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Papst versetzt hochumstrittenen Nuntius von Chile nach Portugal

30. August 2019 in Weltkirche, 4 Lesermeinungen
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Prominentes chilenisches Opfer von Missbrauch durch den inzwischen laisierten Priester Karadima sagt: „Heute wurde Chile von einem makabren Menschen befreit, aber Portugal erhält einen Nuntius, der nicht im Amt bleiben sollte“.


Santiago de Chile (kath.net/pl) Der bisherige Apostolische Nuntius Ivo Scapolo (Archivfoto) habe in Chile eine äußerst unrühmliche Rolle gespielt, es geht um Vertuschung sexuellen Missbrauchs durch chilenische Priester. Das behaupten zumindest seine Gegner. darüber berichtet das im spanischen Madrid ansässige Internetportal „Religión Digital“ unter der Überschrift „Heute wurde Chile von einem makabren Menschen befreit, aber Portugal erhält einen Nuntius, der nicht im Amt bleiben sollte“. Das wörtliche Zitat stammt von Juan Carlos Claret, einem der Missbrauchsopfer des inzwischen laisierten und inhaftierten Priesters Fernando Karadima. Nach weiterer Darstellung von „Religión Digital“ sind Briefe einer weiteren Öffentlichkeit bekannt geworden, aus denen hervorgeht, dass der 66-jährige Scapolo Kenntnis von den Vorwürfen gegen Bischof Juan Barros durch Karadima-Opfer hatte.


Die katholische Kirche in Chile ist in eine Missbrauchskrise von Tsunamiausmaßen getaumelt, die bereits die Rücktritte von mehreren Bischöfen einschließlich des chilenischen Kardinals Ricardo Ezzati Andrello und des Rückzugs des skandalgebeutelten Kardinals und Papstberaters Kardinal Francisco Errazuriz aus dem Beratergremium K9 von Papst Franziskus. Weitere Rücktritte sind zu erwarten. Die Vertuschungsgänge z.B. beschäftigen schon seit geraumer Zeit auch die chilenische Justiz. Die Situation gilt als noch keineswegs aufgearbeitet und könnte auch das Pontifikat von Papst Franziskus nachhaltig beschädigen, u.a. auch deshalb, weil er selbst am Ende seiner Chilereise im Januar 2018 auf Journalistenfragen nach Bischof Juan Barros auffallend ausweichend geantwortet und die (inzwischen offenbar gewordenen) Vorwürfe als „Verleumdung“ bezeichnet hatte, kath.net hat berichtet. Der inzwischen abgelöste Barros war trotz vieler Warnungen über das Vertuschungsproblem von Papst Franziskus 2015 zum Bischof von Osorno ernannt und vom Papst lange gestützt worden, erst im Juni 2018 nahm der Papst dann das Rücktrittsangebot von Barros an. Wie unsensibel der Vatikan weiterhin mit den Vorgängen in der chilenischen Kirche umgeht, machen Kritiker beispielsweise auch daran fest, dass die umstrittenen Kardinäle Ezzati und Errazuriz trotz der gegen sie laufenden Ermittlungen der chilenischen Justiz weiterhin z.b. bei einer Bischofsweihe konzelebrieren dürfen, kath.net hat berichtet.


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