09 Oktober 2017, 07:00
Libyen: Leichen der koptischen Märtyrer gefunden
 
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Generalstaatsanwaltschaft bestätigt Entdeckung des Massengrabs mit sterblichen Hüllen der 21 jungen Ägypter, die 2015 in Sirte ermordet wurden

Wien (kath.net/KAP) Die libysche Generalstaatsanwaltschaft hat die Auffindung der Leichen von 21 koptischen Christen bestätigt, die 2015 von IS-Terroristen an der Küste bei der tripolitanischen Stadt Sirte ermordet worden sind. Nach Angaben ägyptischer Medien wurden die Leichen am Stadtrand von Sirte mit auf dem Rücken zusammengebundenen Händen und der orangefarbenen Gefangenenmontur gefunden, die auch auf einem von den Terroristen verbreiteten Video zu sehen war. Man habe Verfahren zur Identifizierung der Opfer durch eine DNA-Analyse in die Wege geleitet, teilte der Pressedienst der Stiftung "Pro Oriente" am Sonntag mit.

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Der libysche Generalstaatsanwalt Al Sadiq al-Sour hatte bereits bei einer Pressekonferenz Ende September mitgeteilt, dass am Stadtrand von Sirte ein Massengrab gefunden worden sei, in dem die sterblichen Hüllen der 21 geköpften ägyptischen Christen vermutet würden. Ein als Komplize der IS-Terroristen verdächtiger Verhafteter habe den Ort des Massengrabes bezeichnet. Al Sadiq al-Sour teilte auch mit, dass der Kameramann des Dschihadisten-Videos über die kollektive Ermordung der 21 jungen Ägypter verhaftet worden sei.

Die ägyptischen Märtyrer - Arbeitsmigranten, die jahrelang in Libyen tätig waren - wurden im Jänner 2015 von den IS-Terroristen entführt. Islamistische Internetportale veröffentlichten das Video von der Ermordung der jungen Kopten, die sich allesamt geweigert hatten, zum Islam zu konvertieren, um sich zu retten, am 15. Februar 2015. Bereits kurze Zeit nach der barbarischen Tat nahm der koptisch-orthodoxe Papst-Patriarch Tawadros II. die 21 koptischen Christen in das "Synaxarium", das Verzeichnis der Heiligen der koptischen Kirche, auf. Das Fest der Märtyrer wird am 15. Februar gefeiert.

"Das Video von der Ermordung der Märtyrer von Sirte wurde als schauerliche Filmszene konstruiert in der Absicht, Angst und Schrecken zu verbreiten", so der koptisch-katholische Bischof Antonios Aziz Mina: "Und dennoch kann man in diesem diabolischen Produkt erkennen, dass viele der Märtyrer im Augenblick ihrer barbarischen Ermordung immer wieder 'Herr Jesus Christus' sagen. Der Name Jesu war das letzte Wort, das auf ihren Lippen erschien. Wie bei der Passion der ersten Märtyrer wandten sie sich an Ihn, der sie wenig später empfangen sollte."

Menschenrechtler fordern Konsequenzen

Nach dem Fund des Massengrabs fordern Menschenrechtler nun Konsequenzen. Die mutmaßlichen Mörder, Terroristen des "Islamischen Staats" (IS), müssten zur Rechenschaft gezogen werden, so die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) am Sonntag in Göttingen. "Die nun namentlich bekannten Täter dürfen nicht straflos bleiben."

Derzeit werden die Überreste in der Gerichtsmedizin der libyschen Stadt Misrata untersucht. Sie sollen anschließend ihren Familienangehörigen übergeben werden.

Die 21 koptischen Märtyrer standen in der Christusnachfolge




Foto zur Dokumentation: Brutale Hinrichtung von koptischen Christen. Ihnen wurden mit dem Messer die Köpfe abgeschnitten





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