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Die Liebe zum Sünder bedeutet nicht, die Sünde gutzuheißen

11. August 2015 in Familie, 9 Lesermeinungen
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"Ein Recht auf Sex außerhalb der Ehe haben weder Homosexuelle noch Heterosexuelle" - Ein Beitrag von Jan Graubner, Erzbischof von Olmütz und stellvertretender Vorsitzender der Tschechischen Bischofskonferenz über die Familiensynode in Rom


Prag (kath.net/Katolický týdeník)
Wer Christus als seinen Erlöser angenommen hat, wird sicher nicht gleich vollendet werden, er kann in verschiedenen Schwächen und Fesseln wanken, aber seine Grundausrichtung zielt auf das Heil. Seine Priorität ist der Himmel. Als rationeller Mensch gebraucht er auf dem Weg zum Himmel alles, was ihm zur Erreichung des Zieles hilft, und er meidet alles, was ihn vom Ziel abbringt. Er lässt sich von Christus leiten und formen. Er anerkennt, dass das nicht leicht ist und dass er Fehler macht, die ihm leid tun, er bittet um ihre Vergebung und bemüht sich zu bessern. Von Christus wird er jedoch nicht verlangen, dass dieser die Regeln ändert. Wenn er das Evangelium in sein Denken und Handeln hineinnimmt, schafft er eine christliche Kultur, die sich sicher von der allgemeinen Kultur der Umgebung unterschiedet, die nicht christlich ist. Das gilt für alle ohne Rücksicht auf die sexuelle Orientierung.

Recht auf Sex?

Jemanden zu verurteilen, weil er eine andere sexuelle Orientierung hat, ist genauso falsch wie jemanden wegen seiner Hautfarbe zu verurteilen. Andererseits ist es unakzeptabel, wenn jemand aus einer solchen Gruppe "Vorteile und Rechte"; fordert, die andere nicht haben. Das ist ungerecht. Ein Recht auf Sex außerhalb der Ehe haben weder Homosexuelle noch Heterosexuelle. Die Bibel nennt beides Sünde. Es ist notwendig, jede Sünde zu verurteilen, auch wenn man den Sünder lieben soll. Die Liebe zum Sünder bedeutet jedoch nicht, die Sünde gutzuheißen, sondern Verständnis und Hilfe anzubieten. Die Kirche hatte von Anfang an eine klare Bußpraxis. Die öffentlichen Sünder waren von der Gemeinschaft ausgeschlossen. Dabei ging es nicht nur um sexuelle Sünden, sondern auch beispielsweise um Trunkenheit, Diebstahl, Wucher oder mutwillige Schädigung. Wenn sie jedoch die Buße vollzogen und die Vergebung empfangen hatten, sollten sie von allen als Unschuldige angenommen werden.


Wenn sich jemand in der Gemeinschaft nicht angenommen fühlt, weil er die Sünde propagiert oder lobt, ist das nicht die Schuld der Kirche. Wenn er den Mut zur Umkehr und Buße findet, muss ihn die Gemeinschaft annehmen, auch wenn es ihr vielleicht manchmal schwerfällt. Viele Eltern leiden wegen der Kinder, die krank sind, den Drogen verfallen oder den Glauben verlieren, sich scheiden lassen, vielleicht aus eigener Schuld ohne Arbeit sind oder eine andere Orientierung haben. Der Schmerz ist kein Grund für Ablehnung oder Lieblosigkeit. Ich erinnere mich an einen Priester, einen politischen Gefangenen, der mit Hochachtung von einer Mutter sprach, die immer wieder treu ihren Sohn besuchte - einen Mörder. Je mehr ein Kind leidet oder sich verirrt, umso mehr braucht es Liebe, Hilfe und das Gebet. Auch die Kirche soll ihm Hilfe anbieten, aber das bedeutet auf keinen Fall, sich an ein Programm anzuschließen, das einen Lebensstil verherrlicht, der im Widerspruch zum Gesetz Gottes ist.

Wirkliche Hilfe besteht nicht in der Werbung, sondern ist eine persönliche Angelegenheit. Sie braucht fachliche Kompetenz und ich gebe zu, dass es nicht genügend Fachleute gibt. Aber helfen kann nur der, der wirklich dahinter steht, der den Weg mit Christus sucht und nicht will, dass die Kirche die Bibel ändert.

Die römische Synode wird über die Familie sprechen und die Familie bilden Vater, Mutter und Kinder. Die Kirche kann nicht die Genderideologie annehmen, die nicht nur im Widerspruch zur Lehre der Kirche, sondern auch zum gesunden Menschenverstand steht.

Alle Menschen sind zur Liebe berufen, aber nicht alle zur Ehe. Einige ruft Gott zu einem geweihten Leben für das Reich Gottes, andere sollen allein bleiben. Trotzdem können sie für andere leben, nützlich sein und ihr Leben durch Taten der Liebe erfüllen, die ihnen Glück bringen.

Jan Graubner ist Erzbischof von Olmütz/Olomouc und stellvertretender Vorsitzender der Tschechischen Bischofskonferenz. Der Beitrag erschien in tschechischer Sprache in der katholischen Wochenzeitung Katolický týdeník


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