13 April 2017, 08:00
Schwere Kritik am Fußball-Nachholspiel nur einen Tag nach Anschlag
 
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David Kadel („Fußball-Bibel“): „Ich bin immer noch geschockt, wie herzlos und ohne jegliches Mitgefühl die Egomanen der UEFA dieses Spiel einfach durch drückten, ohne vorher überhaupt die traumatisierten Opfer des Bomben-Attentats zu befragen“.

Dortmund (kath.net) „Ich bin immer noch geschockt und wütend, wie herzlos und ohne jegliches Mitgefühl die Egomanen der UEFA dieses Spiel einfach durch drückten, ohne vorher überhaupt die traumatisierten Opfer des Bomben-Attentats zu befragen ... :-( Scheiß auf Euren Terminplan Ihr UEFA Top-Manager aus Nyon!!“ Das schreibt David Kadel erkennbar aufgebracht auf seinem Facebookauftritt. Kadel ist praktizierender Christ, TV-Moderator, Kabarettist, Autor („Fußball-Bibel“), Journalist und – last not least – Motivationscoach u.a. für Fußball-Profis und die Deutsche Leichtathletik-Nationalmannschaft. Kadel äußerte sich nach dem Nachholspiel am Mittwochabend zwischen dem Fußballerstligisten Borussia Dortmund (BVB) und AS Monaco. Am Dienstagabend war auf den Mannschaftsbus des BVB ein schwerer Anschlag verübt worden, ein Spieler und ein Polizist wurden (nicht lebensgefährlich) verletzt. Das gestrige Spiel fand unter hohen Sicherheitsvorkehrungen statt. Kadel äußerte weiter: „Wo Menschen um Haaresbreite einer Katastrophe entgingen und um ihr Leben fürchten mussten, nur eine Stunde später von ‚Termin-Engpass‘ zu sprechen, ist das Menschenverachtendste und Zynischste, das ich je im Profi-Fußball erlebt habe!! Es zeigt mal wieder, wie wenig Platz für Empathie & Werte in diesem Geschäft ist.“

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Kaddel steht mit seiner Kritik keineswegs allein. BVB-Kapitän Marcel Schmelzer äußerte nach Angaben des „Spiegel“: „Wir hätten uns sehr, sehr, sehr darüber gefreut, wenn es an einem anderen Tag hätte stattfinden können. Bei aller Größe des Wettbewerbs: Wir sind alle Menschen.“ Nachdem man gehört hatte, dass sich einer der Metallstifte in eine Kopflehne des Mannschaftsbusses gebohrt hatte, seien ihm und der Mannschaft bewusst geworden, welches unfassbare „Glück“ man gehabt habe, dass nicht mehr passiert sei.

Der Verteidiger Sokratis, von „Spiegel“ als „beinhart“ beschrieben, hatte sich nach dem Spiel bei den Fans für die Unterstützung bedankt und dabei offenbar Tränen in den Augen gehabt. Er äußerte nach Angabe des „Spiegel“: „Wir wurden wie Tiere behandelt und nicht wie Menschen.“

Spieler Nuri Sahin sagte dem norwegischen Fernsehen, so der „Spiegel“ weiter, dass er nicht an Fußball gedacht habe, als er auf dem Platz war. Sahin war nach der Halbzeitpause eingewechselt worden. „Ich weiß, dass der Fußball wichtig ist. Und ich weiß, dass wir sehr viel Geld verdienen, ein privilegiertes Leben haben. Aber wir sind auch nur Menschen und es gibt sehr viel mehr als Fußball auf dieser Welt. Das haben wir vergangene Nacht gefühlt.“

Trainer Thomas Tuchel erläuterte, er sei per SMS über die Ansetzung des Nachholtermins informiert worden, weder er noch die Spieler seien dazu gefragt worden. Niemand habe ihn oder einen Spieler gefragt: „Wir hatten das Gefühl, behandelt zu werden, als wäre eine Bierdose an unseren Bus geflogen.“ Den Spielern und ihrem Team, die immerhin einen Anschlag auf ihr Leben zu verkraften hatten, sei zu spüren gegeben worden, dass sie zu „funktionieren“ hätten.

Diese und weitere Vorwürfe waren vom europäischen Fußballverband bereits am Mittwoch zurückgewiesen worden.

Christliches Medienmagazin pro - David Kadel: Auch "Fußballgötter" sind Menschen








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