und Gesundheit aus … Zufriedenheit und Leistungsbereitschaft sind erstaunlich hoch … Dennoch gibt es natürlich Hauptamtliche in der Seelsorge, die für Unterstützung oder auch eine stärkere Berücksichtigung ihrer Fähigkeiten in der Seelsorge dankbar wären, so das Fazit des Forschungsteams“ (Pressemitteilungen der deutschen Bischofskonferenz, 16.4.15).


Sprechen diese Feststellungen der AZ gegen den Zölibat? „Herausforderungen“ für eine Aufgabe werden üblicherweise als etwas Positives betrachtet. Sie geben Gelegenheit, Fähigkeiten zu beweisen.

Zum Zölibat sagt die Lehre der Kirche: „Mit Ausnahme der ständigen Diakone werden alle geweihten Amtsträger der lateinischen Kirche normalerweise aus den gläubigen Männern gewählt, die zölibatär leben und den Willen haben, den Zölibat ‚um des Himmelreiches willen‘ (Mt. 19,12) beizubehalten“ (KKK 15,79). Der Zölibat ist zweifellos eine „Herausforderung“, um ungeteilt für die priesterliche Aufgabe zur Verfügung zu stehen. Ist er lebbar? Laut Seelsorgstudie wird er von sieben Achtel gelebt. Der Priesterkandidat prüft sich dafür in einem jahrelangen Entscheidungsprozess. Wer sich gegen die Zölibatsverpflichtung ausspricht, traut offensichtlich einem Menschen nicht zu, eine solche Bindung einzugehen und ein Leben lang durchzuhalten. Die Frage hier ist, was geschehen kann, dass Priester ihr Zölibatsversprechen durchhalten oder erneuern können. Im AZ-Artikel wird beispielsweise angedeutet, dass Priester, die zusammen mit anderen in einer Wohngemeinschaft leben, zufriedener seien als allein lebende“. Weiter sind „wesentlich für die Lebenszufriedenheit positive spirituelle Erfahrungen, vor allem im privaten Gebet“. Eine Stärkung für die Priester ist außerdem die „Anerkennung ihrer Arbeit“.

Wenig hilfreich ist dagegen, wenn selbst innerhalb der Kirche der Zölibat infrage gestellt wird. So fordert Joachim Frank, der neue Vorsitzende der „Gesellschaft katholischer Publizisten“ von den Bischöfen „alternative Zugänge zum Priesteramt anzubahnen“. Frank verschweigt bei seiner Forderung, dass er verheirateter Expriester ist (kath.net hat berichtet).

In der Diktatur des Relativismus steht die Zölibatsforderung auch für das unterscheidend Katholische. Diese Alleinstellung ist für Relativisten unerträglich. Der verbissene Kampf gegen den Zölibat findet darin seine Erklärung.

Herzliche Einladung zum Kongress „Freude am Glauben“ des Forums Deutscher Katholiken am 7. bis 9. Juli 2017 nach Fulda!

Prof. Dr. Hubert Gindert (Foto) ist der Initiator und Vorsitzende des Forums Deutscher Katholiken. Als Vorsitzender des Diözesanrates des Bistums Augsburg war er von 1990 bis 1994 Mitglied im Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK). Seit 1996 ist Hubert Gindert Chefredakteur der katholischen Monatszeitschrift „Der Fels“. Siehe auch Eintrag auf kathpedia.

K-TV-Interview mit Prof. Hubert Gindert



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