Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Marx ärgert sich über die "Reaktionären" und "Stimmungsmache"
  2. Konsekrierte Hostien an Hunde verfüttert: Keine Konsequenzen im Bistum Chur
  3. Kardinal Marx und das öffentlich gewordene Geheimdekret
  4. Insider: Vatikan bereitet sich auf Folgen der Bischofsweihen der Piusbruderschaft vor
  5. Schisma auf leisen Sohlen
  6. Kardinal Marx unter Druck: Zwischen grober Fahrlässigkeit und dem Vorwurf der Vertuschung
  7. Goldenstein-Nonnen doch in Rom? Propst in Sorge
  8. Bischof der Herzen – Walter Mixa wurde 85
  9. Back to the future: Durch den Traditionalismus zur Gendergerechtigkeit
  10. „Theologische Katastrophe“: Massive Kritik am Erprobungsband des neuen evangelischen Gesangbuchs
  11. Goldenstein-Nonnen: Verstimmung um nun doch durchgeführte Romreise
  12. Erzbischof Sheen warnte bereits 1965 vor falschem Mitgefühl
  13. Die Messe in der außerordentlichen Form kehrt nach Santa Maria Maggiore/Rom zurück
  14. Jesus ist lebendige Gegenwart
  15. Arche-Sprecher warnt vor Zunahme des Islamismus an Schulen in Deutschland

Licht und Schatten im ZdK

29. November 2018 in Kommentar, 8 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


„In den meisten Fällen hat das, was auf den ZdK-Tagungen postuliert wird, mit dem katholischen Glauben oder mit aus dem Glauben ethisch zu implizierenden Fakten nichts zu tun.“ Von Peter Winnemöller


Paderborn (kath.net/Blog „Katholon“/pw) Es ist immer wieder dasselbe, wenn zweimal im Jahr das „Zentralkomitee der deutschen Katholiken“ (ZdK) tagt, hagelt es Forderungen, Appelle, Erklärungen und vieles anderes. In den meisten Fällen hat das, was dort postuliert wird, mit dem katholischen Glauben oder mit aus dem Glauben ethisch zu implizierenden Fakten nichts zu tun.

So forderte nun auf der Vollversammlung der ZdK-Präsident Thomas Sternberg die Freiheit der wissenschaftlichen Theologie. Das erteilte oder verweigerte Nihil obstat ist für die Laienfunktionäre immer wieder mal ein Thema. Die nun erfolgte skandalöse Doch-Noch-Erteilung des Nihil obstat für Prof. Ansgar Wucherpfennig SJ in Frankfurt zeigt ja nur zu deutlich, wie sehr mit dem Lehrstuhl an sich Kirchenpolitik gemacht wird. Es ist einfach wenig sinnvoll, jemanden zur offiziellen Lehrmeinung der Kirche zu verpflichten, der persönlich sehr viel anders denkt und handelt. Das hat mit Freiheit nichts zu tun. Hier geht es um Redlichkeit. Wer selber Theologie studiert hat, weiß, was in Hörsälen gesagt wird. Man weiß auch, dass Professoren nur zu gerne mal mit der echten oder gespielten Angst um den Entzug der Lehrerlaubnis spielen und Sympathien der naiven Studenten einwerben. Wer aber inhaltlich in wesentlichen Punkten mit der Lehre der Kirche nicht übereinstimmt, kann nicht im Auftrag der Kirche forschen und lehren. Frei ist jeder in seiner Forschung und Lehre, darum geht es nicht.


Wieder einmal postulierte das ZdK die Weihe von Frauen zu katholischen Priesterinnen. Dass dies völlig unmöglich ist, weil die Kirche keine Vollmacht dazu hat, perlt an unseren deutschen Laienfunktionäre einfach so ab. Es wird so lange wiederholt, bis es der letzte Trottel kapiert hat, man will in Deutschland die Frauen mit Gewalt an den Altar bringen. Es ist so dermaßen langweilig, dass es langsam mal einen Priesteraufstand gegen das ZdK geben sollte, nur damit mal wieder Spaß in die Sache kommt.

Abschaffung der Moral

Diesmal ist es der Missbrauchsskandal von päderastischen Priestern an zumeist männlichen Jugendlichen, der benutzt wird, Lehre und Sexualmoral der Kirche zu dekonstruieren. Es ist nicht so, als seien die erhobenen Forderungen der obersten Laienfunktionäre der selbsternannten deutschen Kirche so neu. Es ist diesmal nur ein neues Vehikel. Nichts von alledem wird jemals in der einen, heiligen, katholischen und apostolischen Kirche Wirklichkeit werden. Ob es ein weiterer Schritt auf ein von vielen befürchtetes Schisma sein könnte, bleibt abzuwarten. Man sollte allerdings die doch sehr politischen Reden des ZdK nicht überbewerten. Sie bewegen sich sowohl kirchlich als auch gesellschaftlich betrachtet in einem recht luftleeren Raum. Angesichts insgesamt schwindender Relevanz der Kirche sind auch reformatorische Postulate innerhalb der Kirche von schwindender Relevanz.

Man soll bei all dem Dunkel das Licht nicht verschweigen. Das ZdK sprach sich für eine Beibehaltung des §219a aus. Ebenso lehnt das ZdK die Kassenzulassung von Bluttests, den sog. Pränatests zur Feststellung von Trisomien in der Schwangerschaft ab. Die Forderung eines Asyls für Asia Bibi ist ebenfalls positiv zu bewerten. Beim Einsatz für verfolgte Christen neigt das ZdK eher mal zum Schwächeln. Man gibt sich gerne unscharf populistisch und verkauft das als diplomatische Haltung.

Der etwas naive Einsatz für den umstrittenen Migrationspakt zeigt wieder einmal, wie sehr das ZdK zum Schwimmen auf dem politischen Mainstream neigt. Zwar ist es zu begrüßen, eine völkerrechtliche Regelung für Migration zu bekommen, doch kann es nicht sein, mit einer solchen Regelung de facto alle Rechte der ansässigen Bevölkerung quasi zu negieren.

Ein Zentralkomitee auf dem absteigenden Ast

Die Zeit der großen Skandale des ZdK scheint vorbei. Das liegt wohl weniger daran, dass das höchste Laiengremium im Lande sich plötzlich seiner Katholizität erinnert. Die vertreten Thesen und erhobenen Postulate sind weitestgehend so, wie sie immer waren, ein Bauchladen von sinnvoll über populistisch bis häretisch.

Die Ursache ist wohl darin zu suchen, dass die Zeit des ZdK einfach abgelaufen ist. Auch wenn jetzt noch der Umzug nach Berlin erfolgt, die DBK wird wohl auch irgendwann folgen müssen, dürfte spätestens der Kirchensteuerzusammenbruch Mitte der 20er Jahre dieses Jahrhunderts die Zeit des ZdK ausläuten. Bis dahin dürfen wir uns noch anhören, wie bdkj und kfd unisono doch mit sinkender Lautstärke die Frauenordination fordern. The same procedure as ervery year …

Pressefoto Peter Winnemöller


Foto (c) Peter Winnemöller/Sarah Böme


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

ZdK

  1. Erfurter Ex-OB Ruge legt nach mit Grundsatzkritik am bevorstehenden Erfurter Katholikentag und ZdK
  2. BKÄ weist Forderung flächendeckenden Abtreibungsmöglichkeiten zurück
  3. ZdK-Präsidentin fordert 'besseres Angebot' zur Tötung ungeborener Kinder in Deutschland
  4. Hartl: „Bereits die ersten Christen waren dafür bekannt, gegen Abtreibung zu sein“
  5. Wenn sich der ZDK-Präsident über kath.net ärgert ;-)
  6. „Das Zentralkomitee beschließt, ich antworte“
  7. „Alle Getauften bilden die Kirche“
  8. Sternberg nicht legitimiert, für "die Katholiken" zu sprechen
  9. "ZDK erinnert mich an die 'unseligen Zeiten' des SED-Zentralkomitees"
  10. ZdK-Präsident Sternberg gegen Abschaffung des § 219a StGB







Top-15

meist-gelesen

  1. Große SIZILIEN-Rundreise mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  2. Kardinal Marx und das öffentlich gewordene Geheimdekret
  3. Marx ärgert sich über die "Reaktionären" und "Stimmungsmache"
  4. Konsekrierte Hostien an Hunde verfüttert: Keine Konsequenzen im Bistum Chur
  5. Kardinal Marx unter Druck: Zwischen grober Fahrlässigkeit und dem Vorwurf der Vertuschung
  6. Back to the future: Durch den Traditionalismus zur Gendergerechtigkeit
  7. Bischof der Herzen – Walter Mixa wurde 85
  8. „Theologische Katastrophe“: Massive Kritik am Erprobungsband des neuen evangelischen Gesangbuchs
  9. Das Vermächtnis eines Sterbenden
  10. Insider: Vatikan bereitet sich auf Folgen der Bischofsweihen der Piusbruderschaft vor
  11. Goldenstein-Nonnen doch in Rom? Propst in Sorge
  12. Schisma auf leisen Sohlen
  13. Was Kardinal Marx meint und was das Zweite Vatikanische Konzil lehrt
  14. Die Messe in der außerordentlichen Form kehrt nach Santa Maria Maggiore/Rom zurück
  15. Goldenstein-Nonnen: Verstimmung um nun doch durchgeführte Romreise

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz