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Selbstverständlich trete ich nicht für die Todesstrafe ein!

13. August 2015 in Schweiz, 23 Lesermeinungen
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Stellungnahme von Bischof Huonder: "Dennoch möchte ich mich bei allen Menschen entschuldigen, die sich durch meinen Vortrag verletzt gefühlt haben, besonders bei homosexuell empfindenden Menschen.


Chur (kath.net)
Bischof Vitus Huonder hat am Mittwoch am Abend in einem Schreiben an die Mitbrüder und Mitarbeiter des Bistums Chur noch einmal zu seinem Vortrag in Fulda Stellung genommen, der von einigen Medien verzerrt dargestellt wurde.

Kath.net dokumentiert das Schreiben im Wortlaut:

Zum Vortrag in Fulda vom 31. Juli 2015

Liebe Mitbrüder im priesterlichen und diakonalen Dienst
Liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Seelsorge

Ich schreibe Ihnen in einer bedauerlichen Angelegenheit, von der auch Sie mittelbar betroffen sind. Wie Sie den Medien entnehmen konnten, wurden zwei Zitate meines Vortrags in Fulda vom 31. Juli 2015 als "Hetze" gegen homosexuell empfindende Menschen verstanden. Meine Stellungnahme vom 3. August 2015 konnte daran leider wenig ändern.

Selbstverständlich trete ich nicht für die alttestamentarische Forderung nach der Todesstrafe für homosexuell empfindende Menschen ein. Auch dann nicht, wenn dies fachtheologisch ummäntelt daherkäme, wie man mir zu unterstellen scheint. Die gewählten Zitate sind nicht Ausdruck meiner Gesinnung, sondern vielmehr meiner Überzeugung, dass im Rahmen einer theologischen Reflexion keine Textstellen aus der Heiligen Schrift verschwiegen werden dürfen, nur weil sie im heutigen Kontext Schwierigkeiten bereiten. Ich habe einen 22seitigen Text verfasst, mit 16 teils umfangreichen Fussnoten, Literaturhinweisen und Belegstellen. Insgesamt werden 11 Texte aus dem Alten und Neuen Testament ausführlich zitiert und dann jeweils kurz erläutert. Diese Ausführlichkeit der Zitierung schien mir geboten, da es erstens ein mündlicher Vortrag war und da ich zweitens das Alte Testament nicht zensurieren wollte. Deshalb habe ich an sechster Stelle auch die alttestamentlichen Stellen Levitikus (Lev) 18,22 und 20,13 vollständig zitiert.

Die Erläuterung dieser Stellen habe ich nach einem einleitenden Satz in zwei Teile gegliedert. Der erste spricht von der theologischen Bewertung homosexueller Handlungen im Rahmen des Alten Testamentes, der zweite vom Handeln der Kirche aus heutiger, christlicher (neutestamentlicher) Sicht.

Die theologische Bewertung homosexueller Handlungen ist bekanntlich derzeit in der katholischen Kirche Gegenstand von Diskussionen. Hierbei ist vom Erfordernis einer "pastoralen Wende" die Rede, etwa im Vorbereitungsdokument für die kommende Bischofssynode (Fragen im Hinblick auf die Rezeption und die Vertiefung der Relatio Synodi, Einleitung vor den Fragen 23ff:
http://www.vatican.va/roman_curia/synod/documents/rc_synod_doc_20141209_lineamenta-xiv-assembly_ge.html). Darauf spielte ich mit der im ausserkirchlichen Kontext nicht ver-ständlichen und damit wohl unglücklichen Formulierung an, die beiden zitierten Bibelstellen würden genügen, "der Frage der Homosexualität aus der Sicht des Glaubens die rechte Wende [ = gesprochenes Wort; Manuskript: Wendung] zu geben". Damit wollte ich nicht sagen, diese Bibelstellen seien für die Kirche eine Anweisung für ihr Handeln, so dass wir Christen uns von der Gesinnung her an diesen Passagen zu orientieren hätten. Ich wollte zeigen, dass es in Levitikus eine drastische Ablehnung homosexueller Handlungen gibt, und dass wir uns als Christen dessen bewusst sein müssen. Wenn in der Kirche eine pastorale Wende gesucht wird, dann ist eine unzensierte Reflexion auch in Bezug auf das Alte Testament angebracht – nicht zuletzt um deutlich zu machen, was Christus, was das Neue Testament und was die Überlieferung der Kirche uns gebracht haben.

Erst nach diesen theologischen Überlegungen bin ich im darauffolgenden Absatz auf das Handeln der Kirche, die Seelsorge, zu sprechen gekommen. Dort sage ich, dass sich dieses Handeln nach der göttlichen Ordnung richten müsse. Es gehe darum, "in pastoraler Liebe" die Menschen aus dem Zustand der gefallenen Natur zu befreien zum Leben als Kinder des Lichtes (Eph 5,8). Dazu sei der Glaube für alle, auch für homosexuell empfindende Menschen, eine Hilfe.

Aufgrund dieser Zweiteilung des Gedankengangs in theologische Reflexion und Aussagen über das kirchliche Handeln war für mich klar, dass das kirchliche Handeln immer Hilfe zum Leben ist und nicht den Tod bringt. Dieses kirchliche Handeln besteht in Mitgefühl und Takt, nicht in Herabsetzung. Dies entspricht auch dem "Katechismus der Katholischen Kirche" (Nr. 2357-2359), den ich in der Anmerkung 10 in diesem Zusammenhang zitiere.

Inzwischen sehe ich, dass man die Levitikus-Stellen als meine persönliche Gesinnung missverstehen kann, und dass man auf den Gedanken kommen kann, ich wolle als Bischof die Todesstrafe für homosexuelle Handlungen wieder einführen. Dabei war es für mich natürlich immer klar, dass die drastische Rede von der Todesstrafe die alttestamentarische Ablehnung einer Handlung aufzeigt, und dass diese Rede nicht als Anleitung für unser pastorales kirchliches Handeln zu verstehen ist.

Schliesslich sind wir als Christen dazu angehalten, das Alte Testament aus der Sicht der Erfüllung in Christus zu interpretieren. Und für mich als Bischof gibt es selbstverständlich die grundlegende Unterscheidung zwischen der theologischen Bewertung einer menschlichen Tat und dem seelsorgerlichen Handeln der Kirche. Dies ist eine Unterscheidung, an der ich festhalte, mit dem "Katechismus der katholischen Kirche", zu dem auch alle Bischöfe in der Schweiz stehen. Auch in Bezug auf die Homosexualität macht der Katechismus nämlich diese Unterscheidung, wenn er einerseits festhält, homosexuelle Handlungen seien "in keinem Fall zu billigen" (kirchliche Bewertung, Nr. 2357), und andererseits betont, wir sollten uns hüten, solche Menschen "in irgend einer Weise ungerecht zurückzusetzen" (kirchliches Handeln, Nr. 2358). Und es ist für mich völlig klar, dass mit der Spannung zwischen der theologischen Bewertung von Handlungen und dem pastoralen Handeln der Kirche so umzugehen ist, wie es in der im Vortrag zitierten Stelle aus dem Epheserbrief (5,8) heisst: Die Kirche will allen Menschen, in welcher Lage auch immer sie sich befinden, dazu verhelfen, als Kinder des Lichtes zu leben. Dem entsprechend heisst es auch im "Katechismus der katholischen Kirche" (Nr. 2359): "Homosexuelle Menschen sind zur Keuschheit gerufen. Durch die Tugenden der Selbstbeherrschung, die zur inneren Freiheit erziehen, können und sollen sie sich − vielleicht auch mit Hilfe einer selbstlosen Freund-schaft −‚ durch das Gebet und die sakramentale Gnade Schritt um Schritt, aber entschieden der christlichen Vollkommenheit annähern".

Dennoch möchte ich mich bei allen Menschen entschuldigen, die sich durch meinen Vortrag verletzt gefühlt haben, besonders bei homosexuell empfindenden Menschen. Diesen möchte ich versichern, dass die Kirche niemanden ausgrenzen, sondern für alle im oben beschriebenen Sinn da sein will. Obwohl mein Vortrag vor einem kirchlich sozialisierten und theologisch versierten Publikum gehalten wurde, war es falsch, bei der Konzeption des Textes und der Einschätzung seiner möglichen Wirkung nur an die akademisch-reflexive Ebene zu denken, oder an einen innerkirchlichen Fachdiskurs in Bezug auf die Bischofssynode. Ich hätte auch die aktuelle gesamtgesellschaftliche Situation präsenter haben müssen, etwa die Gräueltaten des "Islamischen Staates" oder die Verbrechen anderer Gruppen, die sich auf brutale Weise nicht nur gegen Christen und Andersdenkende richten, sondern auch gegen Homosexuelle. Es war auch ein Fehler, dass ich den Vortrag während den Sommerferien erarbeitet und deshalb niemandem zum Gegenlesen gegeben habe. Gewiss hätten mich meine Mitarbeiter auf die Gefahren aufmerksam gemacht.

Liebe Mitbrüder im priesterlichen und diakonalen Dienst, liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Seelsorge: Ich bitte für die kommende Bischofssynode, für deren Teilnehmer und vor allem für Papst Franziskus um Ihr Gebet, so dass sich alle dem Wirken des Hl. Geistes in neuer Weise öffnen. So wird die Kirche auch angesichts der anstehenden schwierigen Fragen Mittel und Wege finden, das ihr von unserem Herrn Jesus Christus geschenkte Evangelium in unserer Zeit umfassend und verständlich neu zu sagen.

Ich grüsse Sie, verbunden mit meinen besten Segenswünschen, herzlich

+ Vitus Huonder
Bischof von Chur

VIDEO: Vortrag von Bischof Huonder




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Lesermeinungen

 Jesuslebt! 19. August 2015 
 

Nicht entmutigen lassen!

Die "Homo-Lobby" ist bestens organisiert. Und wie zu Zeiten der russischen Revolution, der 68-Revolution oder der heutigen "Antifa"-Aktionen zeigt sich, dass hier immer eine ganz kleine Minderheit mit allen Mitteln versucht, ihre Meinung durchzusetzen. Und so wird gerne aus einer Mücke ein Elefant gemacht, der unter Artenschutz steht...
Nicht entmutigen lassen, sondern Danke sagen, dass dadurch der Beitrag von Bischof Vitus so bekannt geworden ist. Sicherlich wird der eine oder andere nun umdenken...
Beten wir und klären wir (sachlich und mit Liebe) auf.
P.S.: Die nächste Familiensynode wird ja mit größter Sicherheit auch zerrissen werden, egal, was in den Dokumenten geschrieben steht. Also treten wir erst recht für die von uns erkannte Wahrheit ein. Wir brauchen keinen Marx, keine Alexandra Kolotei, Rosa Luxenburg, Simone de Beauvoir, Petra Kelly, Max Horkheimer, Daniel Cohn Bendit, Conchita Wurst und andere experimentierfreudigen (verletzten) Kommunisten, die nie glücklich wurden.


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 chorbisch 19. August 2015 
 

@ Semiramis

bitte entschuldigen Sie meine späte Antwort.
Ich plädiere auch nicht dafür "heikle Stellen" der Hl. Schrift zu verschweigen.
Aber Thema des Vortrags war die christliche Ehe, nicht die Position der Kirche zur Homosexualität oder inwieweit altestamentarische Strafgebote heute noch gültig sind.

Daß Bischof Huonder dargelegt hat, warum es eine "Homo-Ehe" nach katholischer Lehre nicht geben kann, gehörte zu seinem Vortrag.
Aber er hätte die Lehre auch ohne dieses Zitat klar erläutern können.

Zwischen dem Verschweigen "heikler Stellen", weil man Kritik fürchtet, und dem bewußten Verzicht auf ein Bibel-Zitat, weil es im konkreten Fall nicht unbedingt nötig ist, aber die Gefahr einschließt, das man bewußt mißverstanden wird und damit von der eigentlichen Botschaft abgelenkt werden kann, besteht für mich ein Unterschied.


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 Seramis 14. August 2015 
 

@chorbisch:

"Aber war es wirklich nötig, dieses Zitat zu verwenden?"
Ja, denn so steht es geschrieben. Die heiklen Stellen werde uns ohnehin immer vorgehalten; sie zu verschweigen liefert unseren Gegnern einen billigen Angriffspunkt. Stattdessen wäre es klug zu erläutern, warum wir selbstverständlich keine Todesstrafe für Sünder mehr fordern. Jesus selbst hat - stellvertretend für alle unsittlichen Handlungen - die Steinigung der Ehebrecherin abgesagt, denn keiner ist ohne Schuld. Wir müssen die Sünder immer wieder ermahnen, aber über Schuld und Strafe entscheidet allein der Herr.


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 PhraLuang 14. August 2015 
 

@suarez

Ich verstehe ihren Einwand natürlich. Es bleibt die Frage ob sie die Welt und die Menschen eher wie die Tradition des chinesischen Legalismus sehen. Also der Mensch ist grundsätzlich schlecht oder aber er ist eher positiv, der Mensch strebt nach dem Guten.

Ich hänge letzterem an. Der Mensch strebt meist zum Guten. Gier, Neid etc. können ihn von diesem Streben abbringen und dies gilt es zu überwinden um die Erlösung zu finden.

Je länger ich hier lese und lerne, desto deutlicher werden mir die Parallelen zwischen Budhismus und Christentum. Ich bin dankbar hier lernen zu dürfen.


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 PhraLuang 14. August 2015 
 

@bellis

Wer sind den diese ominösen "Pressuregroups"? 5-10 % der Bevölkerung haben Pressuregroups und "drücken" 90-95% der Gesellschaft ihre Meinung auf?
Dann sage ich mal Respekt, Respekt ... die überlegenen setzen sich durch.

Aus welcher Quelle schöpfen sie soviel Haß?


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 Lilli-Lou 14. August 2015 
 

@thomasunglaublich

Ihr Kommentar ist wirklich ganz toll. Besonders der Satz: "Gleichzeitig bleibt er in der Sache völlig klar. Keine faulen Kompromisse um aus der Schußlinie zu kommen."


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 girsberg74 13. August 2015 
 

@bellis

„Ich sehe das noch anders
Die homosexuellen Pressuregroups suchen Anlässe,das Christentum zu zerstören u. aus der Öffentlichkeit zu verbannen. Eine Entschuldigung des Bischofs(es gibt gar nichts wofür er sich hätte entschuldigen sollen)wird hier nur als Etappensieg verbucht.“

Ich sehe das genau so wie Sie; es gab nichts zu entschuldigen. Auch wenn am Ende für die Pressuregroups substantiell nichts herausschaut: man ist seinen Geifer losgeworden, der Bischof hat reagiert und man kann ihn vielleicht wieder mal zu einem unnötigen kleinen Eingeständnis veranlassen.

Wenn man zu einem (Gegen-)Angriff auf Bosheit wenig geneigt ist, - Dummheit dagegen muss belehrt werden -, dann ist Aussitzen immer noch das Beste; vielleicht mit 'ner Randbemerkung.


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 Chris2 13. August 2015 
 

@Nachgedacht

Respekt für Ihre differenzierte Einschätzung. Erinnert mich irgendwie an einen Disput seinerzeit zwischen Bischof Krenn und einem aufsässigen Abt: Beide hatten Stellungnahmen auf ihren Internetseiten abgegeben und jeweils einen Link zur "gegnerischen" Darstellung, so dass man sich wunderbar eine objektive Meinung bilden konnte. Das nenne ich Streitkultur. Leider gibt es so etwas kaum noch...


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 chorbisch 13. August 2015 
 

@ Suarez

Bischof Huonder wäre auf jeden Fall kritisiert worden, da er die Lehre der Kirche vertreten und begründet hat. Aber war es wirklich nötig, dieses Zitat zu verwenden?
Daß das für die Kritiker, speziell die eher unsachlichen, eine Steilvorlage gewesen ist, hätte sich der Bischof doch denken können.
Zumal es zur Erläuterung und Begründung des Standpunkts der Kirche zur Homosexualität wohl nicht unverzichtbar gewesen ist.
Offenbar fehlt es in manchen Ordinariaten immer noch an Leuten, die etwas von Presse- und Öffentlichkeitsarbeit verstehen und solche Fehler im Vorfeld verhindern könnten.
Wer die Lehre der Kirche so klar und deutlich vertritt, muß sich bewußt sein, daß er mehr als andere Bischöfe eine Person des öffentlichen Lebens ist, dessen Worte sehr genau wahrgenommen werden.
Wer mitspielen will, sollte die Regeln des Spiels kennen, oder jemanden um sich haben, der sie kennt.
Daß das geht, zeigt der souveräne Umgang von Bischof Oster mit den Medien, gerade auch mit kritischen.


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 Chris2 13. August 2015 
 

Ein wahrer Hirte

sanftmütig und doch klar in der Sache. Wer ihm unterstellt, er fordere die Todesstrafe, sollte sich lieber fragen, warum er zum Sündenbock gemacht werden soll und stattdessen zum Widerstand gegen den selbsternannten "IS" aufrufen. Aber da dürften alte und liebgewonnene Klischees entgegenstehen. Mögen sie erkennen, dass es ohne das Christentum bald gar keine Menschenrechte mehr gibt...


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 Suarez 13. August 2015 

@PhraLuang

"Der wichtigste Grundsatz in der Kommunikation lautet bekanntlich: wahr ist nicht was man sagen will, sondern was der Angesprochene hört."

Es ist aber auch nicht notwendig wahr, was einer hören will, bzw. ins das Gehörte hineininterpretiert. Verstehen hängt immer davon ab, ob es den Willen zum Verstehen gibt oder eher den Willen des Missverstehens.

In Ihrem Beispiel darf man voraussetzen, dass Ihre Frau Sie natürlich verstehen will, daher gutwillig ist, im Fall der Reaktionen kleiner Gruppen auf den Vortrag des Bischofes in Fulda kann man diesen guten Willen eher nicht voraussetzen, schon weil die Unterstellung absurd ist, Bischof Huonder befürworte die Todesstrafe.

Das Missverstehen dient sehr deutlich dazu, einen Bischof massiv anzugreifen, der die Lehre der Kirche vertritt.


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 bellis 13. August 2015 

Ich sehe das noch anders

Die homosexuellen Pressuregroups suchen Anlässe,das Christentum zu zerstören u. aus der Öffentlichkeit zu verbannen. Eine Entschuldigung des Bischofs(es gibt gar nichts wofür er sich hätte entschuldigen sollen)wird hier nur als Etappensieg verbucht.Ist der Hirt zerstört,ist die Herde verwirrt.Auch Christen müssen endlich die Realität sehen, dass Erklärung und Dialog oft nicht möglich sind. Die homosexuell lebenden sind so ideologisiert, dass sie fordern, dass Kinder von klein auf staatlicherseis zwangsmanipuliert werden, ihre Verhaltensweise als normal anzusehen und zu akzeptieren. Dass Christen diese (selbst)zerstörerische Verhaltensweise niemals akzeptieren, sondern nur erleiden können, wissen sie. Deshalb muss das Christentum ausgelöscht werden, denn jeder Christ, allein durch seine Existenz, er braucht nicht den Mund aufzumachen, erinnert sie an ihr falsches Tun. Aber wenn es keinen Christen mehr gibt, werden sie feststellen, dass sie trotzdem weiter ihr Gewissen betäuben müssen.


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 Nachgedacht 13. August 2015 
 

Souveräne Reaktion

Auch wenn ich inhaltlich nicht bei Bischof Huonder bin, so finde ich seine Reaktion beachtenswert souverän. Hut ab.


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 duesi 13. August 2015 
 

Danke Bischof Huonder!

Auch wenn ich allen anderen Kommentatoren hier teilweise recht geben muss, dass es den "Verletzten" und insbesondere den Medien meistens NICHT um inhaltliche Kritik geht, so muss doch anerkannt werden, dass Bischof Huonders Reaktion völlig im christlichen Geist ist. Wir sollen unseren Gegnern mit sanftmütigem Geist und Verständnis antworten, nicht Scheltwort mit Scheltwort vergelten. Unsere Aufgabe als Christen ist nicht uns durchzusetzen, sondern Zeugen zu sein.


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 PhraLuang 13. August 2015 
 

Ich sehe das etwas anders.

Und der Bischof ja im Grunde auch.

Der wichtigste Grundsatz in der Kommunikation lautet bekanntlich: wahr ist nicht was man sagen will, sondern was der Angesprochene hört.

Von daher ist es wichtig den Bischof auf seine missverständlich Aussage hinzuweisen und seinerseits zeugt es von Größe die Aussage zu konkretisieren.

Es geht mir oftmals so, dass ich im Thai oder auch im Englisch nicht das entsprechende Wort finde. Ich sage dann zu meiner Frau etwas wie ... das, das, das.. naja du weist doch! Die regelmäßige Antwort lautet, nein ich weiß es nicht. Dadurch muss ich mich bemühen, eventuell lernen und werde daran erinnert so zu reden, das Mißverständnisse gar nicht erst aufkommen.


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 thomasunglaublich 13. August 2015 
 

Hochachtung! Hier zeigt sich menschliche Größe!

Sicher wollten seine Kritiker ihn bewußt falsch verstehen.

Mich beeindruckt daher um so mehr, wie souverän Bischof Huonder mit der Situation umgeht:
Er versucht nicht, sich rauszureden, sondern bekennt klar, wo er mehr Vorsorge gegen Fehlinterpretationen hätte treffen können.
Er nimmt auch seine Mitarbeiter in Schutz. Der Hirte übernimmt die volle Verantwortung und versteckt sich nicht (wie andere) hinter den Schafen.

Gleichzeitig bleibt er in der Sache völlig klar. Keine faulen Kompromisse um aus der Schußlinie zu kommen.

Für mich ist das ein Ausdruck von innerer Größe! Meine Hochachtung!


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 Smaragdos 13. August 2015 
 

Immerhin bot die künstliche Aufregung der Medien Bischof Huonder die Gelegenheit, die kirchliche Position bezüglich Homosexualität wieder schön und klar darzulegen und somit die Peripherien der Kirche zu evangelisieren :)


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 Tadeusz 13. August 2015 

Sie ganze Medienwelt...

..steht immer eindeutig auf der Seite der Sünde, daher wird sie immer die echten Männer Gottes beschimpfen, verleumden und angreifen.

Gott segne Bischof Huonder!


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 Bonafide 13. August 2015 
 

Völlig grotesk

ist es doch, dass Bischof Huonder nun erklären muss, dass er selbstverständlich "nicht für die alttestamentarische Forderung nach der Todesstrafe für homosexuell empfindende Menschen" eintrete (wobei jener Levitikustext sich nicht auf homosexuell Empfindende, sondern auf Männer bezieht, die solche Handlungen vornehmen). Ich glaube den empörten Kritikern kein Wort, weder dass sie die Worte des Bischofs so verstanden haben - denn niemand, der nun einen Funken Verstand hat, konnte die Worte des Bischofs so verstehen -, noch dass sie sich "verletzt" fühlten, es sei denn durch die Lehre der Kirche, die sie aber doch kennen. Es ging einzig darum, die eitle Gelegenheit zu ergreifen, einen unliebsamen Kirchenmann wieder einmal öffentlich als Unmenschen vorzuführen und zu geisseln, wobei man nicht davor zurückscheute, durch Verdrehungen im Volk Stimmung zu machen. Betrüblich.


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 Kurti 13. August 2015 
 

Die homosexuellen Pressuregroups fühlen sich immer

verletzt, egal was man sagt, wenn man nur ein ganz wenig ihre Lebensweise aus biblischer Sicht kritisiert. Da muss sich ein Bischof nicht entschuldigen, denn die wollen alles missverstehen und zwar ganz absichtlich, damit sie sich wieder darstellen können. Heutzutage können diese Leute ihr Leben führen wie sie es wollen und werden im Gegensatz zu früher nicht mehr bestraft. Was wollen die eigentlich noch mehr? Daß jedermann ihre Lebensweise für in Ordnung und ganz normal ansieht? Da Gott das nicht tut, können Christen das auch nicht.


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 Hedwig v. Beverfoerde 13. August 2015 

Sehr schöne Stellungnahme!

Der Bischof zeigt in dieser ebenso klaren wie verständnisvollen Erklärung sein echtes Anliegen: die Wahrheit zu verkündigen um alle Menschen zum Licht zu führen.
Jetzt ist es an denen, die ihn maßlos attackiert haben, sich ihrerseits zu erklären.


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 Suarez 13. August 2015 

Die typischen Unterstellungsmuster

Wer Bischof Huonder unterstellt, er befürworte die Todesstrafe für Homosexuelle, der hat nicht eine redliche Auseinandersetzung mit dem im Sinn, was der Bischof in seinem Vortrag ausgesagt hat, sondern will den Bischof medial massiv unter Druck setzen, indem man seinen Vortrag klar interessengeleitet "interpretiert"=verfälscht. Es ist immer das gleiche Muster, erst droht man und wenn der so Einzuschüchternde nicht die Position annimmt, die vorgegeben wird, dann geht man zum Generalangriff über und startet einen medialen Feldzug, an dessen Ende die öffentliche Herabsetzung=Hinrichtung steht. Das Schlimmste ist, dass sich innerkirchlich sich progressiv dünkende Gruppen an diesen Kampagnen beteiligen um ihr Kirchenbild durchzusetzen. Der Hass auf Tradition und Festhalten an Offenbarung und Überlieferung kennt mittlerweile kaum noch Grenzen des Anstandes. Da können selbst die absurdesten Unterstellungen in den Raum gestellt werden, ohne das Einhalt geboten würde.


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 JohnPaul 13. August 2015 

Wie er das meint

war jedem ja eigentlich vorher klar. Aber man muss die Dinge natürlich immer so missverstehen, dass man sich maximal darüber empören kann. Damit einmal mehr die Vertreter der biblischen Position als unmoralische Unmenschen dastehen und die säkularen Inquisitoren als die eigentlichen Vertreter von Recht und Moral. Und damit kommen sie auch durch. Jedenfalls im Diesseits. Beten wir für ihre Rettung!


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