Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Warum bei dem hohen Aufkommen an Bischöfen in Deutschland eine solch vehemente Entchristlichung?
  2. Freikirche oder katholische Kirche? Überlegungen eines Konvertiten
  3. „Drohende Worte von Kardinal Roche: Besucht nicht die überlieferte lateinische Messe!“
  4. Am Grab des Petrus – Die diesjährige Romwallfahrt Ad Petri Sedem
  5. Steigende Zahl erwachsener Taufbewerber in ostdeutschen Städten, aber...
  6. „Menschen können die Kirche weder reformieren noch nach eigenem Gutdünken eine neue gründen“
  7. „Als Bischof ist es meine Pflicht, den Glauben der Kirche zu verkünden“
  8. Priester spendete bei Zugunglück in Spanien die Generalabsolution, tröstete Opfer und Angehörige
  9. Nach Christus-Verhöhnung: CDU-Politikerin Bosbach legt Beschwerde gegen Jan Böhmermann ein
  10. „Wir werden erwartet“
  11. Auf zu den Friedhöfen! Wir bitten für unsere Verstorbenen um Gottes Gnade!
  12. Wie Halloween begann: Das Fest wurzelt in einem großen Exorzismus
  13. Neuerlich umstrittene Ehrung durch Kardinal Cupich
  14. Zisterzienserpater Isaak Maria Käfferlein aus Neuzelle: „Getauft sein reicht nicht!“
  15. Papst baut Sekretariat der weltweiten Synode um

Wiener Tagung: Mann und Frau ergänzen einander

17. Oktober 2018 in Familie, keine Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Fachexperten bei Veranstaltung des RPP-Instituts: Dreidimensionales Sehen erst durch bewusste Verschiedenartigkeit der Geschlechter - Philosophin Gerl-Falkovitz: Unterschied zwischen Mann und Frau ist bleibendes "Salz in der Suppe"


Wien (kath.net/KAP) In der gegenwärtigen Gesellschaft ist das "Talent" zur Männlichkeit bzw. Weiblichkeit oft verkümmert, doch würde dessen Wiederentdeckung dem Menschen dabei helfen, wieder beziehungsfähiger zu werden: Das war eine der zentralen Botschaften einer Tagung zum Thema "Mann und Frau", die das Institut für Religiosität in Psychiatrie und Psychotherapie (RPP) am Wochenende gemeinsam mit dem Institut für Ehe und Familie (IEF) und der Sigmund Freud Privatuniversität im Wiener Billrothhaus veranstaltet hat. Renommierte Vortragende aus Psychologie, Medizin und Philosophie beleuchteten Schieflagen im Beziehungsleben der Gegenwart und diskutierten Ansätze, um Männlichkeit und Weiblichkeit miteinander in Harmonie zu bringen.

"Erst zwei Augen, die aus verschiedenen Blickpunkten auf dieselbe Sache schauen, ergeben ein dreidimensionales Bild": So erklärte der Psychiater und RPP-Institutsleiter Raphael Bonelli die Ergänzung, die Mann und Frau in einer Paarbeziehung einander lieferten. Verleugne bzw. verdränge einer von beiden seine Geschlechtlichkeit, gehe die Räumlichkeit verloren, wodurch das Kippen in eine Konkurrenzsituation drohe. Dies sei auch eine der Ursachen, warum die Generation der zwischen 1980 und 2000 Geborenen die gegenseitige Anziehungskraft - den "Eros" - verloren hätten: "Millennials haben weniger Sex als alle Generationen vor ihnen. Mann und Frau fällt nicht mehr ein, was sie gemeinsam im Bett unternehmen können", so der Autor des Buches "Frauen brauchen Männer - und umgekehrt". Er appellierte zu einem "neuen Selbstbewusstsein" der Geschlechter und deren Begegnung auf Augenhöhe: Mann und Frau seien "nicht gleichartig, aber gleichwertig".
Speziell auf die Partnerschaft und die hier zu beobachtenden Kränkungen ging der Psychiater Reinhard Haller ein. Bei Kränkungen handle es sich um eine "psychologische Großmacht", führten sie doch oft zu nachhaltigen Erschütterungen der Werte und des "innersten Ichs" eines Menschen. Tragödien wie etwa das islamistische Terrorattentat gegen "Charlie Hebdo", die "Germanwings"-Katastrophe mit 148 Toten oder auch die vielen Schießereien an US-Schulen seien vor allem durch Kränkungen zu erklären, wobei dahinter meist Angst vor Liebesverlust, nicht verheilte Wunden oder Demütigungen stünden. Kränkung könne zur unheilbaren Verbitterung führen. Die edelste Form, Kränkung zu überwinden, sei das Verzeihen, so der Chefarzt des Vorarlberger Krankenhauses Maria Ebene.


Einblicke in neueste Forschungen zu den Geschlechterhormonen gab die Gynäkologin Doris Gruber. Abhängig vom Menstruationszyklus, sähen Frauen Männer beispielsweise ganz unterschiedlich, so die Endokrinologin vom AKH Wien. Das Gleichgewicht von weiblichen und bzw. oder männlichen Hormonen bestimme auch das Fettverteilungsmuster, gemeinsam mit anderen Faktoren wie etwa der Nahrungszufuhr. Schließlich verwies die Expertin auch auf epigenetische Spuren, welche Hormone im Körper beider Geschlechter hinterlassen: So entfalte beispielsweise das u.a. beim Orgasmus für kurze Zeit ausgeschüttete Liebeshormon Oxytocin langfristig im Gehirn jene Wirkung, die eine Bindung an den Partner verstärkt - ähnlich wie es nach der Geburt das Bonding zwischen Mutter und Kind ermögliche.
So sehr auch gesellschaftliche Einflussfaktoren die Geschlechter prägten, gebe es dennoch nicht die von Transgender-Theoretikern postulierten "20 Geschlechter", erklärte die Psychologin Beate Wimmer-Puchinger. Vielmehr sei zuvorderst die Biologie tonangebend. Erfreulich sei daher die derzeit laufende Entwicklung hin zu einer geschlechtsspezifischen Medizin ("Gendermedizin"), von der vor allem die Frauengesundheit profitiere. Wimmer-Puchinger warnte wie schon bereits zuvor die Gynäkologin Gruber vor der Verwendung der Pille als hormonelle Verhütung in der Pubertät: Derartige Präparate könnten zu Schädigungen führen, wenn sich der Zyklus der Frau dadurch nicht stabil entwickle, zudem steige das Infertilitätsrisiko.

Aus philosophischer und theologischer Sicht beleuchtete Hanna Barbara Gerl-Falkovitz die "geheimnisvolle Spannung" zwischen Mann und Frau. Beide gemeinsam seien "mehr als zwei Personen", entstehe durch das Aufeinandertreffen der Geschlechter doch "eine neue Weltschöpfung". Die in Dresden und Heiligenkreuz lehrende Religionsphilosophin verwies auf die verschiedenen altasiatischen, griechischen und germanischen Mythen, die allesamt auf gegenseitige Ergänzung der Geschlechter hinausliefen. Dargestellt werde dabei stets die Frau als Lebensbringerin sowie auch als ein bleibendes Geheimnis für den Mann, der dieses Rätsel zu lösen habe. Ein völliges Erkennen des anderen sei dabei nie möglich, der Reiz der Unergründlichkeit und bleibenden Fremdheit sei "das Salz in der Suppe".

Copyright 2018 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Gesellschaft

  1. Bundesland Brandenburg plant Neutralitätsgesetz für Justiz: Kein Kopftuch, Kippa, Kreuz
  2. Warum Kirchen jetzt Frieden, Recht und Wahrheit verteidigen müssen
  3. Botox? – Die unsichtbaren tragischen Folgen des Jugendwahns
  4. Slowakei: Kirchen bitten gemeinsam um Vergebung für Verfehlungen
  5. Zwischen Wölfen und Brüdern
  6. „Alte Fragen, überraschende Antworten“
  7. Mike Johnson: Westen muss sich wieder auf christliche Werte besinnen
  8. Unschuldig angeklagt und verurteilt
  9. Scott Hahn: ‚Mit Kompromissen gewinnen wir nicht’
  10. Verkauf eines Feminismus-kritischen Buchs auf Facebook und Instagram gesperrt







Top-15

meist-gelesen

  1. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  2. Neuerlich umstrittene Ehrung durch Kardinal Cupich
  3. Neue Vatikan-Kommunikationschefin Montserrat Alvarado gibt Einblick in ihre Ideen
  4. „Alles wieder in den Urzustand versetzen“: Das Oxford Oratory wird wieder einen Hochaltar errichten
  5. Wenn das Scrollen in die Gnade eintaucht
  6. Äthiopien: Mehr als 60 Tote bei Angriffen auf Christen
  7. Venezuela: Machado kehrt zurück und besucht Marienheiligtum
  8. Waffenruhe für Oleschky: Papst-Appell für besetzte Stadt greift
  9. Vatikan-Außenminister: Papstreise nach USA 2027?
  10. “As a bishop, my duty is to proclaim the faith of the Church”
  11. Erzbischof Marini über Johannes Paul II.: Er war für mich ein zweiter Vater
  12. ‚Ghost Soldier‘ – Action-Film mit Jim Caviezel in der Hauptrolle und Gebet zum Erzengel Michael
  13. ‚Big Bang Theory‘-Produzent warnt: Gesellschaften ohne Gott fallen in Tyrannei
  14. "Österreich-Feier" im Stephansdom mit Lichterprozession und Pummerin
  15. Der Tod unter dem Horizont der Auferstehung und die Hoffnung auf das ewige Leben

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz