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Kardinal Kasper und die US-Ordensfrauen

9. Mai 2014 in Weltkirche, 111 Lesermeinungen
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Kardinal Kasper meint: Vatikan sollte auf US-Ordensfrauen zugehen und dass man "Gegensätze" durch "Dialog" überwinden müsse. Die Kirche sei kein "monolithischer Block"


Rom (kath.net/KNA) Der deutsche Kurienkardinal Walter Kasper hat mit einer Äußerung zum Streit zwischen dem Vatikan und dem Dachverband der US-amerikanischen Ordensfrauen Leadership Conference of Women Religious (LCWR) Aufsehen erregt. «Vielleicht müssen beide, die Glaubenskongregation und der LCWR, sich ein bisschen ändern», hatte Kasper nach US-amerikanischen Medienberichten in New York gesagt. Gegensätze durch Dialog zu überwinden, sei der normale Weg in der Kirche. Die Kirche sei schließlich kein «monolithischer Block», so Kasper.

Der Kardinal äußerte sich bereits am Montag während der Vorstellung seines Buches «Barmherzigkeit» am «Fordham Center on Religion und Culture» der Jesuiten-Universität in New York. Am gleichen Tag war eine Ansprache des Präfekten der Glaubenskongregation Kardinal Gerhard Müller veröffentlicht worden, in der er der LCWR Glaubensirrtümer und «offene Provokation» des Vatikan vorwarf. Es handelte sich um eine Rede, die Müller am 30. April im Vatikan vor Vertreterinnen des LCWR gehalten hatte.


Der Konflikt zwischen dem Vatikan und den US-amerikanischen Ordensfrauen währt bereits seit mehreren Jahren. Schon unter Benedikt XVI. war eine Untersuchung gegen den LCWR eingeleitet worden. Sie war zu dem Ergebnis gekommen, dass der Verband in mehreren Punkten etwa Homosexualität, Abtreibung und Frauenpriestertum von der katholischen Lehre abweicht.

Mit Blick auf die Debatte über den kirchlichen Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen sagte Kasper, es sei inkonsequent, wenn die Kirche lehre, dass jede Sünde vergeben werden könne, gleichzeitig jedoch wiederverheirateten Geschiedenen, die Absolution suchten, den Zugang zur Kommunion verweigere. «Wir müssen die Worte Jesu im Zusammenhang mit der Barmherzigkeit Gottes interpretieren». Sakramente seien Zeichen von Gottes Gnade und Barmherzigkeit. Zugleich hob Kasper hervor, dass sich Gerechtigkeit und Barmherzigkeit keinen Gegensatz bildeten. Es dürfe keine «billige Gnade» ohne Gerechtigkeit geben, so Kasper. Gnade sei das Maximum dessen, was man tun könne, Gerechtigkeit das Minimum.

(C) 2014 KNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH. Alle Rechte vorbehalten.

Foto: (c) Christoph Hurnaus


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