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Notre Dame-Dach als Gewächshaus?

30. April 2019 in Kommentar, 19 Lesermeinungen
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Erste Ideen für die Renovation der Pariser Kathedrale Notre Dame nach dem verheerenden Feuersturm werden vorgelegt. Nicht alle sind abschreckend. Von Petra Lorleberg


Paris (kath.net/pl) Erste Ideen für die Renovation der Pariser Kathedrale Notre Dame nach dem verheerenden Feuersturm werden vorgelegt. Eines lässt sich derzeit schon sagen: die Vorschläge sind tatsächlich kreativ im positiven Sinn.

Alexandre Fantozzi von AJ6 Studio (Brasilien) stellt beispielsweise eine Fotomontage vor (Foto), die die Kathedrale sogar einschließlich des eingestürzten Spitzturms wieder in ihrer alten Form herstellt, beides allerdings aus einer Konstruktion mit farbigem Glas, das von innen her beleuchtet wird – eine Anspielung auf die mittelalterlichen Glasfenster, die Notre Dame seit jeher ein besonderes Gepräge verleihen.

Vizum Atelier aus Bratislava (Slowakei) schlägt einen modern wirkenden Spitzturm vor, aus dem ein Lichtstrahl in den Himmel jagt – was eine moderne Umsetzung gotischer Grundgedanken wäre.

Auch die italienischen Architekten Massimiliano und Doriana Fuksas schlagen ein Dach aus Glas vor, das aber farblos wäre und die Zerbrechlichkeit symbolisieren könnte.


Das französische "Studio NAB" möchte die Dachregion in ein Gewächshaus verwandeln. Die Bienenvölker der Notre Dame, die bei dem Brand gerettet werden konnten, würden ihre Bienenstöcke künftig im eigens dafür ausgerüsteten Spitzturm bekommen.

Ein weiterer Vorschlag will mit einer riesigen goldfarbenen Feuerflamme über dem Kirchendach bleibend an die Brandkatastrophe erinnern.

Der französische Präsident Emanuel Macron hat angekündigt, dass die Kathedrale innerhalb von fünf Jahren renoviert werden soll, was unter Fachleuten als ungesunde Eile eingestuft wird und bereits auf Widerspruch stößt. Zur Beschleunigung der Renovationsvorhaben werden möglicherweise nicht alle Auflagen des Denkmalschutzes eingehalten.

Das Dach der Kathedrale wurde bereits provisorisch abgedeckt, um weitere Schäden etwa durch Regen zu verhindern.

Nachdem erste Informationen dazu gekommen waren, dass Notre Dame möglicherweise nicht mehr origalgetreu hergestellt, sondern auch moderne Elemente eingearbeitet würden, schwebten mir zunächst sogenannte "moderne" 70-er-Jahre Betonelemente vor Augen - das habe ich als abschreckend empfunden. Ich gestehe, dass ich nach diesen ersten Entwürfen doch angenehm überrascht bin.

Natürlich kann man über die Entwürfe pro und kontra diskutieren und mir wäre weiterhin eine originalgetreue Rekonstruktion am liebsten. Doch gerade für den Entwurf von Alexandre Fantozzi, der die mittelalterliche Glaskunst als Kirchendach weit über die Stadt hinaus sichtbar machen würde, könnte ich mich durchaus begeistern.




Foto (c) Alexandre Fantozzi von AJ6 Studio/Instagramm


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