Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Bischofsweihen - Piusbruderschaft kündigt die Namen der vier neuen Bischöfe an
  2. Vatikan korrigiert argentinische Bischöfe: Gläubige dürfen kniend und auf die Zunge kommunizieren
  3. „Puff für alle“: Entsetztes Kopfschütteln über Sexualkunde-Aufgabe an katholisch geprägtem Gymnasium
  4. Liegt ein Schisma in der Luft?
  5. „Ut unum sint“ - Wahrheit, Tradition und sichtbare Communio
  6. MAGNIFICA HUMANITAS
  7. Die ekklesialen Abrissbagger kreisen in den Dörfern
  8. US-Diözese Wichita hat seit Jahren viele Priesterberufungen
  9. Adios Toni!
  10. Die Liturgie gehört nicht uns! Reform muss aus der Tradition wachsen
  11. „Die Genderideologie ist zutiefst reaktionär“
  12. Das Babel-Syndrom. Die gezählte Seele und der steinerne Himmel der Maschinen
  13. Polnische Bischofskonferenz bejaht in Positionspapier die Ehe nur „zwischen Mann und Frau“
  14. Ebola-Ausbruch in Ostafrika: Groß-Wallfahrt in Uganda abgesagt
  15. Pastor in London wegen Straßenpredigt verhaftet: Vorwurf der „Hassrede“ nach Kritik am Islam

„Vorstoß von Kardinal Marx missachtet eindeutige Offenbarung Gottes“

7. Februar 2018 in Aktuelles, 48 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Kardinal Cordes widerspricht auf kath.net-Anfrage dem Vorschlag von DBK-Kopf Marx zur Segnung von homosexuellen Partnerschaften „in Einzelfällen“: „Marx erwähnt nicht einmal, dass Homosexualität immer dem Willen Gottes widerspricht.“


Vatikan (kath.net) Der emeritierte Kurienkardinal Paul Josef Cordes widerspricht dem Vorschlag des Münchner Erzbischofs und Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Reinhard Kardinal Marx, homosexuelle Paare „in Einzelfällen“ zu kirchlich zu segnen. Auf die Anfrage von kath.net antwortete der aus Deutschland stammende Kardinal wörtlich:

»1. Der Vorstoß von Kardinal Marx missachtet die eindeutige Offenbarung Gottes.
Die Kirche ist aber in ihrer Pastoral an die Heilige Schrift und an deren Deutung durch das kirchliche Lehramt gebunden. Der Römerbrief des Apostels Paulus (Verse 1,18-32) mit seiner Exegese durch Heinrich Schlier (in Der Römerbrief, Freiburg 1977, 47–66), die „Erklärung der Glaubenskongregation“ vom 29.12.1975 und der „Katechismus der Katholischen Kirche“ (Nr.2357) reichen eigentlich aus, um die hier verbindliche Weisung der Kirche zu erkennen. Marx erwähnt nicht einmal, dass Homosexualität immer dem Willen Gottes widerspricht.

2. Die Zustimmung zu solchen Paar-„Segnungen“ ist beängstigend naiv.

Wer auch nur kurz nachdenkt, entdeckt die wahre Absicht der Interessierten. Und wer solche Bitten mit der „Autosegnung“ vergleicht, dem entgeht die Hinterlist, die wirklich verfolgt wird. Fraglos hat die Glaubensgemeinschaft „Kirche“ den Segen niemandem vorzuenthalten. Auch sind wir gewohnt, für den Gebrauch von Sachgegenständen Gott anzurufen.


Doch wollen in diesem Fall nicht Menschen je für sich Gottes Beistand erlangen; den können sie in jeder Situation auf viele andere Weise erbitten. Sie wollen die „Segnung“ ihrer sündhaften Verbindung. Sie zielen mit ihrem Ansuchen auf die Anerkennung ihrer homosexuellen Lebensweise und auf deren kirchliche Aufwertung. Diese soll als Normalität erscheinen.

Kirchlicher Segen als Bestätigung einer Gott-widrigen Paarbeziehung? Das erscheint nun wirklich frevelhaft.

3. Der Vorschlag des Präsidenten der Deutschen Bischofskonferenz missversteht Seelsorge als Ausdruck von sentimentalem Einverständnis.

O-Ton Marx: „…seelsorglich näher an denen dran sind, die die Seelsorge brauchen… in den konkreten Situationen auch einen Zuspruch geben…in Einzelfällen“. Eine Neuauflage der „Situationsethik“? Gottwidrigkeiten („intrinsece malum – in sich Schlechtes“) bleiben immer Sünde.

Oder etwa „in Einzelfällen“: Mehr Ermutigung für die Aktivitäten der Mafiosi? Einverständliche Seelsorge für abtreibende Ärzte?

Welcher Kirchenmann wäre schließlich so vermessen, von seinem konfusen „Mitgefühl“ mehr Heil zu erwarten als vom Hören auf Gottes Willen? Welcher Diener weiß es besser als sein Herr?

In jedem Fall zeigt eine zentrale Forderung des Hl. Augustinus dem Kardinal die Schranken: „Liebet die irrenden Menschen; aber bekämpfet mit Hasse ihren Irrtum! Ohne Überhebung sonnt euch im Besitze der Wahrheit; streitet für sie in Milde und Güte!“ (Augustinus in „Contra litteras Petiliani“ 1, 31).«

Cordes war bis zu seiner Emeritierung (2010) Präsident des Päpstlichen Rates «Cor unum» gewesen, zuvor langjähriger Vizepräsident des Päpstlichen Rates für die Laien. Er ist einer der Initiatoren der katholischen Weltjugendtage, die er wesentlich mitprägte. Der Westfale hatte vor seiner Berufung als Weihbischof von Paderborn (1975) einige Jahre als Referent im Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz gewirkt, 1980 wechselte er auf Betreiben von Papst Johannes Paul II. in den Vatikan. Papst Benedikt XVI. kreierte ihn 2007 zum Kardinal (Näheres zur Vita des Kardinals findet sich auf der Seite der Deutschen Bischofskonferenz). Im Mai 2017 war Cordes Päpstlicher Sondergesandter beim 100. Fatima-Jubiläum in Kasachstan, kath.net hat berichtet.

Der Päpstliche Sondergesandte Paul Josef Kardinal Cordes zum 100. Fatima-Jubiläum in Kasachstan - Während der Messfeier



Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Cordes

  1. Jungfräulichkeit, der Affront gegen diese Zeit
  2. Cordes rückt eine Kardinalsklasse höher
  3. New Age – eine modische Heilslehre, theologisch inspiziert
  4. Kardinal Cordes: Statt Esoterik "Gott, der uns entgegengeht"
  5. „Keine Willkommenskultur für Christen“
  6. 'Unser Missions-Wille und unsere Missions-Kraft sind schwach geworden'
  7. Neues Buch von Kardinal Cordes: 'Dein Angesicht, Gott, suche ich'
  8. 'Es ist etwas Wunderbares um unsern katholischen Glauben'
  9. Der Priester ist kein Auslaufmodell
  10. 'Diskussionen und Konflikte gehören zur Geschichte der Kirche'






Top-15

meist-gelesen

  1. SIZILIEN-Rundreise mit Kaplan Johannes Maria Schwarz - ANMELDUNG noch bis 22. JUNI!
  2. Bischofsweihen - Piusbruderschaft kündigt die Namen der vier neuen Bischöfe an
  3. Liegt ein Schisma in der Luft?
  4. „Puff für alle“: Entsetztes Kopfschütteln über Sexualkunde-Aufgabe an katholisch geprägtem Gymnasium
  5. MAGNIFICA HUMANITAS
  6. Vatikan korrigiert argentinische Bischöfe: Gläubige dürfen kniend und auf die Zunge kommunizieren
  7. Die ekklesialen Abrissbagger kreisen in den Dörfern
  8. „Die Genderideologie ist zutiefst reaktionär“
  9. Adios Toni!
  10. US-Diözese Wichita hat seit Jahren viele Priesterberufungen
  11. „Ut unum sint“ - Wahrheit, Tradition und sichtbare Communio
  12. Islamexperte Mansour warnt: Europa hat ‚naive Haltung‘ zum Islam
  13. Das Babel-Syndrom. Die gezählte Seele und der steinerne Himmel der Maschinen
  14. „Ohne Jesus wären wir nicht mehr zusammen“
  15. Erzdiözese Salzburg: Weiterbildungsveranstaltung mit Homosexuellen-Initiative

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz