03 Juni 2014, 09:00
Terrorismus: Muslim bekennt sich zu Anschlag auf jüdisches Museum
 
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Antijüdische Angriffe von Muslimen in Europa nehmen zu

Marseille (kath.net/idea) Ein französischer Muslim hat sich zu dem Anschlag auf das Jüdische Museum in Brüssel bekannt. Dabei waren am 24. Mai vier Menschen getötet worden, darunter ein israelisches Ehepaar aus Tel Aviv. Der Extremist aus dem nordfranzösischen Rubaix wurde am 30. Mai in Marseille verhaftet. Laut der Pariser Staatsanwaltschaft hatte sich der 29 Jahre alte Mehdi Nemmouche über ein Jahr in Syrien aufgehalten und dort der islamistischen Terrorgruppe ISIS (Islamischer Staat in Syrien und im Irak) angeschlossen. Die Behörden stellten ein Video sicher, in dem sich Nemmouche zu der Tat bekannte. Zugleich bedauert er darin, dass die Aufzeichnung des Angriffs misslang. Der mutmaßliche Täter hat sich nach Angaben der französischen Behörden während mehrerer Gefängnisaufenthalte radikalisiert und ist in der Haft durch einen „extremistischen Bekehrungseifer“ aufgefallen. Am 1. Juni führte die belgische Polizei in der Courtrai-Region (Westflandern), in der sich der Attentäter kurz vor seiner Tat aufgehalten haben soll, Razzien und Befragungen durch. Der belgische Bundesstaatsanwalt Frederic Van Leeuw (Brüssel) sprach von einer zunehmenden Gefahr, die von sogenannten „Rückkehrern“ aus dem syrischen Bürgerkrieg ausgehe: „Alle europäischen Länder sehen sich derzeit diesem Problem ausgesetzt.“ Die Tat am Vorabend der Europawahl hatte unter jüdischen Gemeinden weltweit Ängste vor einem wachsenden muslimischen Antisemitismus verstärkt.

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Juden im Herzen Europas in Gefahr

„Eine antisemitische Tragödie nach der anderen unterstreicht die tatsächliche Gefahr, der Juden heute wieder im Herzen Europas ausgesetzt sind“, sagte der Generalsekretär des American Jewish Committees, David Harris (New York). Seit Jahren nehmen von Moslems verübte antijüdische Angriffe in Europa zu. Im März 2012 erschoss der französische Islamist Mohammed Merah in einer jüdischen Schule in Toulouse vier Menschen, darunter drei Kinder im Alter zwischen drei und acht Jahren. 2010 veröffentlichte das Simon-Wiesenthal-Zentrum eine Reisewarnung für die südlichen Regionen Schwedens um die Stadt Malmö. Die dort lebenden etwa 2.000 Juden sind immer wieder Zielscheibe tätlicher und verbaler Angriffe von muslimischen Einwanderern, die mehr als ein Viertel der Einwohner dort ausmachen. Laut dem schwedischen Nationalen Rat für Kriminalitätsprävention kam es in der 300.000 Einwohner-Stadt allein 2012 zu 66 antisemitisch motivierten Angriffen auf Juden. 2010 und 2011 verzeichnete die Polizei zusammen nur 44 judenfeindliche Hassdelikte.

Auch in Deutschland immer mehr muslimische Attacken auf Juden

Auch in Deutschland nehmen antisemitische Attacken von Muslimen zu. Im August 2012 war der Rabbiner Daniel Alter von muslimischen Jugendlichen im Berliner Stadtteil Schöneberg zusammengeschlagen worden und musste mehrere Tag im Krankenhaus behandelt werden. Im vergangenen Jahr wurde, ebenfalls in Schöneberg, ein 30jähriger Jude aus Litauen Opfer von Gewalt, nachdem zwei muslimische Jugendliche den Mann auf Hebräisch beten gehört hatten. Zuletzt hatten im April dieses Jahres in Berlin-Kreuzberg mehrere palästinensische Jugendliche einen Israeli beschimpft und geschlagen.

Da von Muslimen verübte antisemitische Straftaten in Europa meist nicht gesondert erfasst werden, gibt es keine exakten Zahlen zum Anstieg des Phänomens. 2011 hatte aber eine Studie des belgischen Soziologen Mark Elchardus für Aufsehen gesorgt, wonach etwa 50 Prozent der muslimischen Schüler an flämischsprachigen Schulen in Belgien antisemitische Vorurteile verinnerlicht hätten. Unter den flämischstämmigen Schülern lag der Anteil Echardus zufolge bei zehn Prozent.

Europäische Juden sehen in muslimischem Antisemitismus einer Studie der „EU Behörde für fundamentale Rechte“ von 2013 zufolge derzeit die größte Bedrohung (27 Prozent), gefolgt von linksextremen und rechtsextremem Judenhass (22 bzw. 19 Prozent).

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