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16. Juli 2019 in Kommentar, 63 Lesermeinungen
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Zum Offenbarungsverständnis des Instrumentum laboris für die Amazonien-Synode - Von Gerhard Kardinal Müller


Rom (kath.net/www.lifesitenews.com/)

1. Zur Methode des Instrumentum laboris (IL)

Allen, die bei der Vorbereitung und der Durchführung der Synode für die Kirche in Amazonien mitwirken, wird niemand den guten Willen absprechen, alles Mögliche zu tun, um den katholischen Glauben unter den Bewohnern dieses riesigen Gebietes und in seiner faszinierenden Landschaft zu fördern. Der Amazons soll für Kirche und Welt "als pars pro toto gelten, als Paradigma, als eine Hoffnung für die ganze Welt." (IL 37) Schon bei dieser Aufgabenstellung zeigt sich die im Instrumentum laboris (=IL) immer widerkehrende Idee der "integralen" Entwicklung aller Menschen in dem einen Haus der Erde, für das die Kirche sich nun zuständig erklärt. Der Text ist in drei Teilen aufgebaut: 1. Die Stimme des Amazonas; 2. Integrale Ökologie: Der Schrei der Erde und der Armen; 3. Prophetische Kirche in Amazonien: Herausforderung und Hoffnung. Die drei Teile sind nach dem Schema aufgebaut, dessen sich auch die Theologie der Befreiung bedient: Sehen der Situation – Urteilen im Licht des Evangeliums – Handeln zur Herstellung besserer Lebensbedingungen.

2. Ambivalenz in der Bestimmung der Begriffe und Ziele

Wie oft bei der Erstellung solcher Art von Werkstatt-Texten arbeiten immer Teams von Gleichgesinnten an den einzelne Teilen, so dass sich ermüdende Redundanzen ergeben. Nähme man alle Wiederholungen konsequent heraus, ließe sich der Text leicht auf die Hälfte und weniger reduzieren.

Aber nicht die quantitative Überlänge ist das Hauptproblem, sondern die Tatsache, dass die Schlüsselbegriffe nicht geklärt und inflationär gebraucht werden: Was ist synodaler Weg, was intergrale Entwicklung, was soll man unter einer samaritanischen, missionarischen, synodalen offenen Kirche, der Kirche im Aufbruch (chiesa in uscita), der Kirche der Armen, des Amazonas etc. verstehen? Ist die Kirche etwas anders als das Volk Gottes oder nur als die Hierarchie von Papst und Bischöfen zu verstehen, oder ist sie ein Teil von ihr oder steht sie dem Volk gegenüber? Ist Volk Gottes ein soziologischer oder theologischer Begriff? Oder ist sie nicht vielmehr die Gemeinschaft der Gläubigen mit ihren Hirten auf der Pilgerschaft zum ewigen Leben? Sind es die Bischöfe, die den Schrei des Volkes hören sollen oder Gott, der wie einst dem Mose in der Sklaverei Israels in Ägypten nun den Nachfolgern der Apostel den Auftrag erteilt, die Gläubigen aus der Sünde und Gottverlorenheit des säkularistischen Naturalismus und Immanentismus zu seinem Heil in Gottes Wort und den Sakramenten der Kirche hinzuführen?

3. Auf den Kopf gestellte Hermeneutik

Ist die Kirche Christi von ihrem Stifter nur wie ein Rohmaterial in die Hände der Bischöfe und Päpste gegeben worden, die sie nun – unmittelbar erleuchtet vom Heiligen Geist – zu einem zeitgemäßen Instrument auch mit innerweltlichen Zielen umbauen können?
Bei der Anlage diese Textes fällt die radikale Kehrtwende in der Hermeneutik der katholischen Theologie auf. Das Verhältnis von Heiliger Schrift und Apostolischer Tradition einerseits und des kirchlichen Lehramtes andererseits ist klassisch so bestimmt, dass die Offenbarung in Schrift und Tradition inhaltlich voll enthalten ist, während dem Lehramt – verbunden mit dem Glaubenssinn des ganzen Gottesvolkes – die authentische und unfehlbare Interpretation zukommt. Für das katholische Glaubensbekenntnis und seine theologisch-wissenschaftliche Reflexion sind also Schrift und Tradition konstitutive Erkenntnisprinzipien. Das Lehramt ist dagegen nur interpretativ und regulativ tätig. (Dei verbum 8-10; 24).

Im vorliegenden IL ist es genau umgekehrt. Der ganze Gedankengang bewegt sich selbstreferentiell und kreisförmig um die neuesten Dokumente des Lehramtes von Papst Franziskus, versehen mit wenigen Hinweisen auf Johannes Paul II. und Benedikt XVI. während die Schrift wenig und die Kirchenväter fast gar nicht, aber dann nur illustrativ für – die schon aus anderen Gründen feststehenden – Überzeugungen herangezogen werden. Vielleicht will man damit eine besondere Papsttreue bekunden oder glaubt sich die Mühen der theologischen Arbeit sparen zu können, wenn man unentwegt sich auf seine oft wiederholten Schlagworte beruft , die die Autoren – ziemlich salopp – "sein Mantra" (IL 25) nennen. Auf die Spitze treibt man diese Schmeichelei nach der Feststellung: "Das aktive Subjekt der Inkulturation sind die indigenen Völker selber" (IL122) mit der witzigen Formulierung "Wie Papst Franziskus bestätigte doch: die Gnade setzt die Kultur voraus", als ob er dieses – freilich grundlegende Axiom der katholischen Kirche – selbst entdeckt hätte. Im Original ist es die Gnade, die die Natur voraussetzt wie der Glaube die Vernunft (cf. Thomas von Aquin, S. th. I q.1 a.8).


Neben dieser Verwirrung der Rollen des Magisteriums auf der einen Seite und der Heiligen Schrift und Tradition auf der anderen geht das IL so gar so weit, als dass es behauptet, es gäbe neue Quellen der Offenbarung. IL 19 behauptet: „Darüber hinaus können wir sagen dass der Amazonas – oder ein anderes indigenes oder gemeinschaftliches Territorium – nicht nur ein ubi ist, oder ein wo (ein geographischer Ort), sondern auch ein quid oder ein was, ein bedeutungsvoller Ort für den Glauben oder das Erleben Gottes in der Geschichte. So ist ein Territorium ein theologischer Ort, wo Glaube gelebt wird, und daher auch eine spezielle Quelle für die Offenbarung Gottes: epiphanische Orte, wo sich das Reservoir des Lebens und der Weisheit zeigt, eines Lebens und einer Weisheit, die von Gott spricht.“

Wenn hier ein bestimmtes Territorium zu einer „speziellen Quelle für die Offenbarung Gottes“ erklärt wird, dann muss man festhalten, dass dies eine falsche Lehre ist, insofern als die katholische Kirche seit 2000 Jahren unfehlbar gelehrt hat, dass die Heilige Schrift und die Apostolische Tradition the einzigen Quellen der Offenbarung sind und dass keine weitere Offenbarung im Laufe der Geschichte hinzugefügt werden kann. Wie es in Dei verbum heisst: ".. es ist keine neue öffentliche Offenbarung mehr zu erwarten" (Dei verbum 4). Schrift und Tradition sind die einzigen Quellen der einen Offenbarung. "Die Heilige Überlieferung und die Heilige Schrift beider Testamente sind gleichsam ein Spiegel, in dem die Kirche Gott, von dem sie alles empfängt, auf dieser irdischen Pilgerschaft anschaut, bis sie hingeführt wird, ihn von Angesicht zu Angesicht zu sehen, wie er ist." (Dei verbum 7) "Die Heilige Überlieferung und die Heilige Schrift bilden den einen der Kirche überlieferten Schatz des Wortes Gottes." (Dei verbum 10)
Neben diesen auffallenden Stellungnahmen und Bezugnahmen kann man festhalten: am meisten zitieren sich das mit der Ausarbeitung des IL beauftragte und dafür 2014 gegründete Rete Ecclesiale Panamazzonica (=REPAM) und die angehörenden Autoren der sog. Theologia india selbst.
Es ist eine geschlossene Gesellschaft von absolut Gleichgesinnten, wie sich auch leicht aus den Namenslisten der Vorbereitungstreffen in Washington und Rom erkennen lässt und die überproportional viele meist deutschsprachige Europäer aufweist.

Gegen ernsthafte Einwände ist man immun, weil sie nur auf monolithischem Doktrinalismus und Dogmatismus oder Ritualismus (IL 38; 110; 138), dialogunfähigen Klerikalismus (IL 110), auf dem rigiden Denken der Pharisäer und Vernunftstolz der Schriftgelehrten beruhen kann, mit denen sich auseinander zusetzen nur verlorene Zeit und vergebliche Liebesmühe wäre. Nicht alle haben Südamerikaerfahrung und gehören nur dazu, weil sie auf Linie sind und auch bei dem gleichzeitigen synodalen Weg der Deutschen Bischofskonferenz und des Zentralkomitees der deutschen Katholiken die Themen bestimmen (Abschaffung des Zölibates, Frauen ins Priesteramt und an die Schalthebel der Macht gegen Klerikalismus und Fundamentalismus, Anpassung der geoffenbarten Sexualmoral an Genderideologie und Wertschätzung homosexueller Praxis). Ich selbst war in Peru und anderen Ländern 15 Jahre in Folge 2-3 Monate in südamerikanischen Pfarreien und Seminarien pastoral und theologisch tätig und urteile darum nicht aus rein eurozentrischer Perspektive, wie man mir gerne vorwerfen würde. Ein wichtiges Anliegen im IL wird jeder Katholik teilen, dass die Völker Amazoniens nicht zum Objekt von Kolonialismus und Neokolonialismus, von Kräften bleiben dürfen, denen es nur um Profit und Macht geht auf Kosten des Glückes und der Würde anderer Menschen. In Kirche, Gesellschaft und Staat ist klar, dass die dort wohnenden Menschen und insbesondere unsere katholischen Brüder und Schwestern, gleichberechtige und freie Subjekte ihres Lebens und Strebens, ihres Glaubens und ihrer Sittlichkeit sind – in unserer gemeinsamen Verantwortung – vor Gott. Aber wie ist dies zu erreichen?

4. Der Ausgangspunkt ist die Offenbarung Gottes in Jesus Christus

Ohne Zweifel ist die Verkündigung des Evangeliums ein Dialog, der dem Wort (=Logos) Gottes an uns und unserer Antwort in der freien Hingabe des Gehorsams des Glaubens entspricht (Dei verbum 5). Weil die Mission von Christus, dem Gott-Menschen ausgeht und er seine Mission vom Vater an die Apostel überträgt, hat die Alternative eines dogmatischen Ansatzes "von oben" und eines pädagogisch-pastoralen Ansatzes "von unten" keinen Sinn, es sei denn man würde "das gott-menschliche Prinzip der Seelsorge" (Franz Xaver Arnold) ablehnen. Aber der Adressat des universalen Missionsauftrags Jesu (Mt 28,19), "des universalen und einzigen Mittler des Heils zwischen Gott und allen Menschen" (Joh 14,6; Apg 4, 12; 1 Tim 2, 4f) ist der Mensch, der mit seiner Vernunft über den Sinn des Daseins zwischen Geburt und Tod nachdenkt, der von den existentiellen Krisen des Menschseins erschüttert ist und der im Leben und Sterben seine Hoffnung auf Gott setzt, dem Ursprung und Ziel allen Seins. Eine Kosmovision mit ihren Mythen und dem rituellen Zauber der Mutter "Natur" oder den Opfern an "Götter" und Geister, die uns in Angst und Schrecken versetzen oder mit falschen Versprechungen locken kann ebenso wenig der adäquate Ansatz für die Ankunft des drei-einigen Gottes in seinem Wort und Heiligen Geist sein, wie die naturwissenschaftlich-positivistische Weltanschauung des liberalen Bürgertums, die vom Christentum einen bequemen Rest von sittlichen Werten und zivilreligiösen Ritualen übrig lässt. Soll allen Ernstes an Stelle der Kenntnis der klassischen und modernen Philosophie, der Kirchenväter, der neuern Theologie, der Konzilien nun in der Ausbildung der künftigen Seelsorger und Theologen die amazonische Kosmovision, die Weisheit der Vorfahren mit ihren Mythen und Ritualien treten?

Wenn der Ausdruck "Kosmovision" nur besagen soll, dass alle geschaffenen Dinge untereinander zusammenhängen, wäre das eine Binsenwahrheit. Aufgrund der substantiellen Einheit von Leib und Seele steht der Mensch im Schnittpunkt des Gefüges von Geist und Materie. Aber der Anblick des Komos ist nur der Anlass zur Verherrlichung Gottes und seines wunderbaren Waltens in der Natur und Geschichte. Aber nicht der Kosmos wird wie Gott verehrt, sondern nur der Schöpfer selbst. Nicht vor der gewaltigen Macht der Natur und "allen Reichen der Welt mit ihrer Pracht" (Mt 4,8) fallen wir auf die Knie, sondern vor Gott allein. "Denn in der Schrift steht: Den Herrn, deinen Gott, sollst du anbeten und ihm allein dienen." (Mt 4,10). So wies Jesus dem teuflischen Versucher in der Wüste zurück.

5. Der Unterscheid von Inkarnation des Wortes und Inkulturation als Weg der Evangelisierung

Die "Theologia indigena und die Ökotheologie" (IL 98) ist eine Kopfgeburt von Sozialromantikern. Theologie ist das Verstehen (intellectus fidei) der Offenbarung Gottes in seinem Wort im Glaubens-Bekenntnis der Kirche und nicht das immer neue Gewebe von Weltempfindungen und Weltanschauungen oder religiös-moralischen Konstellationen des kosmischen All-eins-Gefühls, des Verschwimmens des Gefühls seiner selbst mit der Welt (hen kai pan). Unsere natürliche Welt ist eine Schöpfung des personalen Gottes. Der Glaube im christlichen Sinn ist daher Erkenntnis Gottes in seinem ewigen Wort, das Fleisch geworden ist, ist Erleuchtung im Heiligen Geist, damit wir Gott in Christus erkennen. Mit dem Glauben werden uns als übernatürliche Tugenden Hoffnung und Liebe mitgeteilt. So verstehen wir uns als Kinder Gottes, die durch Christus zu Gott im Heiligen Geist Abba, Vater sagen (Röm 8,15). Auf ihn setzen wir unser ganzes Vertrauen und er macht uns zu seinen Söhnen, die frei sind von der Angst vor den Elementarmächten der Welt und den dämonischen Gestalten, Göttern und Geistern, die uns in der Unberechenbarkeit der materiellen Kräfte der Welt heimtückisch auflauern.

Die Inkarnation ist ein einmaliges Ereignis in der Geschichte, das Gott in seinem universalen Heilswillen frei beschlossen hat. Sie ist keine Inkulturation und die Inkulturation der Kirche ist keine Inkarnation (IL 7;19; 29;108). Es war nicht Irenäus von Lyon im 5.Buch von Adversus haereses (IL 113), sondern Gregor von Nazianz, der das Prinzip formulierte: "quod non est assumptum non est sanatum – was nicht angenommen ist, das ist auch nicht erlöst" (Ep. 101, 32).

Und gemeint war die Vollständigkeit der menschlichen Natur gegen Apollinaris von Laodicea (315-390), der meinte, der Logos habe in der Fleischwerdung nur den Leib ohne die menschliche Seele angenommen. Ganz abwegig ist darum der Satz: "Die kulturelle Diversität verlangt nach einer mehr realen Inkarnation, um die verschiedenen Weisen zu leben und die diversen Kulturen aufzunehmen." (IL 113). Die Inkarnation ist nicht das Prinzip der sekundären kulturellen Anpassung, sondern konkret und primär auch Prinzip der Heilsvermittlung in der "Kirche als Sakrament des Heils der Welt in Christus" (Lumen gentium 1; 48) in dem Glaubensbekenntnis der Kirche, in ihren sieben Sakramenten und im Episkopat mit dem Papst an der Spitze in apostolischer Sukzession. Sekundäre Riten aus der Überlieferung der Völker können helfen, die Sakramente, die von Christus gestiftete Heilsmittel sind, in der Kultur zu verwurzeln. Sie dürfen sich aber nicht verselbständigen, so dass z.B. die Hochzeitsbräuche auf einmal wichtiger werden als das für das Ehesakrament allein konstitutive Ja-Wort. Die von Christus und den Apostel gestifteten sakramentalen Zeichen (Wort und materielles Symbol) können um keinen Preis verändert werden. Die Taufe kann nicht anders als im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes mit natürlichem Wasser gültig gespendet werden und bei der Eucharistie kann man das Brot aus Weizenkörnern und Wein vom Weinstock nicht durch ortsübliche Speisen ersetzen. Das wäre keine Inkulturation, sondern ein unzulässiger Eingriff in den historischen Stiftungswillen Jesu und auch eine Zerreißung der Einheit der Kirche in ihrer sakramentalen Mitte. Wenn die Inkulturation sich auf die sekundäre äußere Feier des Gottesdienstes bezieht und nicht auf die Sakramente, die ex opere operato durch die lebendige Gegenwart Christus, des Stifters und eigentlichen Spenders der Gnade in diesen sakramentalen Zeichen ist, dann ist der Satz skandalös oder wenigstens gedankenlos, der sagt: "Ohne diese Inkulturation kann die Liturgie sich reduzieren auf ein Ausstellungsstück im Museum oder ein Besitz weniger." (IL 124)
Gott ist nicht einfach überall und in allen Religionen gleichförmig da, wobei die Inkarnation nur eine typisch mediterrane Erscheinung wäre. Vielmehr ist Gott als Schöpfer der Welt im Ganzen und jedem einzelnen Menschenherzen präsent Apg (17, 27f) – auch wenn die Augen der Menschen durch die Sünde oft blind und ihre Ohren taub sind für die Liebe Gottes. Aber er kommt auf dem Weg der Selbstoffenbarung in der Geschichte seines auserwählten Volkes Israel uns selbst ganz nahe in seinem Fleisch gewordenen Wort und dem Geist, der in unsere Herzen ausgegossen ist. Diese Selbstmitteilung Gottes als Gnade und Leben jedes Menschen wird in der Welt auf dem Weg der Verkündigung der Kirche, ihres Lebens und ihres Kultes ausgebreitet, d.h. der Weltmission nach dem universalen Auftrag Christi. Aber er wirkt auch schon mit seiner helfenden und zuvorkommenden Gnade in den Herzen der Menschen, die ihn noch nicht ausdrücklich und namentlich kennen, damit sie, wenn sie von ihm hören in der apostolischen Verkündigung, ihn identifizieren können als Jesus, den Herrn – im Heiligen Geist (1 Kor 12,3).

6. Das Kriterium der Unterscheidung: die geschichtlcihe Sebstmitteilung Gottes in Jesus Christus

Was im IL fehlt ist eine klares Bekenntnis zur Selbstmitteilung Gottes im verbum incarnatum, zur Sakramentalität der Kirche, zu den Sakramenten als objektiven Gnadenmitteln statt bloß selbstferentieller Symbole, zur Übernatürlichkeit der Gnade, so dass die Integrität des Menschen nicht nur in der Einheit mit der Bio-Natur, sondern in der Gottessohnschaft und der gnadenhaften Gemeinschaft mit der Trinität besteht und dass das ewige Leben der Lohn ist der Bekehrung zu Gott, der Versöhnung mit ihm und nicht nur mit der Umwelt und der Mitwelt. Man kann die integrale Entwicklung nicht nur auf die Bereitstellung der materiellen Ressourcen reduzieren. Denn der Mensch erlangt seine neue Integrität nur durch die Vollendung in der Gnade, jetzt in der Taufe, wodurch wir zu einem neuen Geschöpf und zu Kindern Gottes werden und einst in der Schau Gottes in der Gemeinschaft des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und in der Gemeinschaft Seiner Heiligen (1 Joh 1, 3; 3, 1f).

Anstelle des unklaren Ansatzes bei einer vagen Religiosität und der vergeblichen Anstrengung, das Christentum durch die Sakralisierung des Kosmos und der biodiversen Natur und die Ökologie zu einer Heilswissenschaft zu machen, ist auf die Mitte und den Ursprung unseres Glaubens zu schauen: "Gott hat in seiner Güte und Weisheit beschlossen, sich selbst zu offenbaren und das Geheimnis seines Willens kundzutun: dass alle Menschen durch Christus, das Fleisch gewordenen Wort, im Heiligen Geist Zugang zum Vater haben und teilhaftig werden der göttlichen Natur." (Dei Verbum 2).



Die Frucht der Stille from kath.net on Vimeo.


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Lesermeinungen

 Wunderer 22. Juli 2019 
 

"Als Elitäre verstehen sich die Jesuiten wohl durchaus,
woraus auch schnell u.a. eine elitäre Demut entspringen kann."

Diesen Satz vom 17.07. möchte ich zurückziehen. Ich möchte nicht bemessen, urteilen usw.
Aber: Jesuiten sind wie es aussieht offenkundig anders geschult und diese Schulung scheint manchmal weniger eine solche im Hl. Geist zu sein, sondern teilweise eher eine Übernahme des Weltgeistes, und entsprechend wird die Hl. Schrift gelesen und ausgelegt.


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 stephanus2 18. Juli 2019 
 

Meine Meinung

Hab hier mal kurz reingeschaut und möchte äußern, dass ich im Leben nicht glaube,dass dieser sog. Eid der Jesuiten je existiert hat, außer in einem kranken Gehirn. Es wird von satanischen Mord- und Foltermethoden gesprochen, die man beschwören soll zu vollbringen. Das ist so dermaßen antichristlich, dass das in keinem christlichen Orden je Platz gefunden hätte. Ich habe mal ein Buch über Ignatius von Loyola gelesen. Er ist mir nicht so nahe gerückt wie andere Heilige, aber weit ab von diesem brutalen Zeugs.


6

0
 
 Zeitzeuge 18. Juli 2019 
 

Liebe leibniz,

ich antworte mit 1 Kor. 9-13!

Da ich mich seit über 40 Jahren mit dieser
Materie beschäftige, ist natürlich auch bibliographisches Wissen "hängengeblieben".

Da ich ein sehr gutes Gedächtnis habe,
besonders bzgl. Namen u. Bücher, kann
ich dann, nach entsprechender Verifizierung im Internet oder aber in
meiner Fachliteratur ein wenig mitreden
bzw. schreiben.

Für heute habe ich eigentlich schon fast
zuviel geschrieben, jetzt "brummt und dröhnt" mein Tinnitus, da heisst es für mich "abschalten"!

Ich wünsche Ihnen und der ganzen "kath.net-Gemeinde" eine gesegnete, gute Nacht!

Ihr (echter) Zeitzeuge!

P.S. Sollten Sie oder sonst jemand hier
bibliographische Fragen bzgl. kath.
Theologie/Philosophie haben, werde
ich mich bemühen, Literaturhinweise
zu geben i. konservativen Sinn für
das 20. Jahrhundert und auch für
Konservative, deutschsprachige der
Gegenwart!


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 leibniz 18. Juli 2019 
 

Lieber Zeitzeuge,
gibt es eigentlich irgend etwas betreffend christlicher Philosophie und Theologie, das Sie nicht wissen?


4

0
 
 Zeitzeuge 18. Juli 2019 
 

Werter Bernhard Joseph!

Richtig, in der Philosophie fand die "Wende"
ihren Anfang, Marechal SJ, dann natürl. K. Rahner SJ versuchten Kant und Hegel
einzubeziehen.

Der nicht liberale Weggefährte Rahners
in Innsbruck, P. Hermann Zeller SJ, Professor f. Fundamentaltheologie(1914-2014!), sagte einmal sinngemäß folgendes zu mir:

"Ohne eine gesunde Philosophie kann es keine gute Theologie geben und ohne eine vernünftige Erkenntnistheorie ist
keine gesunde Philosophie möglich"!

Leider suchten dann die meisten Jesuiten, ich rede v. akademischen Bereich, den krampfhaften Anschluß
an den weltlichen Zeit(un)geist,
August Brunnr SJ war eine der wenigen
philosphischen Ausnahmen. Männer, wie
J. Beumer SJ oder Bruno Borucki SJ wurden "beiseitegeschoben" und litten darunter sehr!

Leider wurden alle klassischen Orden
von diesem "Virus" erfaßt, für die Dominikaner verweise ich die Besprechung einer Dissertation v. E.v.Habsburg bei Zenit v. 4.9.07:

"Die Ruinen, die blieben, mußte man schließen" v. Ende des Neuthomismus


4

0
 
 Wunderer 18. Juli 2019 
 

Hauptproblem: Verweigerung der Selbsterkenntnis

Mit dem Glaubensabfall haben nicht allein die Jesuiten zu tun, sondern doch genügend andere Orden ebenso.
Es ist doch darauf zurückzuführen, daß man Jesus und seine Lehre dem jeweiligen weltlichen Denken anpassen will, denn man meint, ansonsten nicht ernst genommen zu werden. Man will auf all diesen "Hochzeiten" mittanzen und zeigen, daß man doch auch dazugehört. So wird versucht, Jesus und seine Lehre in das jeweilige Ideenkorsett einzufügen. D.h.: nicht Jesus und die Lehren sind das A und O, sondern die jeweiligen zeitgenössichen Lehren.
Es fehlt die Demut zu bekennen: ja Herr, ohne Dich sind wir nichts und können auch nichts Wirkliches vollbringen. Diese Demut aber hatte Joseph Ratzinger und hat Papst Benedikt bis heute und auch all die mit ihm verbundenen Bischöfe und Priester.
Die anderen wollen etwas gelten bei sich und bei den Menschen dieser Welt und können sich ihre Nichtigkeit vor Gott nicht eingestehen, nicht vor sich selbst und nicht anderen.


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 Bernhard Joseph 18. Juli 2019 
 

Werter Zeitzeuge!

Wir müssen wohl auch für die Kirche anerkennen, dass im anfänglich Guten auch ein verdeckter Mangel stecken kann, der sich erst in späterer Zeit als Unheilbringend erweist.

Pascal, grandioser Analytiker, Mathematiker und Naturwissenschaftler, zugleich streng katholisch, spürte früh das Unheil, das da bei den Jesuiten heraufziehen könnte, da diese die unterschiedlichen Ebenen von positivistischer Erkenntnis und Glauben vermengten, wodurch letztlich der Glaube sich verweltlicht.

Ich will das an einem Beispiel verdeutlichen. Wunder lassen sich mittels positivistischer Erkenntnismethoden nicht erklären, da im Versuch nicht verifizierbar. Aus dem Glauben heraus ist ein Wunder aber sehr wohl verifizierbar und zwar dadurch, dass das Wunder eine rational empirische Erklärung gerade ausschließt. Das Wunder ist eben übernatürlich.

Karl Rahner versuchte eine Synthese des kantischen Positivismus mit dem katholischen Glauben, herausgekommen ist letztlich eine Negation des lebendigen Glaubens.


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 Zeitzeuge 18. Juli 2019 
 

Werter Bernhard-Joseph!

Bekannt ist, daß bed.Jesuitentheologen, wie Suarez oder Sanchez
Vertreter der Mentalreservation waren, die
von Papst Innozenz XI. verurteilt wurde.
Ebenso der Laxismus-Vorwurf, den z.B. Pascal in seinen Lettres provinciales
gegen die Jesuiten erhoben hat.
In der Kirchengesch. v. Hergenröther/Kirsch (1884), Bd. III, S.
609, wird am Schluss des Kap. über
die Aufhebung der SJ allerd. dann doch festgest., daß diese Aufhebung
Papst Clemens XIV. von den bourbonischen
Höfen "abgepresst" wurde und zwar "unter dem Jubel der Kirchenfeinde"!

Ich meine, daß die SJ bis ca. 1958 grunds. als Geisteselite zu betrachten ist, denken wir nur an die Sozialethiker, deren Tradition sich von Pesch, Gundlach, Nell-Breuning, Messner, Rauscher sogar
noch bis fast i.d.Gegenwart erstreckt.
Klar gebe ich Ihnen Recht, daß das "Spiel mit dem (phil.) Feuer"(Anthropozentrik) i.V. mit
der mod. Bibelexegese, die "Zeitungeistwende" b.d. SJ gebracht hat,
der jetzige General leugnet sogar den
päpstl. Jurisdiktionprimat!


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 Bernhard Joseph 18. Juli 2019 
 

@discipulus

Zuspitzungen könne durchaus hilfreich sein bei der Wahrheitsfindung, das ist jetzt keine neue Weisheit meinerseits!


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 discipulus 18. Juli 2019 
 

@Bernhard Joseph

Daß die Jesuiten stärker als andere Orden von Apostasie befallen sind, halte ich für eine der Zuspitzungen, derer Sie sich gerne bedienen, die aber eben das sind: Zuspitzungen, nicht getreue Beschreibungen der Wirklichkeit. Zum einen gibt es auch heute Provinzen der Jesuiten, die noch viel von der einstigen Größe der Jesuiten erkennen lassen - ich wurde in England von Bekannten in eine Jesuitenkirche eingeladen und war sehr überrascht, dort regelmäßige lateinische Messen und wirklich gute, lehramtstreue Predigten zu hören. Zum anderen kann ich nicht erkennen, warum die Positionen mancher Jesuiten "apostatischer" sein sollen als die vieler Dominikaner, Franziskaner, Benediktiner oder Zisterzienser.

Wenn Sie nach papsttreuen Jesuiten fragen, müssen Sie im allgemeinen fünfzig, siebzig Jahre zurückgehen. Ich habe deutlich geschrieben, daß die Jesuiten leider unter den vergangenen Pontifikaten nicht so papsttreu waren, wie sie sein sollten.


3

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 Bernhard Joseph 18. Juli 2019 
 

@discipulus - Nachbemerkung

"Oder kennen Sie einen, der von der derzeitigen Krise nicht betroffen ist?"

Wer nüchtern hinschaut, erkennt unschwer, dass Jesuiten in einer ganz anderen Dimension in Apostasie verfallen als das in anderen Orden der Fall ist.

"Ist deshalb der Primat als solches von seiner Struktur her falsch und schlecht?"

Würde er von der Wahrheit abgelöst, was leider im Satz aus dem Exerzitienbuch des Ignatius von Loyola impliziert ist, dann schon.

Die Kirche hat daher immer die Kontinuität der Lehre als Legitimationsgrundlage dieses Primates angesehen, offensichtlich der Jesuitenorden nicht, wie sich heute deutlich belegen lässt. Wo bitte sind die von Ihnen genannten Jesuiten, denen der Kurs von Papst Franziskus nicht weit genug geht, den vorherigen Päpsten treu?

Darin liegt eben der Klerikalismus, den ich hier anspreche.

Ich unterstelle also dem Papstprimat keine schlechte Struktur, sondern sehe ihn immer in der Einheit mit allen Päpsten. Das genau meint auch das Dogma!


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 Bernhard Joseph 18. Juli 2019 
 

@discipulus - Lassen Sie mich hier abschließend noch einen Aspekt einbringen

Gerade weil sich die Jesuiten von ihrem Seinsgrund des Ordens als Verteidiger der Lehre gegen die Säkularisierung sahen, standen sie in einem viel intensiveren Kontakt mit dem Ideenhorizont der säkularen Aufklärung.

Man könnte pointiert sagen, dass die Jesuiten durch diese dauernde Beschäftigung mit der säkularen Aufklärung letztlich von diesen Ideen selbst infiziert wurden.

Das ist in etwa so, wie die Gefahr, die ein jeder eingeht, der eine ansteckende Krankheit bekämpft; am Ende wird er selbst ihr Opfer.

Es geht mir also nicht darum, den Jesuitenorden abzuqualifizieren, das mag so geklungen haben, sondern darum, dass dieser Orden das zu bekämpfende Gedankengut selbst in sich aufgenommen hat und man sich daher hüten muss, diesem Orden heute maßgebliche Aufgaben in der Kirche zu übertragen.

Sehen Sie es von mir aus als Tragödie!

An Karl Rahners Theologie lässt sich sehr gut zeigen, wie der Geist, den man bekämpfen wollte, dann das eigne Denken beherrschte.


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 discipulus 18. Juli 2019 
 

@Bernhard Joseph - Fortsetzung

Was die Ursachen der Krise angeht, ist die wohl weniger in der Grundstruktur eines Ordens zu suchen als vielmehr in der vorschnellen und kritiklosen Übernahme einer (meist falsch verstandenen) modernen Philosophie. Der Jesuit (!) Hugo Rahner hat schon vor vielen Jahren gesagt: "Die Krise der Theologie unserer Zeit ist in erster Linie eine Krise der Philosophie."

Insbesondere das Autonomiedenken der Moderne und die antirealistischen Positionen des Idealismus und seiner Sprösslinge dürften Hauptursachen der Krise unserer Zeit sein. Nicht das Gehorsamsgelübde, das seit Urzeiten im allgemeinen von jedem Kleriker und gegenüber dem Papst im besonderen von den Jesuiten abgelegt wird.


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 paul_1 18. Juli 2019 
 

Kadavergehorsam???

Als Quelle habe ich nur das gefunden! Wobei ich festhalte möchte, dass ich selbst nicht glaube, dass es so einen Schwur gibt. Ich bete sogar dafür, dass es ihn nicht gibt! Es kam mir in den Sinn als Bernhard Josef sein Zitat wiedergegeben hat.
Siehe Wikipedia:
Das deutsche Wort „Kadavergehorsam“ geht in der sprachlichen Gestalt zurück auf die Satzung des Jesuiten-Ordens
Weil Jesus Christus sagt: Du sollst deine Feinde lieben!
2. Ausschnitt aus dem „Schwur der höchsten Weihe“ der Jesuiten, aufgeschrieben im Verzeichnis des Kongresses der Vereinigten Staaten von Amerika (House Bill 1523, Contested election case of Eugene C. Bonniwell, against Thos. S. Butler, February 15, 1913, pp. 3215-16)


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0
 
 Bernhard Joseph 18. Juli 2019 
 

@discipulus - Ich denke, wir kommen jetzt langsam der Wahrheit ein Stück näher

Ein Ordensverfall, noch dazu von einem Orden, der sich einmal, wie Zeitzeuge richtigerweise hervorhebt, als "Elitetruppe der Kirche" verstand, entsteht nicht aus heiterem Himmel.

Insofern steht man, da werden Sie mir sicher zustimmen, vor der schwierigen Frage, die Apostasie, die im Jesuitenorden auf breiter Front spätestens seit dem II. Vaticanum vorherrscht, zu erklären. Wie kann aus einer lehramtstreuen "Elitetruppe der Kirche" ein Orden von Apostaten werden?

Hier müssen schlicht Ursachen mit bedacht werden, die dem Orden schon von seiner Entstehung her innewohnt.

Das heißt nicht, dass alle Jesuiten Apostaten gewesen wären, das wäre in der Tat schlicht Unsinn. Aber in diesem Orden findet sich eben ein Klerikalismus, der besonders in der Auseinandersetzung mit der Aufklärung, dessen Inhalte selbst in den Orden deutlich Eingang gefunden haben, sehr ungut gewirkt hat.

Das muss man leider trotz aller Heiligen so sagen.


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 Zeitzeuge 18. Juli 2019 
 

Kurze Zwischenbemerkung:

Der sog. "Jesuiten-Eid" ist hinsichtl.
seiner Authentizität historisch-kritisch
nicht verifizierbar, es gibt keine Primärquellen, ich persönlich halte diesen Eid für eine Fiktion.

Vor dem Konzil gab es auch sehr viele
hervorragende Jesuiten-Theologen, die
das sentire cum ecclesia ernst genommen
haben, immerhin gibt es 51 heilige und
148 selige Jesuiten.

Vor dem Konzil war es eine "Elitetruppe
der Kirche", auch in Deutschland.
Aber bereits J. Marechal SJ (+1944) versuchte
Kant mit dem hl. Thomas zu versöhnen.
Rahner machte dann erste "Auflockerungsübungen", der Rest ist bekannt.

Nach 1965 fallen mir als lehramtstreue
deutsche Jesuiten nicht mehr viel ein,
z.B. Kardinal Grillmeier SJ, Pater Groppe SJ, Prof. Beumer SJ, August Brunner SJ oder
Pater Bruno Boruck SJ (1894-1988), von dem ich uneingeschränkt folg. Bücher
empfehlen kann:

Verständliche Philosophie, 2. A. 1975,

Der wirkliche Gott und seine Offenbarung, 1971

Mein Zwischenruf ist natürl. nur ein
sehr improvisierter Ansatz!


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 Sebi1983 18. Juli 2019 
 

@leibnitz

Was sich Ignatius vorstellen konnte oder nicht vorstellen konnte, entzieht sich meiner Kenntnis. Wenn Ignatius Kenntnisse von der Papstgeschichte des 15. Jahrhunderts hatte (das große abendländische Schisma mit drei Päpsten bis hin zum Konzil von Konstanz usw.), dann hätte er sich vermutlich viel vorstellen können. Aber die Diskussion ist letztlich Zeitverschwendung, weil sie sich nur auf der Ebene von Spekulationen bewegt.

Ober der Schwur (vermutlich meinen Sie das Posting von @Paul_1) authentisch ist, weiß ich nicht. Gibt es eine offizielle kirchliche Quelle oder ist das Teil antijesuitischer Propaganda?

Die Rede von Geheimschwüren macht mich immer etwas skeptisch. Klingt nach Verschwörungstheorien (die leider im Trend sind)und ich fühle mich an Polemiken erinnert, die heute in ähnlicher Weise etwa gegen das "Opus Dei" gefahren werden.


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 Sebi1983 18. Juli 2019 
 

@ Bernhard Joseph

Nun, keine Antwort ist auch eine Antwort. Demnach gehe ich davon aus, dass Sie den heiligen Ignatius von Loyola für einen "fanatischen Klerikalisten" halten. Nun denn, wenn Sie meinen Ihre subjektive Meinung über das objektive Urteil der Kirche zu stellen, dann ist das Ihre Sache.

Was das Ignatius-Zitat betrifft. Sie wissen so gut wie ich, dass man einzelne Sätze immer im Zusammenhang lesen muss. @discipulus hat die Zusammenhänge und auch die Gründe der Krise in Teilen des Jesuitenordens sehr schön dargestellt.

Ihre (bewusst?) einseitige Deutung jedoch ist jene, die auch in der anitjesuitischen Propaganda aufklärerischer und kirchenfeindlicher Kräfte benutzt wurde (bis hinauf zu den Nazis; auch ihnen die Jesuiten ein besonderer Dorn im Auge waren; siehe die Ermordung Delps, siehe die Verfolgung des sel. Pater Ruppert Meier etc.). In einer solchen Umgebung möchte zumindest ich mich argumentativ nicht bewegen.


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 paul_1 18. Juli 2019 
 

Gibt es diesen Schwur der Jesuiten wirklich oder ist das nur ein Gerücht, der diesen Kadavergehorsam

Weiter verspreche ich, daß ich keine eigene Meinung oder eigenen Willen haben will oder irgendeinen geistigen Vorbehalt, was auch immer, selbst als eine Leiche oder ein Kadaver, sondern bereitwillig jedem einzelnen Befehl gehorche, den ich von meinem Obersten in der Armee des Papstes und Jesus Christus empfangen mag…
unbarmherzig den Krieg erkläre und geheim oder offen gegen alle Ketzer, Protestanten und Liberale vorgehe, wie es mir zu tun befohlen ist, um sie mit Stumpf und Stiel auszurotten und sie von der Erdoberfläche verschwinden zu lassen Ich werde sie hängen, verbrennen, verwüsten, kochen, enthäupten, erwürgen und diese Ketzer lebendig vergraben, die Bäuche der Frauen aufschlitzen und die Köpfe ihrer Kinder gegen die Wand schlagen, nur um ihre verfluchte Brut für immer zu vernichten.
Quelle 2. Ausschnitt aus dem „Schwur der höchsten Weihe“ der Jesuiten, aufgeschrieben im Verzeichnis des Kongresses der Vereinigten Staaten von Amerika (House Bill 1523, February 15, 1913)


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 Bernhard Joseph 18. Juli 2019 
 

Ergänzung

Gehorsam hat nie eine absolute Qualität sondern immer nur eine relative.

Einem Diktator Gehorsam zu sein, hat eine ganz andere, eben rein negative Qualität, als einem Papst Gehorsam zu sein, der in der katholischen Lehre und damit Wahrheit steht.

Entscheidend ist also die inhaltliche Bindung des Gehorsams an die göttliche Wahrheit, die niemals deckungsgleich ist mit dem rein subjektiven Wahrheitsempfinden eines Papstes.

Ignatius von Loyola konnte sich überhaupt nicht vorstellen, dass es eine von einem Papst abgesegnete Apostasie, wie wir sie in dem Instrumentum Laboris zur Amazonas Synode sehen, jemals geben könnte, genau darin lag sein Irrtum, der ihn darum als Heiligen nicht schmälert.

Leider hat dieser Irrtum aber schon früh sehr negative Folgen gezeitigt, die heute in diesem Pontifikat erst richtig ans Licht treten.


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 discipulus 18. Juli 2019 
 

@leibniz

Was @Bernhard Joseph schreibt, ist leider eine ziemlich ungute Vermischung von Fakten und eigener Interpretation.

Das Zitat und das Gehorsamsverständnis des Ignatius stammt aus dem Kontext der Reformationszeit. Gegen die Kritik der Reformatoren an der kirchlichen Hierarchie und ihr modernes Verständnis, daß sich jeder aussucht, was er für wahr und richtig hält, stellt Ignatius das Vertrauen in die Kirche und die von Gott eingesetzte Hierarchie. Das ist natürlich gebunden an die feste Überzeugung, daß die kirchliche Hierarchie eben nicht willkürlich schwar für weiß erklärt. Im übrigen ist es zu verstehen im Sinne der Absicht des Ignatius, einen Orden zu schaffen, der sich ganz dem Papst und den Bischöfen zur Verfügung stellt, um so überall für die Kirche einsetzbar zu sein.

Heute gibt es im Jesuitenorden leider so gut wie gar keinen Gehorsam mehr - weder gegenüber dem geoffenbarten katholischen Glauben noch gegenüber der kirchlichen Hierarchie noch gegenüber dem Oberen.


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 Bernhard Joseph 18. Juli 2019 
 

Liebe @leibniz, die Quelle nannte ich schon

Die Stelle entstammt dem Exerzitienbuch "Die Exerzitien" von Ignatius von Loyola, im Johannes Verlag Einsiedeln beziehbar.

Da handelte es sich also keinesfalls um eine zufällige Bemerkung, sondern dieser blinde Gehorsam wird zwar nicht der Ordensregel eingefügt, ist jedoch für die Ordenspraxis bindend.

Die Auswirkungen sehen wir heute und es gab immer schon Stimmen, die bis zur Wahl Franziskus hervorhoben, dass es ein Segen sei, dass bislang kein Jesuit zum Papst gewählt worden sei.

Diesem Orden haftet ein in der Tat fanatischer Klerikalismus an, der heute dazu führt, dass ein solches IL zur Amazonas-Synode nach jesuitischer Lesart allen Ernstes als katholisch zu gelten habe.


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 Bernhard Joseph 18. Juli 2019 
 

@Sebi1983

Inhalte sind nicht Ihre Sache, Sie vertreten da denselben Standpunkt wie die Jesuiten in Bezug auf blinden Gehorsam.

Solange dem jesuitischen Gehorsam ein Gegengewicht in Form der katholischen Lehre gegenüberstand, war das nicht wirklich problematisch. Im 20. Jahrhundert, insbesondere auch durch Karl Rahner forciert, entwickelten sich klare Tendenzen, die katholische Lehre zu relativieren. Solange die Päpste dem einen Riegel vorschoben, bestand keine ernste Gefahr.

Mit Papst Franziskus hat sich das grundlegend geändert, denn hier zeigt sich ein völlig neues Amtsverständnis, das eindeutig despotischen Charakter hat und seine Legitimation aus dem subjektiven Glauben von George Bergolio bezieht, nicht jedoch aus der Kontinuität des Glaubens aller Päpste.

Hierüber sollten Sie sich Sorgen machen und nicht darüber, was ich als kleiner Katholik über die Jesuiten denke.

Wenn ich Ihre Beiträge hier so Revue passieren lasse, dann liegt Ihnen mehr am Schein denn am Sein!


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 Sebi1983 18. Juli 2019 
 

@Bernhard Joseph.

Für Sie ist demnach also ein von der Kirche Heiliggesprochener ein fanatischer Klerikalist?


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 Bernhard Joseph 17. Juli 2019 
 

@Sebi1983 - Gehorsam Weiss als Schwarz ansehen zu müssen ?

Das würde gerade Lumen Gentium diametral widersprechen, denn dann müsste ich als Katholik gerade die Vernunft also das Urteilsvermögen ad acta legen!

In diesem Pontifikat finden wir genau diese jesuitische Gehorsamspflicht verwirklicht. Obwohl das IL der Amazonas-Synode reinste Apostasie ist, sollen wir es als Katholiken nicht als solche ansehen, weil Papst Franziskus dieses Papier gutheißt?!

Genau das ist schlimmster Klerikalismus, der Wahrheit (weiss) in Unwahrheit (=schwarz) verkehrt und dazu blinden Gehorsam fordert.

Das sollte Sie mal nachdenklich machen!

Dieses IL ist der schlagende Beweis, dass ich mit meiner Einschätzung des Jesuitenordens richtig liege. Kardinal Müller spricht gar von drohender Zerstörung der Kirche.

Reicht Ihnen das nicht!


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 CARHEIN 17. Juli 2019 
 

Zurück zum Thema

Was Gerhard Kardinal Ludwig Müller hier aufdeckt, ist nichts anderes als den Tatbestand der formellen Häresie. In diesem Falle bin ich mir absolut sicher, daß alle Bischöfe, die einem Dokument zustimmen, das die von S. Em. Müller kritisierten Elemente und Formulierungen enthält, ihres Amtes verlustig gehen, einschließlich des Bischofs von Rom. Diese religionswissenschaftlichen aussagen stehen in direktem Widerspruch zu Dei Filius, zur IV. Sitzung des Konzils von Trient und gegen den can. X. des II. Ökumenischen Konzils von Konstantinopel. Es gibt keine andere Quelle als die doppelte Tradition durch die Heilige Schrift und die widerspruchsfreie mündlich-schriftliche Überlieferung der Apostel. Alles andere steht unter Anathema, der Verurteilung in der Sache selbst und damit auch des Täters, der in solcher Intention handelt. Er fällt vom Glauben ab, wird exkommuniziert und verliert alle Ämter und Privilegien.
Dann bleibt tatsächlich nur noch die FSSPX übrig.


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 Sebi1983 17. Juli 2019 
 

@ Bernhard Joseph 2

Zum Ignatius-Zitat: Bezeichnen Sie etwa einen Heiligen der Kirche als fanatischen Klerikalisten? Das Zitat würde das nicht hergben. Dass die Kirche eine hierarchisch ist, werden Sie wohl kaum leugnen. Dass Ignatius, der einen militärischen Hintergrund hatte, besonders stark die Haltung des Gehorsams betont, ist klar, aber für einen Katholiken auch nicht überraschend. Denn den Lehrentscheidungen der Kirche gebührt "der religiöse Gehorsam des Willens und des Verstandes" (Lumen gentium, Nr. 25).
Dass diese katholische Selbstverständlichkeit für Sie offenbar in Frage steht, macht nachdenklich.

Und Pascal? - Sie wissen doch, dass die kirchliche Lage damals durch Gnadenstreit, Ritenstreit und Streit mit den Jansenisten über Fragen der Moral aufgeheizt war und alle Seiten kräftig ausgeteilt haben.

Und zur Theologie: Im 19. Jhd. waren die J. Anhänger der von den Päpsten geförderten Neuscholastik. Zum Beitrag der Jesuiten im 20. Jahrhundert habe ich bereits die großen Namen genannt.


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 Sebi1983 17. Juli 2019 
 

@ Bernhard Joseph 1

Zur Aufhebung der Jesuiten 1773:
Zu den von Ihnen angeführten historischen Tatsachen erlaube ich mir aus dem "Lexikon für Theologie und Kirche" zu zitieren: "Der entscheidende Hintergrund für den Kampf gegen die Jesuiten ist wohl der durch die Aufklärung bestimmte Drang zur Ausweitung der Staatsbefugnisse gegen kirchliche Immunitäten und zur staatlichen Kirchenhoheit, welcher die päpstliche Gewalt zurückdrängen suchte, als deren entscheidenste Vorkämperin die SJ wurde." Die Aufhebung "ist das Werk der aufklärerisch und staatskirchlich eingestellten bourbon. Höfe" (LthK, 3. Auflage, Band 5, 797f.). Diese erpressten den Papst mit der Androhung eines Schisma. Die Wiedererrichtung erfolgte bereits 1814 durch Pius VII. Auch im 19. Jahrhundert waren es antikichlich-liberale Kräfte, die die Jesuiten bekämpften (z.B. Bismarck im Kulturkampf).
Daher erstaunt es mich schon, dass Sie sich in Ihrer Argumentation auf aufklärerische Kirchenfeinde stützen.


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 Sebi1983 17. Juli 2019 
 

@Bernhard Joseph

Aber warum benennen Sie dann nicht die Ursprünge und beantworten meine Fragen?

Sie nennen im 20. Jahrhundert Karl Rahner. Dessen Theologie siehe ich in Teilen kritisch. Aber wo vertritt dieser z.B. den nach Ihrer Ansicht für Jesuiten typischen "fanatischen Klerikalismus"?

Aber Karl Rahner lassen sich viele großartige Jesuiten (Ignatius, Franz Xaver, Bellarmin…) und im 20. Jahrhundert Hugo Rahner, Kardinal Augustin Bea (langjähriger Beichtvater Pius XII. und großer Konzilsvater), Przywara, Daniélou, Kardinal de Lubac (von größter Bedeutung für Joseph Ratzinger/Benedikt XVI.), Kardinal Grillmeier, Gundlach, Nell Breuning und und und. Wer von Ihnen vertrat einen "fanatischen Klerikalismus", wie Sie behaupten? Oder stand der Apostasie nahe?

Wenn Sie behaupten, dass bei den Jesuiten von Anfang an (also bereits im 16. Jhd.) eine Nähe zur Apostasie bestünde, wie begründen Sie das?
usw.


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 Bernhard Joseph 17. Juli 2019 
 

@Sebi1983 - Ich mache das einfach an den historischen Tatsachen fest

Es waren Jesuiten, die auf das 2 Vatikanische Konzil maßgeblichen, und zwar nicht zum Guten, Einfluss genommen haben. Hier sei besonders Karl Rahner genannt.

Nach dem Konzil waren es mehrheitlich Jesuiten, die sich mit seltsamen Interpretationen des Glaubens hervor taten und eine neue Theologie entwickelten.

Natürlich gab es da auch Lichtgestalten, wie Hans Urs von Baltasar, die aber die Ordensentwicklung nicht maßgeblich beeinflussen konnten.

Und die Aussagen von Kardinal Müller, der ja die Kirche nicht in einer einfachen Krise sieht, sondern am Abgrund, belegen nochmals, dass hier Einflüsse wirken, die ihre Wurzeln schon vor dem Konzil hatten.

Es wäre sicher interessant, das näher zu beleuchten, nur kann das eben hier im Kommentarbereich nicht geleistet werden.

Zum despotischen Amtsverständnis der Jesuiten sei auf das Buch "Der Diktatorpapst" verwiesen.

Papst Franziskus verwirklicht dieses Amtsverständnis überdeutlich.


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 JBE 17. Juli 2019 
 

Wie lange noch?

Wie lange wird es wohl noch dauern,bis auch PF. und seine willigen Vasallen einsehen,dass sie nicht Herrscher über Schrift und Tradition und die Sakramente sind,sondern deren Diener! Warum wird eine Häresie noch der andern kommentarlos akzeptiert?


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 leibniz 17. Juli 2019 
 

Jesuiten II.

Beim ersten Teil habe ich aus Versehen zweimal "ins Auge sehen" geschrieben.
Ich kann an Hand eines Gutachtens zu meiner Dissertation nachweisen, dass der betreffende Gutachter meine Arbeit entweder gar nicht oder nur quer gelesen hat. So viel zur Qualität von wissenschaftlicher Theologie in diesem Land. Der Niedergang der Seelsorge und Moral ist die Folge. Ich verstehe, dass man diesen erschreckenden Niedergang nicht wahr haben will. Es nützt aber nichts, die Augen zu verschließen!
Ich behaupte folgendes: Ein nicht unbeträchtlicher Teil der Damen und Herren, welche Theologie unterrichten versteht weder die Statements eines Benedikt XVI. noch diejenigen von Kardinal Müller! Und kann daher nur ad personam "argumentieren".


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 leibniz 17. Juli 2019 
 

Jesuiten

an alle:
Leider habe ich derzeit so viel Arbeit, dass ich mich hier kaum noch melden kann.
Nur einen Hinweis zum Nachdenken möchte ich geben, der m. E. nicht nur in dieser Diskussion hier, sondern auch in den Threads über die Predigt zum Thema "Missbrauch" und die Maßnahmen von Bischof Glenn von entscheidender Bedeutung ist:
Wir müssen dem Ausmaß ins Auge sehen bezüglich des Niedergangs des Glaubens und der Moral als Folge davon sowie der wissenschaftlichen Theologie in unserem Land ins Auge sehen.
Als ich in den 90iger Jahren in München studierte. galt das Philosophiestudium bei den Jesuiten noch als sinnvolle Vorbereitung für ein Studium der Theologie, auch wenn manche Professoren damals schon mit Vorsicht zu genießen waren. Das gleiche galt für die Predigten in der Michaelskirche.
Heute hat man es an den katholischen Fakultäten und in der Seelsorge zu 90 Prozent mit Kirchenpolitik zu tun.


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 paul_1 17. Juli 2019 
 

Mir kommt es vor, das mit jeder Synode

anstatt christliche Lehr zu verteidigen, weltliche Lehre bestätigt wird. Diese Synode könnte man deuten für die Betätigung des Menschen gemachten Klimawandels und die Zerstörung von kirchlichen Lehren, die schon die Kirchenväter festgelegt haben. Die Mittelmeersynode könnte die Weltansicht stärken, dass eine unbegrenzte Zuwanderung alternativlos ist. Aber in Wirklichkeit wird mit solchen Weltanschauungen Krieg gegen die Menschen geführt. Mittels der Klimahypothese soll wahrscheinlich ein grüner Welt Kommunismus eingeführt werden. Mit der unbeschränkten Einwanderung das christliche Abendland vernichtet werden. Und wie hoch macht sich der Menschen, wenn er glaubt er könnte durch sein Wirken die großen Systeme der Erde beeinflussen. Dies lenkt doch alles der Vater im Himmel, der den Sohn Gottes zum König über die Erde eingesetzt hat und sein Gesetz ist du sollst den Vater lieben von ganzen Herzen mit ganzer Selle mit allen was du hast und deinen Nächsten wie dich selbst.


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 Wunderer 17. Juli 2019 
 

@Paddel

Die Fischer, 4 an der Zahl (die 8 anderen hatten andere Tätigkeiten) und die ersten und engsten Jünger Jesu, haben sehr wohl Jesus und Seine Lehre begriffen, von Anfang an und immer mehr. Der hl. Johannes war der erste Jünger Jesu (er nennt aus Demut den Andreas), der zusammen mit Andreas Jesus schon bei Johannes dem Täufer gesehen hatte und doch ein Stück weit erkannten, da sie Ihm nachgingen und fragten wo Er wohne.
Jesus hat sich den Jüngern auch nicht von Anfang an vollumfänglich offenbaren können, das wäre eine gewaltige Überforderung und eine Unmöglichkeit für jeden Menschen gewesen, sondern es brauchte Zeit, wie das Samenkorn zunächst in die Erde gelegt wird und Zeit braucht zur Ähre, in denen Er sich durch Wort und Tat, viele Wunder, Heilungswunder und Totenerweckungen, immer mehr offenbarte als der wahre Messias.
Tun Sie sich selbst und den Aposteln bitte kein Unrecht.
Was haben Sie denn von Jesus begriffen?- Demut und Bescheidung sind da für mich und für Sie sehr angesagt.


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 Guenter Foit 17. Juli 2019 
 

@Sebi1983 Stolze Intellektuelle sind besonders in Gefahr, mit einem Bein in die 'Vorhölle' zu geraten, es sei denn, sie begreifen sich offenherzig als Kinder Gottes.


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 Paddel 17. Juli 2019 

@Sanreg Fischer haben wenig kapiert!!

Nein, die Fischer haben recht wenig von dem kapiert, was Jesus Christus ihnen gesagt hat. SEHR WENIG! Erst eine ganze Weile nach SEINER AUFERSTEHUNG, als ER ihnen wieder einemal "die Schrift erschloß" und erst als er ihnen "das Brot brach" "gingen ihnen die Augen auf". Erst als der Hl. Geist im Pfingstsaal auf sie herabkam erst dann und ja erst dann begannen sie allmählich zu kapieren!

Ganz genau deshalb benötigen wir auch heute die Hl. Eucharistie um zu erkennen.
1. das Hören des Wortes Gottes

2. Das Erschließen des Wortes Gottes

3. Das Brechen des Brotes


Ja, die hl. Schrift spricht zu Ihnen und mir, aber in der Demut der Lehre!


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 Bernhard Joseph 17. Juli 2019 
 

@Sebi1983 - Unhistorischer Quatsch? II

Letztlich mündet dieser fanatische Klerikalismus der Jesuiten immer im Despotismus, wie man ihn derzeit in Rom überdeutlich sehen kann.

Eine solche Mischung ist geeignet, die Kirche von innen heraus zu zersetzen, da der Despotismus sich verabsolutiert und so jeder Art von Häresie erst den gedeihlichen Boden bereitet.

Zudem führt die verkürzte Dialektik, zu einem theologischen Hegelianismus, der in Wahrheit nicht den Dreifaltigen Gott verehrt, sondern einen diffusen geschichtlichen Prozess oder aktuell gesprochen, den synodalen Weg.


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 Bernhard Joseph 17. Juli 2019 
 

@Sebi1983 - Unhistorischer Quatsch?

"Freilich; spätestens in der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts sind Teile des Jesuitenordens in eine schwere Krise geraten..."

Zum einen würde ich bei Ihrem Satz "Teile" durch "Großteil" ersetzen und zum anderen übersehen Sie, dass diese "schwere Krise", die ja in Wahrheit nichts anderes ist als klare Apostasie, eine Ursache haben muss, die weiter zurückreicht, ja schon von Anfang an im Jesuitenorden wurzelt.

Hier wäre zu nennen ein fanatischer Klerikalismus einerseits gepaart mit einem Hang zur Dialektik, der dann im Zuge der "Aufklärung" respektive Säkularisation immer virulenter wurde und die wunderlichsten Irrationalismen bei Jesuiten hervorgebracht hat.

Das es auch Ausnahmen gab, habe ich deutlich betont.

Der fanatische Klerikalismus hat dabei fatale Auswirkung, weil er sich rein formal legitimiert und so Häresien in diesem Orden blühen lässt ohne das Korrekturen von außen geduldet werden - siehe Kard. Müllers Hinweis auf die inneren Zirkel, die immun sind gegen jede Kritik.


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 Hadrianus Antonius 16. Juli 2019 
 

Häresie und Apostasie

Kard. G.Müller beschreibt hier nichts Anderes als Häresie und Apostasie der Autoren von IL.
Diese Gruppe wird protegiert und gelenkt vom Obersten Kommandeur, der schon seit den Ostertagen mit der Feststellung von Häresie beklebt ist.
Insoweit eine erneute Bestätigung seiner Häresie.
Und für Ladaria und die Kongr. fd Glaubenslehre gilt, wie für allen: "Wer schweigt macht sich mitschuldig am Verbrechen" (P. Felix III)
Der innere Zerfall des Jesuitenordens ist unvorstellbar- viel schlimmer als hier nur geahnt wird.
Gerade bei den modernen italienischen Jesuiten wurde in den letzten 20 Jahrn viel über die "magia bianca" alias "weiße Magie" geschrieben.
Modernismus mit Esoterik- gerade das, was St. Pius X do stark bekämpfte.


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 Gambrinus 16. Juli 2019 
 

Nach der "Familiensynode" hatte ich eigentlich geglaubt...

...es geht nicht mehr ärger. Aber weit gefehlt! Amoris Laetitia mag einiges Zweifelhafte enthalten, aber es bewegt sic wenigstens noch im Kontext des christlichen Glaubens. Bei diesem neuen IL hingegen hat man den Eindruck, dass von einer völlig neuen Religion die Rede ist - oder besser gesagt, dass jedweder vorchristliche Aberglaube dem Christentum völlig gleichwertig oder vielleicht sogar überlegen ist.

Es gibt nur eins: dieses blamable und skandalöse Dokument muss umgehend zurückgezogen werden!


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 gebsy 16. Juli 2019 

h ö r e n s w e r t

https://www.youtube.com/watch?v=kK6Af-vpueQ


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 Bernhard Joseph 16. Juli 2019 
 

@lesa - Danke für die Richtigstellung

Vernunft eignet nicht nur einigen Theologen, sondern dem ganzen Kirchenvolk, also auch den Laien.

Die Lehre der Kirche ist daher auch für einen Laien aus der Vernunft heraus zu verstehen. Ebenso kann ein Laie die Verdunkelungen der Wahrheit aus der Vernunft heraus erkennen.

Kardinal Müller fasst hier einen durchaus komplexen theologischen Themenkreis in verständlicher Weise zusammen. Nur das Denken erspart er uns natürlich nicht!

Der Satz von @zeitblick: "Unsere Theologie ist zu verkopft. Das sollte von Theologen oder Hobbytheologen begriffen werden." ist eine Tautologie, denn hier wird ein Begreifen gefordert, wo kurz vorher un Satz dasselbe als entbehrlich behauptet wird.


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 lesa 16. Juli 2019 

Vernunft und Glaube

@hape: Ihre Bedenken sind nachvollziehbar, und obwohl ich sie teile (da war schon einmal eine Synode …), bete und hoffe ich dennoch. "Bei Gott ist kein Ding unmöglich." (Lk 1)
sanreg: Die "Meinungskirche" ist nicht die Kirche Jesu Christi. Er hat sich geoffenbart in seinem Wort und dazu gehört die lebendige Überlieferung. Ein Kleid, das man nicht durchschneiden soll.
@zeitblick: Die Gläubigen verstehen im Glaubenssinn der Getauften sehr viel mehr an Darlegung der Offenbarungswahrheit als einige annehmen. Das war in der Verkündigung der letzten Jahre, dass man ihnen die Glaubenswahrheit, die auch eine vernünftige Seite hat, nicht zugetraut hat und nur noch die emotionale Seite angesprochen hat. Der Kardinal bringt hier die Lehre der Kirche zur Sprache in ihrem Grundbestand. Den übergehen heißt, dass jeder seine Phantasiekirche bauen kann.


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 Bernhard Joseph 16. Juli 2019 
 

@zeitblick

Schauen Sie einfach mal, welcher Orden bei Forderungen nach Änderung der kirchlichen Lehre ganz weit vorne vertreten ist.


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 zeitblick 16. Juli 2019 

Die Guten gibt es auch bei Jesuiten

Also dass von den Jesuiten nur wenig wirklich Gutes kam und nichts Gutes kommen wird, diese Aussage finde ich nun wirklich unwahr bis verleumderisch und in negativer Weise festnagelnd.
Ich möchte hier keine Namen von wunderbaren Jesuitenpriestern nennen, die ich persönlich kenne. Täuscht euch nur mal nicht ob dieser Kirche, wer da im Mass der Liebe, der Mitte steht, wer rechts wer links. ich mag diese Pauschalisierungen überhaupt nicht.


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 zeitblick 16. Juli 2019 

Das Evangelium ist einfach, die Theologie kompliziert

Hier geht es um hochtheologische Fragen, die leider nicht einmal der grösste Teil des Klerus (weltweit) begriffen hat. Für einfache Gläubige ist es wirklich nichts. Der Artikel so wie vieles andere was zur Amazon Synode berichtet wird ist auch nicht in einer Sprache für das einfache Volk verfasst. Die Gedanken von @Sanreg über die Einfachheit des Evangeliums sind treffend. Unsere Theologie ist zu verkopft. Das sollte von Theologen oder Hobbytheologen begriffen werden.

Ich frage mich dauernd wo eigentlich die Stimme des Kardinal Schönborns zu all diesen Fragen ist? Er war Mitverfasser des Katechismus, der sehr verständlich ist.


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 Bernhard Joseph 16. Juli 2019 
 

@Stefan Fleischer

Papst Franziskus hat ja gerade Kardinal Müller als äußerst fähigen Präfekten der Glaubenskongregation entlassen und Ladaria, der ja ebenfalls zum Jesuitenorden gehört, für ihn eingesetzt, damit die Kongregation schweigt!

Man kann nicht oft genug darauf hinweisen: in der ganzen Geschichte der Kirche war noch nie ein Jesuit Papst. Jetzt ist der halbe Vatikan mit Jesuiten bevölkert und die Kirche lehramtlich auf einen Jesuitenverein reduziert.

Von den Jesuiten kam nie wirklich Gutes, bis auf wenige Ausnahmen, und wird auch nichts Gutes kommen!


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 Bernhard Joseph 16. Juli 2019 
 

@Sanreg - Sie haben sich im Forum geirrt

Das sola scriptura gibt es im Katholizismus nicht, sondern nur im Protestantismus.

Sie sollten daher das Forum wechseln, hier sind sie falsch!


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 Sanreg 16. Juli 2019 
 

@Stefan Fleischer

" Dass wir einfachen Gläubigen in solchen wichtigen Fragen einfach allein gelassen werden..."

Das verstehe ich wiederum nicht.
Das Einfachste ist doch einmal, die eigenen Gehirnzellen zu aktivieren und dann zu einer eigenen Meinung zu kommen. Dazu bedarf es nicht eines theologischen Studiums.
Jesus war auch kein studierter Theologe, vielleicht Rabbi, ja, aber das war etwas anderes als unsere heutigen "Lehrer". Und was er gesagt hat, hat er zu ganz einfachen Menschen (Fischern) gesagt, und die haben das auch kapiert, was er gesagt hat. Und das alles kann man ganz einfach in der Schrift lesen.
Warum müssen Sie alles so haarklein vorgekaut bekommen? Wenn das Ergebnis dann nicht nach Ihren Vorstellungen ist, werden Sie es sowieso nicht annehmen. Oder?


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 Stefan Fleischer 16. Juli 2019 

Ich verstehe nicht

Warum schweigt die Glaubenskongregation? Wurde ihr das IL nicht vorgelegt? Hat sie keine Kenntnisse von den zirkulierenden Häresievorwürfen?
Ich hoffe, dass sie nun endlich Stellung bezieht. Dass wir einfachen Gläubigen in solchen wichtigen Fragen einfach allein gelassen werden, das entspricht nicht meinen Vorstellungen vom Lehramt der Kirche.


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 Sebi1983 16. Juli 2019 
 

So wenig theologischer Sachverstand bei den Verfassern des Instrumentum laboris --- Beängstigend!


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 jadwiga 16. Juli 2019 

Die Aufsichtspersonen aus Rom möchten gerne ein Haus ohne Fundamente im Amazonasgebiet bauen. Mal sehen wie lange es stehen bleibt?!

Interessante Rettungsaktion; um andere vor der Verdammnis zu retten nimmt man in Kauf selbst verdammt zu werden.

Diese Kirche ist schon längst wie ein unbewohnbares Haus, wo keine Lampe mehr brennt und es zu spuken beginnt. Den Hl. Geist hat man dort lange nicht mehr gesichtet.

jadwipkarpaten2


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 hape 16. Juli 2019 

Werte @ lesa, …

… Ihr Wort in Gottes Ohr. Um zu zeigen, wir Kard. Müller selbst die Dialogfähigkeit der Verfasser einschätzt, zitiere ich aus Punkt 3:

„Der ganze Gedankengang bewegt sich selbstreferentiell und kreisförmig um die neuesten Dokumente des Lehramtes von Papst Franziskus … am meisten zitieren sich das mit der Ausarbeitung des IL beauftragte und dafür 2014 gegründete Rete Ecclesiale Panamazzonica (= REPAM) und die angehörenden Autoren der sog. Theologia india selbst. … Es ist eine geschlossene Gesellschaft von absolut Gleichgesinnten. … Gegen ernsthafte Einwände ist man immun, weil sie nur auf monolithischem Doktrinalismus und Dogmatismus oder Ritualismus (IL 38; 110; 138), dialogunfähigen Klerikalismus (IL 110), auf dem rigiden Denken der Pharisäer und Vernunftstolz der Schriftgelehrten beruhen kann, mit denen sich auseinander zusetzen nur verlorene Zeit und vergebliche Liebesmühe wäre.“ –

Die Sorge, dass auch diese Synode knallhart durchgezogen wird, scheint mir leider berechtigt.


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 jaeger 16. Juli 2019 
 

Subversion

Ich verstehe die mutigen Ausführungen von Kard. Müller als Bestätigung, dass die Spitze der katholischen Hierarchie von Personen okkupiert ist, deren bewußt oder unbewußt betriebene Agenda eine schleichende Subversion der katholischen Lehre beinhaltet. Wo können wir uns angesichts dessen hinwenden? Stets werden wir an die für die kath. Kirche grundlegende Bedeutung der Einheit cum et sub petro erinnert. Was aber können wir tun, wenn das Papstamt von einer Person besetzt ist, die der Irrlehre nicht nur nicht entgegentritt, sondern ihr sogar aktiv Vorschub leistet? Was tun, wenn nationale Bischofskonferenzen uns zukünftig abweichende Lehren verkünden und dafür kirchenrechtlich Autorität aufgrund der neuesten Reformbestrebungen im Sinne eigenständiger lehrmäßiger Kompetenz in Anspruch nehmen können? Ist das eine Neuauflage von cuius regio, eius religio? Ich fürchte, die eigentliche Glaubensspaltung ist schon längst da und tritt als institutioneller Zerfall nur immer deutlicher zutage.


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 lesa 16. Juli 2019 

Noch ist etwas Zeit

Danke dem Herrn Kardinal! Es war zu erwarten, dass er Stellung nimmt.

Vielleicht ist anhand der ins Haus stehenden "Synoden" das Interesse bei vielen geweckt. Wer diesen Beitrag liest, erfährt, was Lehre der Kirche ist und was nur selbstgebastelte Vorstellungen von ihr.
@[email protected] Splendor: Noch ist etwas Zeit, zu beten. Hoffen wir, dass die betreffenden Hirten solche Beiträge genau studieren und nicht eine neuerliche Kirchenspaltung in die Wege leiten.


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 Bernhard Joseph 16. Juli 2019 
 

Kardinal Müller sagt in anderen Weise nichts anderes als Kardinal Brandmüller auch

Das IL ist weder katholisch, noch haben die Autoren begriffen, was Kirche ist und es enthält eine Unmenge häretischer Behauptungen, die allen Konzilien und ihren Beschlüssen widersprechen.

Mit anderen Worten, die Autoren sind nicht mehr im katholischen Glauben und ihnen muss kein Katholik Gehorsam sein. Sollte diese Synode tatsächlich diese Ergebnisse zeitigen und sollte dabei der Versuch gemacht werden, die neuheidnische "Theologie" als katholischen Glauben uns Laien verkaufen zu wollen, dann handelt es sich um nicht anderes als Apostasie der Synodenteilnehmer!

Im Glaubensbekenntnis bekennen wir Katholiken uns nicht zu Erwin Kräutler oder Kardinal Kasper!

Danke an Kardinal Müller, dass er das als ehemaliger Präfekt der Glaubenskongregation nochmals sehr präzise und auch für Laien verständlich deutlich gemacht hat.


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 hape 16. Juli 2019 

Vergelt's Gott!

Herzlichen Dank an Kardinal Gerhard Müller für diese hochkarätige und ernsthafte Stellungnahme zum Instrumentum laboris der Amazonas-Synode. Ich lese sie zusammen mit der entspr. Stellungnahme von Kardinal Walter Brandmüller. Zugleich habe ich Zweifel, dass diese Argumente von den Verantwortlichen überhaupt noch gehört, geschweige denn wertgeschätzt werden. Aber ich lasse mich gerne eines Besseren belehren.


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 Stephaninus 16. Juli 2019 
 

Steht der Totalumbau der Kirche bevor?

Wenn, dann wäre die Kirche von sich selbst abgefallen. Wie lange erdulden eigentlich die rechtgläubigen Bischöfe dieses Treiben noch?


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 Fides Mariae 16. Juli 2019 
 

Der Kaiser ist ja nackt

Unglaublich, wie lange es gedauert hat, bis einer mal ganz selbstverständliche Dinge über dieses Dokument sagt, die eigentlich jeder erkennen könnte: "Der ganze Gedankengang bewegt sich selbstreferentiell und kreisförmig um die neuesten Dokumente des Lehramtes von Papst Franziskus"... (dazu muss man aber auch sagen, dass es seit 50 Jahren genauso mit den Dokumenten des II. Vatikanums gehalten wird: Wo früher noch die Bibel zitiert wurde, wird z.B. in Diplomarbeiten nur mehr Lumen Gentium, Nostra Aetate etc. zitiert. Das erschien mir schon immer sehr fragwürdig und wirft kein gutes Licht auf die nachkonziliare Ära.)
"Es ist eine geschlossene Gesellschaft von absolut Gleichgesinnten"... ja, dieser Amazonas-Synode haftet wirklich etwas Erstickendes an. Ein Dschungel auf geistiger Ebene. Das ist sozusagen das neue ZDB - "Zentralkommittee der Bischöfe", ein ZDK-Äquivalent auf Weltebene, genauso einseitig zusammen gesetzt und willkürlich mit Macht ausgestattet.
Möge dieser Spuk bald enden.


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 Veritatis Splendor 16. Juli 2019 

Eines der trefflichsten Schreiben...

...von Kardinal Müller überhaupt! Er hat die strategischen Ziele dieser Amazonas-Täuschungsaktion klar benannt. Und das obwohl er selbst der Befreiungstheologie leider nicht ganz abgeneigt ist, WOW!

Ehrlich gesagt hoffe & bete ich nur noch, dass Gott diese destruktive Alt 68´er-Romantik-Synode bitte noch verhindern möge.

Unter den fatalen Auswirkungen dieses exklusiven, aber dennoch weltkirchlich verbindlichen Treffens würden nämlich alle zu leiden haben...(Priester ohne zölibatären Ganzeinsatz, Frauen im Priestergewand würden dann alsbald überall möglich sein)


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 Kant1 16. Juli 2019 
 

Was wird aus diesem Text werden ...

Schon die Tatsache, daß ein solcher Text IL für eine Synode werden konnte, zeigt die Dramatik der Situation, in der sich die kath. Kirche derzeit befindet. Hier geht es nicht mehr um pastorale oder periphäre dogmatische Fragen, sondern um das Zentrum unseres Glaubens: Offenbarung, Inkarnation, Erlösung, wie es uns die Heilige Schrift lehrt. Wie kann man erklären, daß ein Papst so etwas befürwortet? Ist er zu dumm, zu eitel oder zu beratungsresistent? Ich wage soetwas nicht zu behaupten, aber mir fehlt jede andere Erklärung dafür. Ich hoffe, daß die Bischöfe sich bei der Synode vom Heiligen Geist leiten lassen, denn wenn sie so etwas beschließen, und noch schlimmer, wenn Papst Franziskus es dann noch bestätigt, wird Papst em. Benedikt dem nicht mehr zustimmen können. So lange er schweigt, kein Problem, aber man wird ihn drängen, sich zu äußern. Und dann ... ich wage nicht, mir das auszumalen.

Aber vielleicht gibt es einen ganz anderen, einen taktischen Grund für diesen Text ...


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 NicoA 16. Juli 2019 
 

"Amazonas-Synode" in Rom?

Verstehe ich das richtig, die Amazonas-Synode findet tatsächlich in Rom statt, nicht vor Ort (an dem ins Zentrum gerücktem "Rand" selbst)?
Es erscheint mir immer verrückter und ist vielleicht doch nur ein dement bis seniles Altherrentreffen des "Club of Rome" ...
Nein, die Zukunft der Kirche liegt nicht in solchen Vorstellungen, S.E. Kardinal Müllers Kritik ist da noch zuviel der Ehre.


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