18 April 2019, 11:40
Tantum ergo sacramentum veneremur cernui
 
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„Die Kirche des Herrn durchlebt in dieser Zeit auf besondere Weise das Paschamysterium Christi. Papst Johannes Paul II. hat die ‚radikale Konfrontation‘ mit deutlichen Worten prophezeit.“ Erklärung des Paderborner Priesterkreises Communio veritatis

Paderborn (kath.net) Mit allen Dienern Gottes knien wir am heutigen Gründonnerstag in tiefer Anbetung vor dem Allerheiligsten Altarsakrament, in dem uns Christus das höchste Vermächtnis seiner Erlöserliebe anvertraut hat.

Könnte es etwas Größeres geben als die wahre Gegenwart unseres Herrn mit Leib und Blut, mit Seele und Gottheit?

Adoro te devote, latens Deitas!

„Es ist schön, bei ihm zu verweilen und wie der Lieblingsjünger, der sich an seine Brust lehnte (vgl. Joh 13,25), von der unendlichen Liebe seines Herzens berührt zu werden“ (Johannes Paul II., Ecclesia de Eucharistia, 25).

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Vor unserem geistigen Auge sehen wir diesen großen Papst, unseren heiligen Patron, unter Schmerzen selbst dann noch ergriffen vor dem Sanctissimum knien, als ihm viele wegen seiner massiven körperlichen Gebrechen davon abgeraten haben: „Ich möchte noch einmal an diese Wahrheit erinnern und mich mit euch, meine lieben Brüder und Schwestern, in Anbetung vor dieses Mysterium begeben: das große Geheimnis, das Geheimnis der Barmherzigkeit. Was hätte Jesus noch mehr für uns tun können? In der Eucharistie zeigt er uns wirklich eine Liebe, die ‚bis zur Vollendung‘ (Joh 13,1) geht, eine Liebe, die kein Maß kennt“ (EdE 11).

Wer könnte unserem Gott jemals genug danken für die unfassbare Güte, mit der er sich seinen Gläubigen in diesem kostbaren Sakrament selbst zur Speise gibt?

Das heilige Messopfer ist die unverzichtbare Herzmitte der Kirche und die Quelle ihres Lebens. Wie sehr braucht sie wahre Zeugen, die in Treue zur apostolischen Lehre das eucharistische Mysterium in Liebe anbeten, mit Eifer verkünden und mit Mut verteidigen! Immer ist dabei zu bedenken, dass uns die Eucharistie als Sakrament unseres Heiles auf die Einzigkeit Christi und die von ihm vollbrachte Rettung zum Preis seines Blutes verweist (vgl. Benedikt XVI., Sacramentum caritatis, 86).

Niemals wollen wir daher den Schritten dessen folgen, der an diesem Abend in die Nacht der Peripherie hinausgeht (vgl. Joh 13,30).
Er, der sich betrügerisch als Freund der Armen ausgegeben hat (vgl. Joh 12,5–6), zeigt am Gründonnerstag, was wirklich in seinem Herzen ist: das Gift des Verrates.

Als verlogener Ideologe eines falschen weltlichen Messianismus mit irdischer „Befreiung“ hat er sich der göttlichen Wahrheit verschlossen und wird zum Handlanger Satans (vgl. Joh 13,2).

„Wehe dem Menschen, durch den der Menschensohn verraten wird. Für ihn wäre es besser, wenn er nie geboren wäre“ (Mt 26,24).

Die Kirche des Herrn durchlebt in dieser Zeit auf besondere Weise das Paschamysterium Christi. Der heilige Papst Johannes Paul II. hat die „radikale Konfrontation“ mit deutlichen Worten prophezeit: „Glaube und Unglaube; Evangelium und Anti-Evangelium; Kirche und Anti-Kirche; Gott und Anti-Gott, wenn wir dies so sagen können“ (Ansprache vom 2.11.1980).

Diesen apokalyptischen Kampf beschreibt auch der Katechismus der Katholischen Kirche: „Vor dem Kommen Christi muss die Kirche eine letzte Prüfung durchmachen, die den Glauben vieler erschüttern wird. Die Verfolgung, die ihre Pilgerschaft auf Erden begleitet, wird das „Mysterium der Bosheit“ enthüllen: Ein religiöser Lügenwahn bringt den Menschen um den Preis ihres Abfalls von der Wahrheit eine Scheinlösung ihrer Probleme“ (KKK 675). Die Kirche, der mystische Leib Christi, wird ihrem Herrn in seinem Tod und seiner Auferstehung folgen (vgl. KKK 677).

So erlebt sie in allem die Passion Jesu und erfährt die abscheuliche Bosheit des Verrates. Christus ließ die Dienerin der wahren Barmherzigkeit, die heilige Schwester Faustyna, die ganze Bitterkeit der kirchlichen Ölbergstunde verkosten. Sie schrieb am 17.12.1936 in ihr Tagebuch: „An diesem Tag habe ich mehr als zu irgendeiner Zeit leiden müssen, innerlich und äußerlich. Ich wusste nicht, dass man an einem einzigen Tag so viel leiden kann“ (TB 823).

Angesichts der gegenwärtigen Entscheidungsstunde wollen wir uns dem Unbefleckten Herzen der Mutter der Priester weihen und uns die Worte zu eigen machen, die Papst Benedikt XVI. im Jahre 2010 in Fatima gesprochen hat:

„Maria, Unbefleckte Mutter, an diesem Ort der Gnade, an dem die Liebe deines Sohnes Jesus, des Ewigen Hohenpriesters, uns Söhne im Sohn und seine Priester zusammengerufen hat, weihen wir uns deinem mütterlichen Herzen, um treu den Willen des Vaters zu erfüllen […] Mit diesem Akt des Anvertrauens und der Weihe wollen wir dich auf tiefere und vollständigere Weise, für immer und ganz in unser Leben als Menschen und Priester hineinnehmen.“

Tantum Ergo Sacramentum - Eucharistische Anbetung




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