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Kroatien: Pro-Life-NGO kritisiert Hürden bei Job-Enstieg für Mütter

3. Juni 2017 in Weltkirche, keine Lesermeinung
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"Marsch für das Leben" versammelte in Zagreb doppelt so viele Bürger wie im Vorjahr - 20.000 Lebensschützer in Zagreb und weitere 10.000 Lebensschützer in Split


Zagreb (kath.net/KAP) Die völlig unzureichende Hilfen beim Wiedereinstieg von Frauen in den Beruf nach der Schwangerschaft in Kroatien ist beim diesjährigen "Marsch für das Leben" kritisiert worden. 20 Prozent der Frauen in Kroatien würden nach der Geburt des Kindes und nach dem Mutterschutz gekündigt, sagte Kristina Bakula, Mitglied des Koordinationsteams der Initiative, laut aktueller Ausgabe der katholischen Wochenzeitung "Glas Koncila".

Der "Marsch für das Leben" versammelte in Zagreb doppelt so viele Bürger wie im Vorjahr. 20.000 Bürger nahmen laut "Glas Koncila" in einer Kolonne von 700 Metern entlang der Zagreber Hauptstraße Ilica bis zum Jelacic-Platz teil. Unter dem Motto des "Für Leben, Familie und Kroatien" schloss sich heuer die zweitgrößte kroatische Stadt Split mit etwa 10.000 Teilnehmern an, wo nach dem Marsch an der Riva-Uferpromenade mit einem Konzert das Leben gefeiert wurde.


Die Märsche wurden von zivilgesellschaftlichen Organisationen sowie kirchlichen Bewegungen organisiert. Bürger, Gläubige, einzelne Politiker und Sportler schlossen sich an. Mehr als 500 Freiwillige halfen bei der Organisation in Zagreb und Split.

Mitinitiatorin Bakula nannte die vorgeburtliche Selektion in Skandinavien als abschreckendes Beispiel: "Wir wollen keine Gesellschaft wie Island, die stolz ist, dass sie zu 100 Prozent frei von Kindern mit Down-Syndrom ist. Wir wollen keine Gesellschaft, in der eine reine Rasse geschaffen wird. Wir wollen eine Gesellschaft, in der die Unterschiede angenommen werden, in der die Kleinsten und die Gefährdetsten geschützt und nicht eliminiert werden."

Der diesjährige Marsch für das Leben war nach der im März 2017 getroffenen Entscheidung des kroatischen Verfassungsgerichtshofs beschlossen worden. Das Gericht hatte dem Parlament aufgetragen, in zwei Jahre ein neues Gesetz zum Schwangerschaftsabbruch zu erlassen. Mit diesem Gesetz soll die Frage der Abtreibung, die jetzt mit einem Gesetz aus dem Jahr 1978 reguliert wird, präzisiert werden. Während des Marsches wurde mehrmals betont, dass man mit dieser Initiative u.a. erreichen wolle, dass alle informiert werden, dass das menschliche Leben mit der Befruchtung beginnt.

Für Konflikte sorgt unterdessen die Vorbereitung des "Marsches für das Leben" in Berlin. Die Aktion findet heuer ohne Rückhalt des Berliner Diözesanrats der Katholiken statt. Die höchste Laienvertretung in der Erzdiözese lehnte vor einer Woche einen Antrag zur Unterstützung bei ihrer jüngsten Vollversammlung mit großer Mehrheit ab, wie der Ratsvorsitzende Bernd Streich bestätigte. Der 13. Marsch dieser Art in Berlin ist für den 16. September geplant. Organisiert wird er von 13 deutschen Lebensschutzorganisationen.

Laut dem von Ratsmitgliedern eingebrachten Antrag sollte der Katholikenrat die Katholiken der Erzdiözese zur Teilnahme an dem Marsch aufrufen. Die Kundgebung wendet sich unter anderem gegen Abtreibung und Euthanasie. Dagegen kam nach Angaben des Ratsvorsitzenden in der Aussprache vor der Abstimmung der Einwand, dass viele Befürworter des Marsches eine differenzierte Auseinandersetzung mit dem komplexen Thema des Lebensschutzes vermissen ließen.

Copyright 2017 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
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